29.06.2020 | 05:00 Uhr Prozess wegen zweifachen Mordes in Chemnitz wird fortgesetzt

Ein Schild weist am Eingang zum Justizzentrum in Chemnitz auf den Sitz des Amtsgerichts und der Staatsanwaltschaft hin
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Am Landgericht Chemnitz wird am Montag der Prozess um den Tod zweier Vietnamesen fortgestezt. Angeklagt ist ein 53 Jahre alter Vietnamese. Er soll die beiden Brüder Ende Juli 1995 mit einem Elektrokabel erdrosselt haben. Zuvor hat er sie laut Anklage an Händen und Füßen gefesselt. Zum Prozessauftakt im März schwieg der Beschuldigte und wollte nach Aussage seines Anwalts auch keine Angaben zur Person machen.

Insgesamt sollen in dem Prozess zwei Gutachter und mehr als 20 Zeugen, die inzwischen über die ganze Bundesrepublik verteilt oder gar wieder in Vietnam sind, gehört werden. Wegen der langen Zeit zwischen Tat und Prozessbeginn offenbarten sich bei den ersten Zeugen Erinnerungslücken.

Festnahme des Angeklagten in Prag

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass illegaler Zigarettenhandel und Schutzgelderpressung Hintergrund der Tat waren. Der Angeklagte wollte offenbar in das Geschäft einsteigen. Der heute 53-Jährige war den Angaben zufolge nach der Tat in Tschechien untergetaucht und lebte dort unter falschen Personalien. So konnte er trotz eines Europäischen Haftbefehls nicht gefasst werden. Erst Mitte September vergangenen Jahres wurde er in Prag festgenommen und kurze Zeit später nach Deutschland überstellt.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.06.2020 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio chemnitz

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