27.09.2019 | 14:21 Uhr Lars Eidinger bringt Chemnitz bei den "Tagen der Industriekultur" zum Tanzen

Barbara Ludwig und Lars Eidinger
Lars Eidinger nutzte die Chance, neben der Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig auch Felix Kummer von Kraftklub kennen zu lernen. "Seit zwei Wochen bin ich ein Fan von Felix", sagt er. "Ich finde, er ist ein intelligenter Typ, ein Poet, der Haltung zeigt." Bildrechte: MDR/Anett Linke

Den meisten Menschen ist Lars Eidinger als Schauspieler bekannt. Am Donnerstag konnten ihn die Chemnitzer jedoch ganz anders erleben. Bei der Eröffnung der "Tage der Industriekultur" legte er als DJ auf. "Ich bin DJ schon genauso lange, wie ich Schauspieler bin", erzählt Eidinger. "Musik war schon immer eine Leidenschaft von mir."

Als die Anfrage kam, in Chemnitz aufzulegen, habe er direkt zugesagt. "Ich war noch nie vorher in Chemnitz, habe aber tolle Erfahrungen in Leipzig gemacht", sagt Eidinger. Seine Entscheidungen als DJ treffe er aus dem Moment heraus. Er wisse vorher nicht, was er spielt. "Ich finde, es ist ein Manko, dass DJs so mit sich beschäftigt sind", sagt er. "Es ist fast ein autistischer Moment und ich möchte es eher gemeinsam mit den Leuten erleben." Bedienen wolle er, wenn möglich, jedes Genre.

Der Auftritt fand in der Tiefgarage des Wirkbaus in Chemnitz statt, die dafür in einen Club verwandelt wurde. Der Chemnitzer Industriekomplex der ehemaligen Schubert & Salzer-Maschinenfabrik galt früher als größtes deutsches Werk für Textilmaschinen und ist damit ein wichtiger Teil der Industriekultur der Stadt. Eidinger brachte an diesem Abend Chemnitzer fast jeder Altersgruppe zum Tanzen.

Vor dem DJ-Set von Lars Eidinger wurde am Donnerstagabend die Ausstellung "Looking forward" im Wirkbau eröffnet. "Alle zwölf Kunstwerke setzen sich mit Umbrüchen auseinander", erzählt Tobias Fischer, Kurator der Ausstellung. "Kunst soll positiv mit anpacken und das wollen wir hier zeigen."

Lars Eidinger schaut sich die Ausstellung an
Lars Eidinger lässt sich von Kurator Tobias Fischer durch die Ausstellung "Looking forward" führen. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Christiane Wittich ist eine der ausstellenden Künstlerinnen. Sie stammt aus Chemnitz und nutzt für ihre Kunstwerke oft moderne Technik. "Ich versuche die Poesie der Natur einfach umzusetzen", so Wittich. Für sie gehen Industrie und Künstler Hand in Hand. "Es gibt so viele neue Dinge, mit denen man auch als Künstler experimentieren kann."

Christiane Wittich neben ihrem Kunstwerk
Christiane Wittich neben ihrem Kunstwerk aus Reflektoren, dass Schneeglitzern in anderer Form darstellen soll. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Unternehmen öffnen ihre Türen für Besucher

Die 10. "Tage der Industriekultur" bestehen aber nicht nur aus Ausstellungen. Mit der Frühschicht in Unternehmen für Kindergarten- und Grundschulkinder werden die Kleinsten am Freitag spielerisch an technische Themen und Berufe herangeführt. Bei der Spätschicht können dann alle bei Werksführungen einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmen werfen. Rund 80 Unternehmen in Chemnitz, Zwickau und dem Erzgebirge nehmen teil, darunter eine Gießerei, Automobilzulieferer und Holzkunstbetriebe.

"Tage der Industriekultur" 27.09.2019 Frühschicht 08:00 bis 14:00 Uhr

27.09.2019 Spätschicht 14:00 bis 22 Uhr

28.09.2019 Zeitsprung-Tag im Landkreis Zwickau 10:00 bis 18:00 Uhr

28.09.2019 bis 29.09.2019 RAW-Festival in Chemnitz ab 14:00 Uhr

Industriekultur in der Geschichte Chemnitz

Chemnitz war eine der deutschen Pionierstädte der Industrialisierung. Die vielen Fabriken brachten der Stadt Wohlstand und den Namen "Sächsisches Manchester" ein. Chemnitz hat sich zwar gewandelt, steckt aber auch heute noch voller Industriegeschichte. Auf den Industriekultur-Routen kann man die alten Industriegebäude der Stadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken. Zu den "Tagen der Industriekultur" werden einige davon wieder zu neuem Leben erweckt.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 27.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2019, 14:21 Uhr

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