Kulturprogramm Was Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025 plant

Jahrelang hatte Chemnitz auf diesen Moment hingearbeitet, am Mittwoch war es soweit: Chemnitz setzt sich gegen seine Mitbewerber durch und wird Kulturhauptstadt Europas 2025. Es gab lautstarken Jubel und Freudentränen. Doch mit welchen Inhalten hat sich Chemnitz den Sieg geholt? Und wie geht es nach dem Freudentaumel weiter? MDR SACHSEN hat die wichtigsten Inhalte zusammengefasst.

Transparente werben für Chemnitz als Kulturhauptstadt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach der Entscheidung für Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025 will die Stadt neue Strukturen schaffen. Man werde sofort mit der Umsetzung beginnen, sagte der Leiter des Kulturhauptstadt-Projekts Ferenc Csák. Demnach werde es so schnell wie möglich Gespräche mit Land und Bund zur Finanzierung geben. Der Freistaat hat für den Fall des Sieges 20 Millionen Euro zugesagt. Darüber hinaus werde eine Kultur-GmbH gründet.

Bürgerbeteiligung und Einbeziehung

Gepunktet habe die Bewerbung vor allem mit ihrer großen Bürgerbeteiligung, ist Kulturbotschafterin Nicole Oeser überzeugt. Sie hat mit neun anderen die Abschlusspräsentation am Montag vor der Jury gehalten. "Wenn man denkt, dass man den großen Teil der Arbeit geschafft hat, indem man den Titel gewonnen hat, ist man auf dem Holzweg", sagt Oeser. Jetzt beginne die richtige Arbeit. Viele Projekte würden auch schon vor dem Jahr 2025 beginnen. So soll zum Beispiel die alte Hartmann-Fabrik saniert und zum Ausgangspunkt für die Akademie der Autodidakten und zum wissenschaftlichen Zentrum im Bereich Rechtsextremismus werden.

Garagen als individuelle Werkstätten

"In einem unsere Projekte wollen wir 3.000 Garagen in der Region und ganz Europa öffnen", erzählt Oeser. Dabei gehe es zum einen um Fundstücke, die in den Garagen verborgen sind und zum anderen um die kreative Umnutzung.

Die Garage als Schatztruhe
Gemeinsam mit dem Figurentheater Chemnitz sollen aus den persönlichen Fundsachen und Geschichten kleine Figurentheater-Stücke entwickelt werden, die auf der Bühne einer mobilen Garage aufgeführt werden. Zugleich werden die Gegenstände und Stories via Instagram gesammelt, um auch digitale Geschichten zu erzählen.

Die "Garage der Autodidakt*innen"
In Zusammenarbeit mit der Bauhaus Universität Weimar soll eine Design- und Kunstschule für junge, enthusiastische Menschen entstehen. In der "Garage der Autodidakt*innen" sollen künstlerische Bildungsprogramme in den Bereichen Material und Werkzeuge, Farben und Kompositionen oder Kulturmanagement angeboten werden.

Parade der Apfelbäume

Für die "Parade der Apfelbäume" sollen 4.000 Apfelbäume von 2.000 verschiedenen Sorten quer durch ganz Chemnitz gepflanzt werden. Jeder einzelne Baum soll von einer Patin oder einem Paten gesponsert und gepflegt werden, der dort auch internationale Gäste empfängt und Gastgeber oder Gastgeberin für kulturelle Events wird. Verschiedene Events vom Apfelblütenfest bis zum Slow Food Movement mit den besten Apfelkuchenrezepten sollen das Thema begleiten. Außerdem soll die interaktive Gaming-App "Go Apple go", die auf Pokémon Go basiert, entwickelt werden und Bildungsaspekte über Nachhaltigkeit, Ressourcen und Migration bieten.

Ein Online Artikel mit Text und Bild
Einblick in das Bidbook 2 der Chemnitzer Kulturhauptstadtbewerbung Bildrechte: Stadt Chemnitz

Die Autodidakten

Die Kunstsammlungen Chemnitz widmen von 2022 bis 2025 Autodidakten und Autodidaktinnen eine große Ausstellungsserie: von Frida Kahlo über Henry van de Velde bis Edvard Munch. In allen drei Ausstellungen soll mit Künstlicher Intelligenz experimentiert werden. Begleitend soll es ein Künstler-in-Residenz-Programm im Bereich der bildenden Künste, der Musik, der Literatur und des Films geben. Die Residenz ist ab 2021 zweimal jährlich für drei Monate geplant.

Europäische Friedensfahrt

Das berühmteste Amateur-Radrennen des Ostens kommt zurück – und feiert die Fahrradsport-Begeisterung der Region. Das Rennen startet 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Pilsen (Europäische Kulturhauptstadt 2015), passiert den Korridor, in dem 1945 die amerikanischen auf die sowjetischen Truppen trafen und endet nach zwei Tagen und 170 Kilometern in Chemnitz. Entlang der Strecke soll es ein breites Kulturprogramm geben.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.10.2020 | 14:30 Uhrim Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Halo- Erscheinung mit Zirkumzenitalbogen und Nebensonnen, in der Luft glitzern die Eiskristalle, auf dem Weg zum Fichtelberg, Kurort Oberwiesenthal. 1 min
Bildrechte: IMAGO

Mehr aus Sachsen