ein Raum mit Werkbänken
Die Ausbildungswerkstätten des Vereins zur Beruflichen Förderung und Ausbildung e. V. können von der neuen Schule mitgenutzt werden. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Tag der offenen Tür Neue Oberschule in Chemnitz Hoffnungsträger für das Handwerk

Im Handwerk fehlt es seit Jahren an Nachwuchs. Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Eine neue freie Oberschule mit handwerklichem Bezug in Chemnitz will Abhilfe schaffen. Am Sonnabend hatten interessierte Eltern die Gelegenheit, sich das Konzept vor Ort erklären zu lassen.

ein Raum mit Werkbänken
Die Ausbildungswerkstätten des Vereins zur Beruflichen Förderung und Ausbildung e. V. können von der neuen Schule mitgenutzt werden. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Handwerkliche Fähigkeiten von Kindern stärken - das ist eines der erklärten Ziele der neuen freien Friedrich August III. Oberschule in Chemnitz. Die Kinder sollen hier neben den normalen Schulfächern auch die Geschichte des Handwerks, Werkstoffkunde und praktische handwerkliche Fähigkeiten vermittelt bekommen. Dieses Konzept stößt beim Tag der offenen Tür am Sonnabend bei Eltern auf großes Interesse. Viele kommen selbst aus dem Handwerk und schauen sich nach alternativen Schulkonzepten für ihre Kinder um. Besonders interessiert zeigen sie sich an der ausgehängten Stundentafel. Die Schüler erhalten Unterricht in allen klassischen Schulfächern, um am Ende einen bundesweit anerkannten Oberschulabschluss zu erlangen. Die freien Zeiträume, die an staatlichen Schulen mit Neigungsfächern belegt werden, sind an der neuen Schule dann theoretischen und praktischen Handwerksthemen gewidmet.

zwei Männer im Anzug vor einer Schultafel
Ulrich Hertel und Dirk Hauschild sind nicht nur die Gründer der Friedrich August III. Oberschule in Chemnitz, sondern sie werden dort zukünftig auch unterrichten. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Die Schule wird im Gebäude des Vereins zur Beruflichen Förderung und Ausbildung e. V. eingerichtet. Durch die Kooperation mit dem Verein können die Lehrwerkstätten von den Schülern mitgenutzt werden. Ziel ist es, im nächsten Schuljahr mit zwei fünften Klassen zu starten. "Wir haben schon einige Anmeldungen zusammen", erklärt Dirk Hauschild, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer der Trägergesellschaft der Schule. "Wir starten auf jeden Fall diesen Sommer." Entgegen der gängigen Klischees wurden bisher mehr Mädchen als Jungen an der Schule angemeldet.

Vor gut eineinhalb Jahren hatte Dirk Hauschild zusammen mit Ulrich Hertel die Idee für die Schule. Die beiden sind seit Jahren als Oberschullehrer tätig und haben es oft erlebt, dass ehemalige Schüler ihre Ausbildung nach kurzer Zeit abbrechen. "Das ist unser Ansatz. Wir wollen, dass die Schüler nach der zehnten Klasse wissen, was sie können und was sie machen wollen." Der Name der neuen Schule wurde dann auch bewusst gewählt. Friedrich August III. war der letzte König des Landes Sachsen und hat sich sehr um das Handwerk bemüht. Neben den beiden Gründern wird es eine weitere Vollzeitpädagogin geben, die restlichen Stunden übernehmen Honorarkräfte.

Umgesetzt werden soll das Ganze in Kooperation mit vielen lokalen Firmen. Die Schüler sollen über Firmenbesuche und Praktika Einblicke in verschiedene Handwerksberufe bekommen, um sich dann bewusst für einen Beruf entscheiden zu können. Da es sich um eine freie Schule handelt, muss ein monatliches Schulgeld von den Eltern gezahlt werden. "Es gibt aber auch Fördermöglichkeiten für Kinder, deren Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können", verspricht Dirk Hauschild. "Das ist dann aber immer eine Einzelfallentscheidung." Anmeldungen für das Schuljahr 2019/2020 sind noch bis Ende Mai möglich.

Freie Schulen in Sachsen Im aktuellen Schuljahr gibt es in Sachsen insgesamt 399 Schulen in Freier Trägerschaft. Es handelt sich um 85 Grundschulen, 70 Oberschulen und 40 Gymnasien.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.02.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 09. März 2019, 16:30 Uhr

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