21.06.2019 | 14:16 Uhr "Marx Mobil": Mit der Rikscha über den Sonnenberg Chemnitz

Im Rahmen des Projekts "Marx Mobil" sind Johanna Richter und Marcell Hajdu vier Wochen mit der Rikscha über den Chemnitzer Sonnenberg gefahren. Dabei haben sie ihre Fahrgäste über die Mobilität in ihrem Stadteil befragt.

Nino Micklick, Johanna Richter und Marcel Hajdu und ihre Rikscha auf dem Sonnenberg
Nino Micklick, Johanna Richter und Marcel Hajdu und ihre Rikscha auf dem Sonnenberg Bildrechte: MDR/Anett Linke

Rund 60 Kilogramm wiegt die Rikscha - und das ohne Fahrgast. "Es war schon sehr sportlich, vor allem, wenn es bergauf ging", erzählt Johanna Richter über die Wochen, in denen sie zusammen mit ihrem Projektpartner Marcell Hajdu mit der Rikscha über den Sonnenberg gefahren ist. Vor fünf Wochen sind die beiden aus Gera nach Chemnitz gekommen, um ein Teil des Projekts "Marx Mobil" zu sein. Sie kennen sich von ihrem Studium in Weimar, wo sie einen Master in Europäischer Urbanistik gemacht haben.

"Wir haben Künstler eingeladen, die hier nach Chemnitz kommen und verschiedende Projekte durchführen werden", sagt Nino Micklich vom Projekt "Marx Mobil". Drei verschiedende Teilprojekte werden bis Oktober auf dem Sonnenberg ablaufen. Über den nächsten Künstler möchte Micklich aber noch nichts verraten. "Das große Ziel wird am Ende sein, einen Stadtratsantrag zu formulieren, um den Sonnenberg auch ein bisschen zu einer Modellregion von urbaner Mobilität zu machen", sagt er.

Projekt "Marx Mobil" "Marx Mobil" ist ein einjähriges Schnittstellen-Projekt mit dem Ziel, nachhaltige Mobilität im Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg zu fördern. Nachhaltige Mobilität meint Alternativen zum eigenen Auto. Entwickelt wurde das Projekt vom Verein ASA-FF e.V.

Auf die Idee mit der Rikscha sind Richter und Hajdu gekommen, da Hajdu in seiner Heimatstadt Budapest schon als Rikscha-Fahrer gearbeitet hat. Dabei habe er gemerkt, dass es eine gute Möglichkeit ist, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, sagt er. Ihre Fahrgäste befragten die beiden über ihre Gewohnheiten: Mit welchem Verkehrsmitteln sind sie unterwegs? Welche Routen nehmen sie auf dem Sonnenberg? Und wie wird der Verkehr wahrgenommen? "Mit dem Nahverkehr sind die meisten Sonnenberger zufrieden und die Fahrradfahrer meiden meist die großen Hauptverkehrsstraßen", ziehen sie ein erstes Fazit.

Wir hatten auch einige Stammgäste, die mehrmals mit uns gefahren sind.

Johanna Richter

"Am Tag sind vielleicht zwei bis drei Leute mitgefahren", sagt Richter. "Aber wir sind noch mit ganz vielen anderen ins Gespräch gekommen", ergänzt Hajdu. Die bunte Rikscha fällt auf und begeistert vor allem Kinder. Gleich ihr erster Fahrgast, Petra, entwickelte sich zum Stammgast und ließ sich zu ihren Physiotherapieterminen fahren.

Ihre Erlebnisse und auch die Erkenntnisse aus den Befragungen stellen die beiden am 29. Juni ab 16 Uhr auf dem Sonnenberg aus. Neben Fotos und Karten der Routen der Sonnenbergbewohner zeigen sie auch einen Haufen Glasscherben, die sie auf ihren Wegen eingesammelt haben. Einen dauerhaften Rikscha-Service wird es auf dem Sonnenberg nicht geben, zu Veranstaltungen soll sie aber weiterhin zum Einsatz kommen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL| 11.06.2019 | 19:00 Uhr

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3 Kommentare

22.06.2019 23:24 mare nostrum 3

@ 1

Solcherlei wispert man auch von den Schwanenteichanlagen des Nachts in einer Kleinstadt an der Zschopau ...

Und doch lebe und schreibe ich zur Freude aller: Hopphopp, auf zum Nachtspaziergang, man/frau lasse sich nichts einreden! :))

22.06.2019 13:51 Sonja 2

@ 1 ja so ist es genau , keiner fast geht dort noch durch diesem Viertel , viel zu gefährlich ! , zu DDR - Zeiten sind wir aber fast stets dort in das Kino gegangen
nie was passiert, naja feines Deutschl. wo wir wohnen war bis jetzt eigentlich stets ruhe s. paar Monaten nunmehr der 3 Einbruch also es geht überall fein los.

22.06.2019 13:35 Sachse43 1

Nachts traut sich keiner mehr alleine über den Sonnenberg, sollte auch mal erwähnt werden.
Chemnitz liegt in dem Land, wo man gut und gerne sicher leben will...

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