Fördermittel bewilligt Ehemaliges Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg wird zur Gedenkstätte

Drei Personen stehen vor einem Schaufenster
Kulturministerin Barbara Klepsch übergab am Montag in Chemnitz den Fördermittelbescheid. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Das ehemalige NS- und Stasi-Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg wird zur Gedenkstätte ausgebaut. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch übergab dazu am Montag in Chemnitz nach Angaben ihres Ministeriums einen Förderbescheid über insgesamt 3,8 Millionen Euro. Mit dem Geld soll im ehemaligen Hafttrakt B eine Gedenkstätte entstehen.

Finanzierung durch Bund und Land

Der Freistaat stellt mit 2,4 Millionen Euro knapp zwei Drittel der Summe bereit. Das Geld stammt nach Ministeriumsangaben aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR. Weitere 1,2 Millionen Euro Förderung kommen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters. Die Stadt Chemnitz beteiligt sich mit 180.000 Euro. Klepsch sagte, die Gedenkstätte werde sich mit allen dunklen Kapiteln dieses Orts auseinandersetzen. Sie bezeichnete das frühere Gefängnis als "Ort mit mehrfacher Repressionsgeschichte".

Gefängnis für Stasi und Gestapo

Der Vorsitzende des Vereins Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis, Jürgen Renz, nannte die Übergabe des Förderbescheids einen "Meilenstein für unsere Entwicklung". Der Verein setzt sich seit 2011 für den Bau einer Gedenkstätte ein. Der Gedenkort an einer Außenmauer war 2017 errichtet worden. Zur Zeit des Nationalsozialismus diente das Gefängnis der Gestapo zur Inhaftierung politischer Gegner und der Verfolgung Chemnitzer Juden.

Ein Mann steht vor einer Mauer
Jürgen Renz, Vereinsvorsitzender Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. Der Verein setzt sich seit 2011 dafür ein, auf dem Gelände der ehemaligen Haftanstalt Kaßberg in Chemnitz einen Lern- und Gedenkort einzurichten Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Nach 1945 bezog der sowjetische Geheimdienst dort Quartier. Später diente es als Stasi-Gefängnis. Von 1963 bis 1989 wurde vom Kaßberg aus der Freikauf von rund 30.000 DDR-Bürgern durch den Westen organisiert. Im Herbst 2022 soll der Lernort für Demokratie auf dem Chemnitzer Kaßberg dann seine Türen dauerhaft für Besucherinnen und Besucher öffnen.

Quelle: MDR/bj/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.10.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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