Teilnehmer eines Trauerzugs gehen zum Friedhof, um an der Beerdigung von Thomas Haller, dabei zu sein.
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Thomas Haller beerdigt Hunderte Hooligans und Rechtsextreme bei Beisetzung in Chemnitz

Am Montag ist in Chemnitz der Rechtsextreme Thomas Haller beerdigt worden. Mehrere hundert Hooligans aus Deutschland und Europa reisten zur Beisetzung an. Die Polizei war mit 950 Beamten aus fünf Bundesländern im Einsatz.

Teilnehmer eines Trauerzugs gehen zum Friedhof, um an der Beerdigung von Thomas Haller, dabei zu sein.
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Auf dem Friedhof der Chemnitzer Michaeliskirche ist am Montag der Rechtsextreme Thomas Haller beigesetzt worden. An der Veranstaltung nahmen nach Polizeiangaben rund 1.000 Personen teil. Nach Einschätzung von szenekundigen Polizisten waren Hooligans aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland unter ihnen. Vor der Beerdigung zog ein Trauerzug vom nahegelegenen Alt-Chemnitz-Center zum Friedhof. Auf der knapp anderthalb Kilometer langen Strecke wurden die Teilnehmer von der Polizei eskortiert. Dabei musste die Annaberger Straße vorübergehend gesperrt werden.

Fußballfans im Trauerzug

Blumengesteck zur Beerdigung von Thomas Haller.
Kranz mit CFC-Logo bei der Beisetzung des stadtbekannten Hooligans Thomas Haller. Bildrechte: dpa

Unter den Teilnehmern des Trauerzugs waren viele Anhänger verschiedener Fußballclubs. So waren an mehreren Kränzen Vereinslogos und Namen zu erkennen, darunter von Dynamo Dresden, BFC Dynamo und dem 1. FC Magdeburg. Auch ein Kranz mit himmelblauer Schleife und dem Emblem des Chemnitzer FC wurde offenbar ohne Wissen des Vereins abgelegt. Der Fußballclub hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Emblemmissbrauch erstattet.

Die Himmelblauen stellen klar: Es gibt keinen Beschluss des Chemnitzer FC e.V., der Chemnitzer FC Fußball GmbH oder deren Gesellschafter zu diesem Vorgehen. Das Vereinslogo des Chemnitzer FC wurde widerrechtlich gebraucht.

aus einer Mitteilung des Chemnitzer FC

Bildergalerie Hunderte Rechtsextreme bei Trauerfeier in Chemnitz

Ein Großaufgebot der Polizei hat die Beerdigung eines überregional bekannten Hooligans und Rechtsextremen in Chemnitz begleitet. Etwa 1.000 Teilnehmer, darunter viele Hooligans, waren angereist.

