Valentino Rossi, Hiroshi Aoyama und der Amerikaner Hector Barbera steuern ihre Motorräder
Bis zu 200.000 Zuschauer pilgern bei Moto-GP an den Sachsenring. Bildrechte: dpa

Streit um Bankbürgschaft für Moto GP Hoffnung für den Sachsenring?

Am Freitag verkündete der ADAC, sich nach dieser Saison mit dem Moto-GP-Rennen vom Sachsenring zurückzuziehen. Die Verhandlungen seien gescheitert. Die Betreibergesellschaft SRM sieht das ganz anders.

Valentino Rossi, Hiroshi Aoyama und der Amerikaner Hector Barbera steuern ihre Motorräder
Bis zu 200.000 Zuschauer pilgern bei Moto-GP an den Sachsenring. Bildrechte: dpa

Nach der Ankündigung des ADAC am Freitag, sich mit dem Moto-GP vom Sachsenring zurückzuziehen, sucht die Betreibergesellschaft SRM seitdem nach Lösungen für den Konflikt. Der CDU-Landtagsabgeordnete und Aufsichtsratsvorsitzende der SRM, Jan Hippold, setzt auf Sachsen.

Hippold bestätigte am Montag im Gespräch mit MDR SACHSEN, dass sich ADAC und SRM nicht über eine Bankbürgschaft in Höhe von 3,8 Millionen für die Austragung des Rennens im kommenden Jahr einigen konnten. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer werde am Sonntag das Rennen am Sachsenring besuchen. "Das wird ein Zeichen setzen. Ich gehe auch davon aus, dass es dabei Gespräche zur Fortführung des Moto-GP über das Jahr 2018 hinaus geben wird." Der Freistaat habe die Strecke bereits in den vergangenen Jahren mit Millioneninvestitionen unterstützt. "Ich glaube, ein Bundesland, was da schon so weit gegangen ist, werden sie in Deutschland suchen können."

Ich gehe nicht davon aus, dass das letzte Wort schon gesprochen ist.

Jan Hippold Aufsichtsratsvorsitzender der SRM

Vorwurf: ADAC kommuniziert einseitig

Hippold warf dem ADAC vor, sich nicht an die getroffenen Absprachen gehalten zu haben. Die SRM sei frühzeitig auf den Vertragspartner zugegangen. Für ihn sei es problematisch, wenn die besprochenen Vorschläge später anders wiedergegeben würden, als bei den Verhandlungen vereinbart worden sei. Konkret bedeute das, dass der ADAC nach den Gesprächen eine deutlich höhere Bankbürgschaft gefordert habe, als zuvor vereinbart. Dies sei für die SRM nicht annehmbar gewesen.

Trotzdem glaubt Hippold noch an eine einvernehmliche Lösung mit dem ADAC. "Wir werden, und ich glaube, da spreche ich auch für die sächsische Staatsregierung, alles dafür tun, dass wir auch über das Jahr 2018 hinaus den Moto-GP in Hohenstein-Ernstthal halten können."

Ministerpräsident Kretschmer, der den Grand-Prix am Sonntag auf Einladung des ADAC besucht, sagte, Sachsen stehe zu dem Motorsportrennen. Der Freistaat habe in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Sachsenring und der Region das Angebot an den ADAC immer wieder aufrecht erhalten. Aber es handle sich um Geld der Steuerzahler. "Mit mir kann man immer reden. Aber es muss alles in einem vernünftigen Maß sein."

Wir werden unsere Hand auf jeden Fall ausgestreckt lassen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Am Freitag hatte der ADAC mitgeteilt, dass die Verhandlungen mit der SRM gescheitert seien. Das Rennen solle ab dem kommenden Jahr auf einer anderen Rennstrecke, wahrscheinlich dem Nürburgring, ausgetragen werden. Die Ankündigung sorgte bei den Fans für großen Unmut.

Quelle: MDR/sr/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.07.2018 | 00:01 Uhr
MDR Sachsenspiegel | 09.07.2018 | 18:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten.
Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten. Bildrechte: Kulturfabrik Hoyerswerda/Gernot Menzel

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2018, 08:55 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

11 Kommentare

13.07.2018 12:01 Pfaff 11

... hallo zu 4 u. 5,
dazu kann man nursagen,daß mangelndes Selbstvertrauen im Kopf ensteht u. das hängt davon ab wie Sie sich selbst beurteilen.
Ich glaube mal , das daß einzige was klappt zum Feierabend die Türen sind !

