18.05.2019 | 15:30 Uhr Kunstautomat im Kompott Chemnitz

Am Sonnabend haben Künstler unter dem Titel "Kunst im Kompott" ihre Werke in einem leerstehenden Haus des Wohn- und Kulturprojekts Kompott präsentiert. Es wurden Skulpturen, Prints, Aquarelle und Fotografien gezeigt.

Surrealistisches buntes Gemälde.
René Dicarlo stellt bei Kunst im Kompott zum ersten Mal aus. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

"Kunst im Kompott" hieß es am Sonnabend in Chemnitz. Lokale Künstler präsentierten ihre Werke in einem leerstehenden Haus des Wohn- und Kulturprojekts Kompott. Gezeigt wurden Auquarelle, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien.

"Wir hatten Lust, unbekannte Künstler zu fördern und ihnen Räumlichkeiten zum Ausstellen zu geben", erklärt Katja, eine der Hauptorganisatoren. Und Räume zum Ausstellen gibt es hier mehr als genug. "Wir haben gerade ein Zeitfenster, wo wird das Haus nutzen können. Es wird bald saniert", so Katja.

Tolle Gelegenheit für lokale Künstler

Die Künstler freuen sich über die Gelegenheit. "Ich habe bisher noch nie ausgestellt, meine Kunst nur zuhause in der Wohnung gesammelt", sagt René Dicarlo. "Es ist toll, dass ich hier so unklompiziert die Gelegenheit bekomme, den Leuten meine Bilder zu zeigen." Seine Bilder sind meist surrealistisch und fantasiereich. "Das Gebäude mit den bröckelnden Tapeten passt super dazu." Allerdings hat er "seinen" Raum vor einigen Tagen noch gestrichen, da ein großes Gaffitti doch zu sehr von den Bildern abgelenkt hätte.

Bunte Ausdrucke einer tanzenden Frau im Scheinwerferlicht.
Die bunten Prints von Maria Costantino zeigen oft Frauenfiguren. So auch bei den ausgestellten Werken bei Kunst im Kompott. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Maria Costantino freut sich vor allem darüber, mit so vielen verschiedenen Künstlern in Kontakt zu kommen. "Alle wuseln in der Stadt rum und machen ihr eigenes Ding, da ist es schön sich kennenzulernen und zu vernetzen", sagt sie. Ihre Zeichnungen zeigen vor allem Frauenfiguren, die auch ihre eigenen Identifikationsfiguren sind. "Ich möchte aber gar nicht so viel dazu sagen. Die Besucher sollen selbst etwas in den Bildern entdecken können." Costantino hat bereits bei anderen Gelegenheiten ausgestellt.

Künstler mögen den Charme der Baracke

Auch Nadja Vogel, Künstlername Felis, stellt nicht zum ersten Mal aus. Ihr gefällt der "Charme der Baracke" und dass "jungen Künstlern hier Raum gegeben wird". Sie nutzt die Kunst, um aktuelle Themen zu verarbeiten und als Einstieg zum Dialog. Sie malt vor allem Aquarelle mit Fantasythemen. Ähnlich wie Maria Costantino möchte aber auch sie die Kunst mehr für sich selbst sprechen lassen.

Kunstwerke der Künstlerin Felis.
Nadja Vogel nutzt den Künstlernamen Felis und versucht seit einem Jahr ihre Kunst professioneller werden zu lassen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Marc Kaettniß ist der einzige ausstellende Künstler, der auch im Kompott wohnt und dort sein Atelier hat. Er zeigt Skulpturen von surrealistischen Tiefseefischen. "Fische kommen aus dem Wasser und sind somit die ursprünglichste Lebensform", erklärt er sein Interesse. Im Gegensatz zu den meisten anderen Künstlern hier hat er Kunst in Nürnberg und Dresden studiert und auch schon in beiden Städten und in Waren an der Müritz ausgestellt. Leben kann er aber von der Kunst nicht.

Skulptur eines Tiefseefischs.
Marc Kaettniß zeigt mehrere Tiefseefisch-Skulpturen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Ein Zigarettenautomat wird zum Kunstautomaten

Ein besonderes Highlight für die Verantwortlichen ist die Enthüllung des Kunstautomaten, die Sonnabendnacht stattfinden soll. Der Kunstautomat ist ein alter Zigarettenautomat, der an der Bar des Clubs "Zukunft" hängt. "Hier können sich die Leute kleine Souveniers kaufen", erzählt Katja. Das Projekt ist ihr ein Herzensanliegen. Sie wolle das schon lange machen und nun ist es soweit. Was man aus dem Automaten zieht, ist eine Überraschung, aber auf jeden Fall Kunst. "Ich weiß selbst nicht genau, was die Künstler alles reingetan haben", lacht Katja.

Eine Besonderheit hat der Automat allerdings: Er wird noch mit D-Mark betrieben. "Es wäre zu teuer gewesen den Automat auf Euro umzurüsten. An der Bar kann man jetzt für zwei Euro eine Mark kaufen und dann den Automaten benutzen." Die Markstücke hat sie im Internet bestellt, sagt Katja.

Quelle: MDR/al

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