Teilnehmer eines Trauerzugs gehen zum Friedhof, um an der Beerdigung von Thomas Haller, dabei zu sein.
Ein Großaufgebot der Polizei hat die Beerdigung eines überregional bekannten Hooligans und Rechtsextremen in Chemnitz begleitet. Es handele sich um eine "Maßnahme zur Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit", sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Bildrechte: dpa
Teilnehmer eines Trauerzugs gehen zum Friedhof, um an der Beerdigung von Thomas Haller, dabei zu sein.
Ein Großaufgebot der Polizei hat die Beerdigung eines überregional bekannten Hooligans und Rechtsextremen in Chemnitz begleitet. Es handele sich um eine "Maßnahme zur Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit", sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Bildrechte: dpa
Teilnehmer eines Trauerzugs gehen zum Friedhof, um an der Beerdigung von Thomas Haller, dabei zu sein.
Nach ersten Schätzungen ihrer Behörde reisten mehrere Hundert Sympathisanten zu der Beisetzung an. Bildrechte: dpa
Beisetzung Thomas Haller
Etwa 550 Personen versammelten sich zunächst auf dem Parkplatz eines Einkaufscenters in der Annaberger Straße. Bildrechte: Dirk Knofe
Teilnehmer eines Trauerzugs gehen zum Friedhof, um an der Beerdigung von Thomas Haller, dabei zu sein.
Vom Alt-Chemnitz-Center startete der Trauerzug am Mittag und zog zu dem nahe gelegenen Friedhof der evangelisch-lutherischen St. Michaelisgemeinde. Bildrechte: dpa
Teilnehmer eines Trauerzugs sehen zum Leichenwagen mit Sarg auf dem Weg zur Beerdigung von Thomas Haller.
Der Leichenwagen auf dem Weg zum Michaelis-Friedhof. Bildrechte: dpa
Teilnehmer eines Trauerzugs gehen zum Friedhof, um an der Beerdigung von Thomas Haller, dabei zu sein.
Teilnehmer der Trauerfeier. Bildrechte: dpa
Blumengesteck zur Beerdigung von Thomas Haller.
An den Trauerkränzen waren Logos verschiedener Vereine angebracht. Der CFC hat inzwischen Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Bildrechte: dpa
Beisetzung Thomas Haller
Wie der CFC mitteilte, sei das Emblem des Vereins missbraucht worden. Bildrechte: Dirk Knofe
Beisetzung Thomas Haller
Auch Anhänger anderer Fußballclubs kamen zur Beerdigung und brachten Kränze mit. Darunter Fans des 1. FC Magdeburg, BFC Dynamo ... Bildrechte: Dirk Knofe
Beisetzung Thomas Haller
... sowie Anhänger von Dynamo Dresden. Bildrechte: Dirk Knofe
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Polizei sichert Beerdigung ab

Die Polizei war seit Montagmorgen mit rund 950 Einsatzkräften aus fünf Bundesländern vor Ort, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Die Beamten aus Sachsen wurden von Polizisten aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Bundespolizei unterstützt. Im Vorfeld erklärte die Polizei, dass sie "auf alle Eventualitäten" eingestellt sei. Vor Ort standen mehrere Wasserwerfer und Räumpanzer bereit.

Im Verlaufe des Nachmittags musste die Polizei zwei Mal einschreiten. Am Eingangsbereich des Friedhofes kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Journalisten und Trauergästen, die schnell geschlichtet werden konnte. Zudem gab es zwei Strafanzeigen wegen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Eine Frau hatte nach der Beerdigung aus einem Auto heraus einen nicht zugelassenen Nebeltopf angezündet. Das Fahrzeug wurde gestoppt und durchsucht. Dabei fanden die Beamten weitere nicht zugelassene Pyrotechnik. Weitere Zwischenfälle gab es laut Polizei nicht.

OB Ludwig äußert sich erstmals zu Trauerfeier im Stadion

Chemnitzer Oberbürgermeisterin gibt ein Interview vor Medienvertretern
Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin im Gespräch mit MDR SACHSEN-Reportern. Bildrechte: MDR/Sven Böttger

Nach ihrem Urlaub hat sich die Chemnitzer Oberbürgermeistern Barbara Ludwig erstmals zu der Traueraktion für Thomas Haller im CFC-Stadion geäußert. Im Gespräch mit MDR SACHSEN forderte sie "die umfängliche Aufklärung der Umstände, die zu dieser Trauerzeremonie im Stadion geführt haben". In ihrem Augen war es "eine bewusst angelegte Grenzüberschreitung der Organisatoren mit der öffentlichen Ehrung eines über Jahrzehnte bekannten Rechtsextremisten".

Dass viele hundert Menschen von überall her zu dieser Trauerfeier angereist sind, stimmt mich nachdenklich. Ich hoffe, es bleibt friedlich und vertraue auf die Polizei.

Barbara Ludwig Oberbürgermeisterin von Chemnitz

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Quelle: MDR/dpa/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 18.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 11:54 Uhr

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