03.07.2019 | 14:00 Uhr Kosmos Chemnitz: Mehr als ein Konzert

Am 4. Juli verwandelt das "Kosmos Chemnitz" die Chemnitzer Innenstadt in ein Festivalgelände. Prominente Musiker wie Herbert Grönemeyer treten auf. Der Eintritt ist frei. Doch das Kosmos bietet auf rund 40 Spielflächen noch viel mehr als Musik. MDR SACHSEN hat sich einige Akteure einmal genauer angeschaut.

Kosmos in Chemnitz
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Am 4. Juli verwandelt das "Kosmos Chemnitz" die Chemnitzer Innenstadt in ein Festivalgelände. Prominente Musiker wie Herbert Grönemeyer, Alligatoah und Tocotronic werden an diesem Tag kostenlos auftreten. Das "Kosmos" versteht sich als Fortsetzung des "Wir sind mehr"-Konzertes vom vergangenen September.

Unter dem Titel "Kosmos Chemnitz - Wir bleiben mehr" wollen die Veranstalter Musik mit vielen anderen Programmpunkten verknüpfen, um eine offene Gesellschaft zu zeigen. Organisiert wird das Festival von der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH, der Band Kraftklub und der Agentur Landstreicher Booking.

Der Name des Festivals ist eine schöne Verbindung zum Kosmonaut und Kosmos hat auch etwas mit Raum zu tun. Zum Schluss geht es ja darum, wie gehen wir mit dem öffentlichen Raum, dem städtischen Raum um. Mit Kosmos, der ja grenzenlos ist, gehen ganz viele Lampen an und wir wollen am 4. Juli insbesondere erreichen, dass wir nicht zu schnell an diese Grenzen stoßen.

Sören Uhle Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH

Lokale Akteure aus vielen künstlerischen Sparten, aus der Musik, dem Sport und der Wirtschaft präsentieren gemeinsam ein Programm aus Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, Panels und Diskussionen auf mehr als 40 Spielflächen in der Chemnitzer Innenstadt. Einige dieser Akteure und ihr Beitrag zum "Kosmos" werden im Weiteren vorgestellt.

Kunstfestival Begehungen

Peter Peak Kosmos Chemnitz
Der Leipziger Künstler Peter Piek vor einigen seiner Werke Bildrechte: Peter Piek

Das Kunstfestival Begehungen hat sich für das "Kosmos" etwas Besonderes einfallen lassen: Der Leipziger Künstler Peter Piek wird bei einer Kunstperformance zwölf Menschen bemalen, die dann als lebendes Kunstwerk über das "Kosmos" laufen. "Es ist wichtig für die Begehungen, dass verschiedene Kunstarten vereint werden", sagt Kunstfestivalleiter Frank Weinhold. Schon beim Bemalen wird Peter Piek mit einer Choreografie arbeiten. Und auch wenn das lebende Kunstwerk über das Festival läuft, sollen sich die einzelnen Akteure nach Vorgaben des Künstlers bewegen oder die Plätze wechseln. "Dabei entsteht ständig ein neues Bild", so Weinhold. Bemalt würden die Menschen aber nicht auf der Haut, sondern auf ihrer Kleidung.

"Das 'Kosmos' soll widerspiegeln, was im Kosmos Chemnitz herumfliegt und wir wollten natürlich ein Teil davon sein", erklärt Weinhold. Außerdem wäre es eine gute Gelegenheit, die Menschen auf das im August stattfindende Kunstfestival aufmerksam zu machen.

Bandbüro Chemnitz

Fünf Herren stehen auf der Treppe zum Eingang des Bandbüros Chemnitz..
Bildrechte: Bandbüro Chemnitz

Das Bandbüro Chemnitz tritt in unterschiedlicher Form beim "Kosmos" in Erscheinung. Zum einen wird Jörg Braune vom Bandbüro an der Diskussionrunde "Music cities – Die soziale Inklusion einer Stadt stärken durch Musik" teilnehmen. "Ich bin schon sehr gespannt darauf, da schon seit den 1960er-Jahren diskutiert wird, ob Musik eine soziale Wirkung haben kann", sagt er. Zum anderen bietet das Bandbüro mit seinem mobilen Kinderproberaum die Möglichkeit, dass Kinder verschiedene Instrumente ausprobieren können.

Die Verbindung zum "Kosmos" war unkompliziert, da die Band Kraftklub im Musikkombinat des Bandbüros proben. "Die Chemnitzer Musikszene ist auch sehr kooperativ", sagt Braune. Dem Bandbüro sei es sehr wichtig sich in der Auseinandersetzung mit dem rechten Rand zu zeigen. Braune sieht dabei die Gefahr, dass die Mitte der Gesellschaft nach rechts kippt. "Es sieht oft so aus, als ob Rechte die Straße beherrschen und deswegen ist es für uns wichtig, bei jeder Gelegenheit bei Veranstaltungen auch mitzumachen."

Arthur e.V.

Der Arthur e.V. richtet im Rahmen des "Kosmos" den Workshop "Zum Beispiel: Menschenrechte" aus. Das Projekt richtet sich vor allem an Schulen. Am 4. Juli nehmen Jugendliche aus der 9. bis 11. Klasse des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums aus Chemnitz an dem Workshop teil. Es gehe um die Aufklärung über Kinder- und Menschenrechte mit besonderem Augenmerk auf das Recht auf Diskriminierungsfreiheit, erzählt Susann Neuenfeld vom Arthur e.V. Dabei werde mit spiel- und theaterpädagogischen Methoden gearbeitet. Beispiele aus der Lebenswelt der Jugendlichen sollen eine Rolle spielen.

