Gartensparte 2.0 Kleingärtner in Jahnsdorf mit eigenem WLAN

Schrebergärten sind bislang als Erholungsort bekannt, in denen Entspannung und Flucht vom Alltagsstress gesucht wird. Moderne Technik sucht man hier meist vergebens. Doch in der Kleingartenanlage "Adorfer Straße" in Jahnsdorf hält nun die Zukunft Einzug.

Ein junger Mann bringt eine WLAN-Antenne an einer Gartenlaube an.
Alexander Krauß will seine Gartensparte fit für die Zukunft machen. Bildrechte: MDR/Georg Ulrich Dostmann

Natur und Internet - passt das zusammen? Wenn es nach dem Plan von Alexander Krauß geht, dann schon. Der 24-Jährige ist der Vorstandsvorsitzende der Kleingartenanlage "Adorfer Straße" in Jahnsdorf und richtet aktuell ein WLAN-Netz für alle 64 Gartenpächter ein. "Die Idee entstand vor cirka einem Jahr", erzählt er und fährt fort: "Damit soll die Gartenanlage insbesondere für jüngere Menschen attraktiver gemacht werden." Notwendig erscheint das zum gegenwärtigen Zeitpunkt eigentlich nicht, denn mittlerweile sind alle Gärten vermietet, obwohl es noch kein WLAN-Netz gibt. "Ich möchte mit dieser Maßnahme aber auch den Verein stärken und interessanter machen. Wenn wir dadurch neue Mitglieder gewinnen, haben die Gartenpächter sowie auch die übrige Bevölkerung einen tollen Anlaufpunkt, um zusammen zu kommen und sich auszutauschen", so Alexander Krauß.

Derzeit verzögert sich die Errichtung des WLAN-Netzes. Ursprünglich sollten bereits im September mehrere Richtfunkantennen an der Fassade des Vereinsheimes angebracht werden. "Dabei sind wir aber auf ein Insektennest gestoßen. Sobald diese mit dem Wintereinbruch in den nächsten Wochen ausziehen, werden wir die Arbeiten fortführen", sagt Krauß.

Preisgeld machts möglich

Schließlich soll ab der kommenden Saison in jedem Garten ein freies WLAN-Netz mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit pro Sekunde verfügbar sein. Die Installationskosten von insgesamt rund 1.000 Euro werden dabei von einem Preisgeld abgedeckt. Stolz berichtet Alexander Krauß: "Der Verein gewann beim diesjährigen simul+ Wettbewerb im Rahmen eines generationsübergreifenden Gartenprojektes ein Preisgeld von 5.000 Euro." Die monatliche Gebühr hingegen soll über eine Rücklage bezahlt werden, die jeder Gartenpächter abführen muss.

Ein junger Mann hält ein Smartphone in die Kamera.
Alexander Krauß ist glücklich. Die ersten Tests verliefen erfolgreich. Bildrechte: MDR/Georg Ulrich Dostmann


Homeoffice und Fußball

Alexander Krauß ist überzeugt von seiner Idee und verdeutlicht nochmals seinen Standpunkt: "Heutzutage ist Internet notwendig, um mehr Freizeitmöglichkeiten zu haben und auf eine andere Art und Weise vom Alltag abzuschalten. Zum Beispiel durch das Anschauen einer Serie." Dass er und sein Kleingartenverein damit Vorreiter sind, bestätigt auch Tommy Brumm, der Präsident des Landesverbandes der Kleingärtner: "Meines Wissens ist es die erste Kleingartenanlage in Sachsen, die ein eigenes WLAN-Netzwerk für alle Pächter zur Verfügung stellt."

Die ersten Mieter freuen sich bereits auf die neuen Möglichkeiten. "Durch das WLAN ist es möglich, dass meine Frau zukünftig einen Teil ihrer Arbeit vom Garten aus erledigen kann", sagt Ronny Reinhold. Der 51-Jährige ist zugleich auch Arbeitseinsatzleiter und möchte das WLAN selber nutzen, um zusammen mit Freunden Fußball schauen zu können.

Quelle: MDR/dos

0 Kommentare

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen