MDR-Thementag Chemnitz und die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europa 2025

Das Rennen um den Titel "Kulturhauptstadt Europa 2025" geht in die letzte Runde. Am 21. September müssen die verbliebenen fünf deutschen Interessenten ihr überarbeitetes Bewerbungsbuch abgeben. Neben Deutschland stellt Slowenien 2025 die Europäische Kulturhauptstadt. MDR SACHSEN schaut auf den sächsischen Kandidaten: Chemnitz.

Altes und Neues Rathaus in Chemnitz
Bildrechte: imago images/Rainer Weisflog

Die Bewerbung

Anfang 2019 hat der Chemnitzer Stadtrat der Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 zugestimmt. Im September des gleichen Jahren endete die Bewerbungsfrist. Zum Jahresende erreichte Chemnitz den ersten Etappensieg: Die Stadt ist auf der Short List der deutschen Jury gelandet. Seitdem wird eine detaillierte Bewerbungsmappe, das sogenannte "BidBook", für die europäische Jury erarbeitet. Die Unterlagen wurden Ende September in Berlin abgegeben und sind auch öffentlich einsehbar.

Das sind die nächsten Schritte im Auswahlverfahren:

  • 22. Oktober 2020: virtueller Empfang der europäische Jury zum digitalen Besuch in der Stadt
  • 26. Oktober 2020: digitale Präsentation der Bewerbung vor der europäischen Jury
  • 28. Oktober 2020: Entscheidung der europäischen Jury

Die Jury

Die europäische Jury setzt sich aus zehn Personen zusammen. Folgende Institutionen benennen die Mitglieder:

  • Europäisches Parlament (3 Mitglieder)
  • Rat der Europäischen Union (3 Mitglieder)
  • Europäische Kommission (3 Mitglieder)
  • Ausschuss der Regionen (1 Mitglied)

Die Konkurrenten

Im Rennen um den Titel "Kulturhauptstadt Europa 2025" sind neben Chemnitz noch vier weitere deutsche Städte Magdeburg, Hildesheim, Nürnberg und Hannover.

Insgesamt hatten sich acht deutsche Städte um den Titel beworben. Nach der ersten Bewerbungsrunde sind Dresden, Zittau und Gera jedoch ausgeschieden.

Neben Deutschland stellt 2025 auch Slowenien eine Kulturhauptstadt. Der Sieger im nationalen Bewerbungsverfahren wird im Dezember bekannt gegeben.

Kulturhauptstadt - was ist das eigentlich?

Seit 1985 wird regelmäßig der Titel "Kulturhauptstadt Europas" verliehen. Jeweils zwei oder drei europäische Städte tragen den Titel zeitgleich für ein Jahr. Mit der Initiative will die Europäische Union nach eigener Aussage unter anderem den Reichtum und die Vielfalt der Kulturen in Europa in den Mittelpunkt stellen. Sie soll weiterhin bei den Europäern das Gefühl stärken, einem gemeinsamen Kulturkreis anzugehören und kulturelle Beiträge zur Stadtentwicklung unterstützen.

Die Stadt Chemnitz sieht den Titel weniger als Zustand, sondern mehr als Prozess. Ausschlaggebend ist ihrer Ansicht nach ein schlüssiges Konzept, wie die Kultur zum Motor der Stadtentwicklung gemacht werden kann. Am Ende soll aus einer Stadt in Europa eine europäische Stadt werden.

Es geht es nicht um ein Fest für 365 Tage, sondern um eine nachhaltige Strategie mit einjährigem Zwischenhoch.

Stadt Chemnitz Bewerber Kulturhauptstadt 2025

Das Auswahlverfahren

Die Europäische Union bestimmt pro Austragungsjahr mindestens zwei Länder, die je eine Kulturhauptstadt ernennen. Sechs Jahre vor dem jeweiligen Kulturhauptstadtjahr beginnt die Bewerbungsphase in den ausrichtenden Ländern. Es folgt ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren. Eine Jury schlägt schließlich eine Stadt vor, die vom Rat der Europäischen Union zur Kulturhauptstadt ernannt wird.

Das waren die Kulturhauptstädte der letzten fünf Jahre

Jahr Stadt Land
2020 Rijeka Kroatien
  Galway Irland
2019 Plovdiv Bulgarien
  Matera Italien
2018 Valletta Malta
  Leeuwarden Niederlande
2017 Pafos Zypern
  Aarhus Dänemark
2016 Breslau Polen
  Donostia-San Sebastián Spanien

Deutsche Kulturhauptstädte waren bereits West-Berlin (1988), Weimar (1999) und Essen (2010).

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 21.09.2020 | 19:00 Uhr

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