11.07.2018 19:43 Markus 10

So jetzt hat der ADAC das wohl endlich geschafft! Ich persönlich war auch mehrmals zum Moto GP auf dem Sachsenring und würde es begrüßen wenn der Moto GP weiterhin auf dem Sachsenring stadtfinden würde wenn man 200€ bezahlen soll glaube persönlich das der Nürburgring der ja den Formel 1 GP verloren hat einen erfolgreichen Moto GP ausrichten kann dann eher noch der Lausitzring aber auch dort ist ja der ADAC ausgestiegen macht der ADAC weiter so dann wird im Osten kaum noch Mitglieder haben!

11.07.2018 19:32 flintstone 9

Ja, wenn man das so verfolgt, ist das schon eine Schande und wieder einmal eine Bestätigung unserer Spezies. Da werden Gelder der treuen "Fan-Masse" sowie gutgemeinte Subventionen der Steuerzahler eingesteckt und verpulvert. Gern würde ich die Prioritäten der "Geldverteilung" des Veranstalters einsehen und bin mir sicher, dass die vielen "kleinen Macher", welche für den reibungslosen Ablauf einer solchen Veranstaltung garantieren, ihre Rechnungen sehr weit in der Zukunft bezahlt bekommen. (wenn sie Glück haben) Gern greift der Veranstalter -selbstverständlich- auf die vielen "ehrenamtlichen" Fans, welche gern bereit sind, Ihre Lebenskraft für ein gutes Gelingen zu opfern, zurück. Kostenlos natürlich - ist doch eine ganz klare Sache. Es ist einfach nur.... tja, - was soll man dazu sagen? Die verantwortlichen Pappnasen interessiert es sowieso nicht! Es liegt in der Hand der Fans. Es wäre doch etwas "tolles", wenn diese im Jahr 2019 - rein zufälliger Weise, am Fernseher bleiben.

11.07.2018 12:29 erni 8

Es ist ein Grauen! ich weiß um die Besitzerrechte am Sachsenring. Der neuerlich in der Kritik stehende Club nutzt seine Vorherrschaft SCHAMLOS aus. Und welche Rolle spielen die sächsischen Honoratioren? Die Menschen verlieren den Glauben an alles, weil wieder einmal dem Osten die "kalte Schulter" gezeigt wird. Dabei ging man dorthin, weil man im Westen lieber hinter dem Fernseher saß. Und die Zuschauerzahlen blieben relativ stabil. Aber um die geht es wohl gar nicht? Traurig, höchst traurig! Schämt euch, Manager! Habt ihr das Wort im Vokabular? Ich glaube eher nicht...

10.07.2018 17:24 Egbert 7

Zu 5 wissen sie was sie da schreiben??? Ich fahre 35 Jahre zu Rennen ,aber so etwas an Arroganz habe ich noch nicht gehört. Bleiben sie um Gottes Willen da im so tollen Westen.

10.07.2018 16:30 jackblack 6

Zu 5, dann können Sie auch gern den Formel 1 Lauf eine Woche später im SCHLAUEN WESTEN beleidigen.

10.07.2018 15:03 Manistbestandteildesmediensystems (Haseloff) 5

Na endlich. Ich hoffe, das "Aus" für diese Sorte Event ist endgültig. Etwas so aus der Zeit und ihren Einsichten Gefallenes kann es ohnehin nur noch im "Osten" geben.

10.07.2018 10:32 Bayernfan 4

Ich und viele andere verstehen nicht, wie die SRM mit so einem Event und Zuschüssen vom Steuerzahler Miese machen können. Tja, Misswirtschaft hat seinen Preis.

10.07.2018 09:24 Gabriele Rätz 3

Ich bin 1950 geboren und mit dem Sachsenring aufgewachsen. Den vielen Fans, die jedes Jahr hierher pilgern, geht es genauso... die Fans und Motorsport begeisterten müssen den ADAC mal spüren lassen, das das so nicht geht. Ich wünsche dem ADAC,, viel Glück '' auf dem Nürburgring oder wo auch immer... die Besucherzahlen werden es zeigen.....

10.07.2018 09:17 Ralf Heinschke 2

Ich war selbst Jahre lang Gast des GPs am Sachsenring habe die erste Boxengssse damals noch mobil montiert sowie das medical.
Es sind dort sehr viele Menschen die sich für die Rennstrecke und der Erhaltung des Sports dort den Arsch aufgerissen haben, das allein ist schon Grund genug den GP dort zu erhalten.
Diese Fans und begeisterten Zuschauer gibt es nur am Sachsenring
Grüße aus dem Norden
Ralf

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen

Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten.
Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten. Bildrechte: Kulturfabrik Hoyerswerda/Gernot Menzel