Der soziokulturelle Verein ist froh, seine Arbeit mal außerhalb des eigenen Hauses zeigen zu können. Auch als Beispiel, welche politischen Bildungsangebote es in der Stadt gibt. "Es ist auch eine gute Gelegenheit für die Schüler, raus aus der Schule und rein in den Kosmos zu kommen", sagt Neuenfeld.

Niners Chemnitz meet Kraftklub

Auch die Basketballer der Niners Chemnitz haben sich für das Kosmos ein besonderes Highlight überlegt: Auf dem Basketballplatz an der Haase-Fabrik wird ein Spiel unter dem Motto "Ballers meet Music" ausgetragen. Mit dabei sind unter anderem die Profi-Basketballer Malte Ziegenhagen und Robin Lodders, Felix und Karl von Kraftklub, Leichtathlet Max Heß und Philipp von der Band Milky Chance. "Am Ende wollen wir die Teams ein bisschen durchmischen, sodass auf beiden Seiten ein paar Basketballprofis, ein paar Musiker und ein paar andere Sportler dabei sein werden", erzählt Matthias Pattloch, Pressesprecher der Niners.

Das Kosmos wäre eine ganz besondere und bunte Veranstaltung für die Stadt Chemnitz. "Und da wollten wir als Niners natürlich nicht fehlen und dachten, der Sport muss sich auch ein bisschen zeigen, vor allem der Basketball", so Pattloch.

Filmnächte Chemnitz

Michael Claus, Festivalleiter der Filmnächte Chemnitz
Michael Claus, Festivalleiter der Filmnächte Chemnitz Bildrechte: MDR/Anett Linke

Die Filmnächte Chemnitz eröffnen ihre Saison am 5. Juli. Doch für das "Kosmos" gibt es schon eine inoffizielle Filmnächtegeneralprobe. Gezeigt werden drei Kurzfilme vom Y-Kollektiv mit einer anschließenden Podiumsdiskussion. "Die Kurzfilme setzen sich kritisch mit unserem modernen Leben auseinander", erklärt der Festivalleiter der Filmnächte, Michael Claus. "Es ist wichtig, auch mal aus seinem eigenen Kosmos auszusteigen und die Filterblase zu verlassen, um mal nach rechts und links zu gucken." Die Podiumsdiskussion sei dann dazu da, die Motivation der Filmschaffenden zu verstehen, die Filme einordnen zu können und Fragen zu klären.

"Für uns war es selbstverständlich, an dem Ereignis teilzunehmen, was die ganze Chemnitzer Innenstadt erfasst und auch beleben soll", sagt Claus über die Teilnahme am "Kosmos". Das sei auch das, was die Filmnächte möchten: Kulturangebote in der Innenstadt zu schaffen für eine breite Zielgruppe.

Chemnitzer Stadtgeschichten

Auch die Chemnitzer Stadtgeschichten präsentieren sich auf dem "Kosmos". Im Rahmen des 875. Stadtjubiläums 2018 wurde zu einem Chemnitz Geschichtenwettbewerb aufgerufen. Daraus entstand ein Buch, das im Mai letzten Jahres veröffentlicht wurde. Aus diesem werden Ausschnitte in einer Collagelesung präsentiert. "Es geht um die Höhepunkte der Chemnitzer Geschichte und auch wie Jung und Alt in Chemnitz leben", erzählt Ulrike Brummert, eine der Organisatorinnen der Chemnitzer Stadtgeschichten. Aus jedem der 34 Texte des Buchs werden Passagen präsentiert.

Beim "Kosmos" seien sie dabei, weil es perfekt zu ihnen passt. "Es geht ja darum, was es alles in Chemnitz gibt und wir zeigen sowohl die Chemnitzer Geschichte als auch die Alltagsgeschichten", so Brummert.

Cluster Automatisiertes Fahren

Aus der Wirtschaft präsentiert sich das Cluster Automatisiertes Fahren, das aus den Firmen Baselabs, FDTech, FusionSystems, IAV, Intenta und Naventik besteht. Die Firmen haben ein vielfältiges Programm erarbeitet. Neben mehreren Podiumsdiskussionen und Infoständen der Firmen wird es auch die Möglichkeit, geben Livedemonstrationen des automatisierten Fahrens zu erleben.

"Mit dem gemeinsamen Auftritt geht es uns vor allem darum, die Chemnitzer darüber zu informieren, wie die lange Automobilgeschichte der Stadt darin weitergeführt wird und welchen Stellenwert die Unternehmen durch ihren Erfolg bei Kunden mittlerweile auch für die Stadt haben", sagt die Firma Baselabs über den Grund der Teilnahme. Außerdem sollen die Besucher die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und auch ihre Bedenken zu dem Thema zu äußern. "Wir möchten als Wirtschaftsrepräsentanten dazu beitragen, Chemnitz als eine Stadt zu zeigen, die viele Perspektiven für deutsche und internationale Mitarbeiter bietet", so Baselabs.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.07.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

05.07.2019 08:31 Paul 6

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
B. Brecht

05.07.2019 06:43 Hans 5

Schämt euch beim MDR euch dafür so anzubiedern
Ekelhaft

04.07.2019 17:19 Chemnitzer 4

Eine Veranstaltung in der Woche?

Für welche Zielgruppe soll diese denn sein? Sicher nicht für berufstätige Leute die früh wieder raus müssen.

Feste sollten nicht politisch instrumentalisiert werden.

Man sieht eindeutig wohin es hier wieder geht.

kotzt mich nur noch an was hier in Chemnitz los ist

04.07.2019 14:53 D.o.M. 3

@Sachse43 2:
Gegenfrage: Wer sonst ?

04.07.2019 13:06 Sachse43 2

Zahlt eigentlich dies alles der Steuerzahler?

04.07.2019 11:49 mare nostrum 1


W U N D E R B A R .

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen