Lehrer aus Chemnitz und den umliegenden Landkreisen haben sich an einer Kundgebung auf dem Johannisplatz beteiligt
3.800 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes nahmen am Mittwoch an der Kundgebung in Chemnitz teil. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Schulausfall Tausende Landesbedienstete demonstrieren in Chemnitz

Am Mittwoch ist der Tarifstreit im Öffentlichen Dienst in die nächste Runde gegangen. Da unter den Demonstranten auch viele Lehrer waren, fiel in den Regionen Chemnitz, Mittelsachsen, Zwickau, im Erzgebirgskreis und Vogtlandkreis an einigen Schulen der Unterricht aus. Am Donnerstag wird der Unterrichtsausfall mehr als 100 Schulen in Dresden und Ostsachsen betreffen.

Lehrer aus Chemnitz und den umliegenden Landkreisen haben sich an einer Kundgebung auf dem Johannisplatz beteiligt
3.800 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes nahmen am Mittwoch an der Kundgebung in Chemnitz teil. Bildrechte: MDR/Anett Linke

3.800 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes sind am Mittwoch zur zentralen Streikkundgebung in Chemnitz auf den Johannisplatz gekommen. An dem ganztägigen Warnstreik beteiligten sich vor allem Lehrer aus Chemnitz und den umliegenden Landkreisen. Doch auch andere Angestellte im Öffentlichen Dienst, zum Beispiel von der Straßenreinigung, legten ihre Arbeit nieder und nahmen an der Kundgebung teil. Die Forderung nach einer Gleichstellung der nichtverbeamteten Lehrer sorgte für viel Zustimmung unter den Streikenden. Mit Transparenten und Trillerpfeifen unterstützten sie die Forderungen der Redner auf der Bühne. Diese sprachen vor allem über die bisher ergebnislos verlaufenden Tarifverhandlungen.

Die Weigerung der Arbeitgeber, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von rund drei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder aktiv mitzugestalten, wirft ein schlechtes Licht auf ihr Verhältnis zu den Beschäftigten.

Hermann-Josef Siebigteroth Vize-Chef der Bundestarifkommission des Deutschen Beamtenbundes

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi fiel an mehreren Schulen der Unterricht aus. Am Dienstag gab es bereits einen Warnstreik in Leipzig. Hier nahmen etwa 3.000 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes an der Kundgebung teil.

Am Donnerstag wird in Dresden und Ostsachsen gestreikt

Am Donnerstag will Verdi den Öffentlichen Dienst in Dresden und Ostsachsen bestreiken. Auch hier werden viele Lehrer unter den Demonstranten sein. An mehr als 100 Schulen werde dabei der Unterricht komplett entfallen, erklärte der Sächsische Lehrerverband. An vielen weiteren Schulen solle es zu einzelnen Ausfällen kommen. Die Eltern der betroffenen Schulen wurden darüber per Brief informiert und ein Notdienst für die Betreuung der Schüler wird gewährleistet.

Auch die Mitarbeiter der Landesdirektion, des Statistischen Landesamts, der Landtagsverwaltung, der Landestalsperrenverwaltung und der TU Dresden wurden zum Streik am Donnerstag aufgerufen. Beamte dürfen nicht streiken, sollen die Aktionen aber mit "aktiver Mittagspause" unterstützen. Die Mehrheit der Streikenden werden aber Lehrer sein, so die Einschätzung der Gewerkschaft Verdi. Die zentrale Kundgebung wird in Dresden stattfinden.

Grund für die Streiks ist die derzeit laufende Tarifverhandlung für den öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung um sechs Prozent, mindestens aber um 200 Euro monatlich. Angestellte Lehrer sollen am Monatsende außerdem genauso viel verdienen wie ihre verbeamteten Kollegen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL| 13.02.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2019, 16:53 Uhr

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10 Kommentare

14.02.2019 00:53 @die Neidhammel 10

Immer die gleiche dumme Diskussion, wer Lehrer haben will muss dafür zahlen oder seine Kinder selbst unterrichten. Der "normale" unstudierte Arbeiter kann natürlich nicht soviel wie ein Ingenieur, Arzt oder Lehrer verdienen. Und im Schnitt 2,5% mehr Lohn pro Jahr gleichen nur die Inflation aus. So what?

13.02.2019 20:25 Sachse43 9

@7: Umso schlimmer.
Im übrigen kann nicht jeder alles werden, sollte bekannt sein.

13.02.2019 20:20 Paule 8

Hat diese Stadt nicht schon genug Negativschlagzeilen. Nun auch noch die Lehrer.

13.02.2019 19:37 Robert Paulson 7

@Sachse43: Hattest Du diese "Frage" nicht schon ganz oft gestellt, und ganz oft diese Antwort erhalten?
angestellter Lehrer, Sachsen, E13-Stufe1 = 3672.02 € brutto
google hilft...
einfach mal probieren: google, "Lehrer Seiteneinsteiger Sachsen", Formular runterladen, morgen bewerben, los geht es. Noch nie war es einfacher, an dieser überbezahlten und unterfordernden Job zu kommen.

Ansonsten: immer her mit Deinen Ideen zur Personalgewinnung. In Sachsen fehlen tausende Lehrer, werden von Seiteneinsteigern ersetzt... die Zahlen der Neueinstellungen zeigen es: 50% sind keine ausgebildeten Lehrer. Bitte, erleuchte uns, wie besetzen wir die Stellen, um Wissen, Werte und Kompetenzen zu vermitteln? Stundenausfälle zu verhindern? Integration und Inklusion? Im Konkurenzkampf mit 15 anderen Bundesländern, die alle das gleiche Problem haben? Lohnkürzungen sind bestimmt keine gute Idee, ebenso wie die Erhöhung des Stundendeputats.
Aber Du bewirbst Dich morgen, ja?

13.02.2019 19:26 Baldur von Ascanien 6

Schön wenn man als Druckmittel das gemeine Volk hat. Die schon immer am meisten am Staat partizipieren können den Hals nicht voll bekommen. Für jeden Pups gibt es einen Bonus für die im öffentlichen Dienst arbeitenden, angefangen von Versicherungen etc. Die sollten sich bitte einmal an den Reallöhnen der "normal" Arbeitenden orientieren. Das sind Jene die nachher die Zeche für die kampferprobten Gewerkschaftskämpfer bezahlen.

13.02.2019 18:40 Theo 5

@Sachse43 was von 3000€ Einstieg behaupten, aber dann diese Zahlen fördern???
Die Tarifverträge und damit die Gehälter sind doch transparent einsehbar...

13.02.2019 18:29 Chemnitzer 4

Ich möchte auch kein Lehrer sein,laufend Existenzängste und jährlich auf die Straße gehen
und um Geld betteln.Da ist man als Mindestlohnbezieher gut dran.Also liebe Schüler merkt Euch: Ohne Moos nix los.

13.02.2019 18:09 Sachse43 3

Rote Ballons, wie die Gesinnung der Lehrerschaft in Mehrheit.
Mit 3000 Euro im Monat steigen sie ein und können einfach nicht genug bekommen.
Warum wird das Monatseinkommen eines Lehrers nicht mal beispielhaft genannt?

13.02.2019 18:01 Toni 2

Der Kommentar von Erich ist absolut zutreffend. Keine Ahnung von Rechtschreibung und Ausdruck, aber große Töne raushauen. Armer kleiner Erich, 96geh doch bitte nochmals in die Schule - Donnerstag ist wieder geöffnet.

13.02.2019 15:07 Erich lacht wieder 1

arme Schüler...heute Lehrer-Demo morgen Demo gegen angebliche Faschisten+Rechte und übermorgen Demo gegen Braunkohle...dann schönreden weil Kinder nichts lernen oder ganz weg bleiben,ich glaub das solche Personalien weniger im Kopf haben wie die Schüler und absolut fehl am Platz sind einschl.die sogenannten Gewerkschafter

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