Der Mordparagraph 211 ist 2014 in einem Strafgesetzbuch zu sehen.
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Nach Tod der Ex-Freundin Mordprozess gegen 32-Jährigen beginnt in Chemnitz

Weil er seine Ex-Freundin im Schlaf erstochen haben soll, steht ein 32-Jähriger seit Donnerstag in Chemnitz vor Gericht. Am ersten Prozesstag schweigt er zur Tat, spricht aber über die Beziehung.

Der Mordparagraph 211 ist 2014 in einem Strafgesetzbuch zu sehen.
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Am Landgericht Chemnitz hat am Donnerstagvormittag der Prozess wegen Mordes gegen den 32-Jährigen Matthias B. begonnen. Laut Anklage soll der Verdächtige in der Nacht zum 8. Oktober 2018 die 31 Jahre alte Lehrerin mit mindestens 14 Messerstichen in Hals und Nacken getötet haben.

Zum Auftakt des Mordprozesses machte der Deutsche vorerst keine Angaben zur Tat. Dafür schilderte er die Beziehung als harmonisch, nach einer kurzzeitigen Trennung im Jahr 2016 aber als etwas distanziert. Mit der endgültigen Trennung am Tag vor der Tat habe er nicht umgehen können, sagte der Mann.

Der mutmaßliche Mord soll in der gemeinsamen Wohnung des ehemaligen Paares im Chemnitzer Stadtteil Bernsdorf geschehen sein. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einer Beziehungstat aus. Das Opfer soll am Tag vor ihrem Tod mit ihrem Freund Schluss gemacht haben. Der Angeklagte war noch am Tatort festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Bis zum 17. Mai sind am Landgericht Chemnitz bislang vier Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am 23. April fortgesetzt.

Wann wird man wegen Mordes verurteilt?

Um wegen Mordes verurteilt zu werden muss die Tötung eines Menschen vorsätzlich geschehen. Zudem müssen sogenannte Mordmerkmale gegeben sein. Das bedeutet nach Paragraf 211 Strafgesetzbuch (StGB), Mörder ist zum einen, wer einen Menschen aus folgenden Gründen tötet: aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst niedrigen Beweggründen. Zum anderen muss die Begehungsweise laut StGB besonders verwerflich sein: heimtückisch, grausam, mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken. Bestraft werden Mörder mit lebenslanger Freiheitsstrafe, das bedeutet, sie müssen mindestens 15 Jahre ins Gefängnis.

Quelle: MDR/dpa/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.04.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 04. April 2019, 11:01 Uhr

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