11.02.2020 | 17:48 Uhr Klapperbrunnen in Chemnitz zur Sanierung abgebaut

Bauarbeiten am Klapperbrunnen Chemnitz
Am Dienstag wurde der Klapperbrunnen für eine Sanierung demontiert. Bildrechte: Harry Härtel

Fast 50 Jahre lang hat der Klapperbrunnen des Bildhauers Johannes Belz am Chemnitzer Busbahnhof gesprudelt.Vor zwei Jahren wurde er stillgelegt. Am Dienstag wurde der Brunnen nun für eine anstehende Sanierung demontiert.

Eine besondere Rolle spielt bei der Sanierung der Augustusburger Bildhauer Erik Neukirchner. Er wird die einzelnen Teile des Brunnens begutachten und ein Sanierungskonzept sowie einen Kostenvoranschlag erstellen. "Wenn man in Betracht zieht, dass er 50 Jahre seinen Dienst verrichtet hat, dann staune ich jedes Mal in welchem guten Zustand er eigentlich ist", sagt Neukirchner nach einer ersten Untersuchung. Am Brunnenkörper seien demnach nur wenige Schäden zu finden.

Bewegliche Schalen haben die größten Schäden

"Die größten Beschädigungen sind tatsächlich an den beweglichen Schalen", so der Bildhauer. "Die muss ich dann aber auch wirklich demontieren und auseinandernehmen, um mir ein Bild zu machen, wie der Restaurationsweg aussehen könnte." Der statische Teil des Brunnens ist fast fünf Meter hoch und wurde am Dienstag in das Atelier des Bildhauers transportiert. Die beweglichen Teile befinden sich schon seit Januar in seiner Obhut.

Klapperbrunnen Chemnitz
Fast 50 Jahre lang hat der Klapperbrunnen des Bildhauers Johannes Belz am Chemnitzer Busbahnhof gesprudelt. Schon vor zwei Jahren wurde der Brunnen stillgelegt. Bildrechte: Harry Härtel

Für Neukirchner hat der Brunnen auch eine ganz persönliche Bedeutung. Der Bildhauer Johannes Belz war sein Großvater. "Das macht das Ganze natürlich noch ein bisschen emotionaler", sagt Neukirchner. Seinen Großvater, der 1976 starb, hat er nie kennengelernt. "Mein Großvater war so etwas wie eine mythische Figur", sagte er. "Ich erinnere mich an Spaziergänge mit meiner Mutter durch die Stadt. Und da hieß es dann immer: 'Schau mal, das ist vom Opa und das ist vom Opa.'"

Publikumsliebling Klapperbrunnen

Die Chemnitzer lieben den Klapperbrunnen. Allein als er die mobilen Teile abgebaut habe, sagt Neukirchner, seien mindestens vier Menschen auf ihn zugekommen und hätten fragten, was aus dem Brunnen werden würde und ob er eine Berechtigung für den Abbau habe. "Der Brunnen hat so viel Sympathie bei der Bevölkerung und das hat mich mit Freude erfüllt", so Neukirchner. "Das zeigt, dass da ein Kunstwerk einfach geliebt wird. Und das ist eigentlich die schönste Wertschätzung, wenn ein Werk derartig angenommen und derartig gewollt ist."

Seinen Namen erhielt der Klapperbrunnen von dem typischen Geräusch, das er machte. Das Wasser floss aus Metallkugeln in riesige, zum Teil bewegliche Kupferschalen. Wenn diese vollgelaufen waren, kippten sie das Wasser nach vorn im Schwall aus und schnappten zurück.

Quelle: MDR/al/jh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.02.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

2 Kommentare

Manfred vor 31 Wochen

Das wird leider nicht passieren, da kommt ein Brunnen der Stadtoberen hin...
Eigentlich gibts heute in Chemnitz schon einige schöne Brunnen, nur leider funktionieren die wenigsten, angeblich wegen Geldmangel. Man kann nur hoffen das nicht irgend eine Ausrede, das erneute Aufstellen des Klapperbrunnens verhindert. Wir fahren sehr gerne nach Ehrwald am Fusse der Zugspitze in Östereich, dort gibt es für den kleinen Ort, prozentual gesehen wesentlich mehr Brunnen und ALLE funktionieren und bereichern den Ort.

Maschinist vor 31 Wochen

An seinem angestammten Ort, stand er in den letzten Jahren etwas ins Abseits geraten.
Ich hätte ihn gern auf dem Marktplatz gesehen.

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen