Eine Frau spricht in die Mikrofone von Journalisten
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

10.09.2019 | 12:27 Uhr Chemnitzer OB Ludwig tritt bei Wahlen 2020 nicht mehr an

Eine Frau spricht in die Mikrofone von Journalisten
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Barbara Ludwig (SPD), Oberbürgermeisterin von Chemnitz, wird bei den OB-Wahlen im nächsten Jahr nicht wieder antreten. "Zu einer starken Demokratie gehören Kontinuität, aber auch Veränderung. Deshalb ist es an der Spitze der Stadt nach 14 Jahren Zeit für einen Wechsel", erklärte die 57-Jährige während einer Pressekonferenz am Dienstag. Sie wolle sich mit Ablauf ihrer Amtszeit im September 2020 anderen Dingen widmen. "Bis zu diesem Zeitpunkt werde ich weiterhin all meine Kraft und mein Tun meiner Heimatstadt widmen." Zu ihrer Zukunft befragt sagte Ludwig, sie könne sich auch vorstellen, wieder als Grundschullehrerin zu arbeiten. Für ihre politische Zukunft habe sie derzeit noch keinen Plan. Ludwig betonte, dass sie ihre Entscheidung bereits nach ihrer Wiederwahl 2013 getroffen hat. Über einen möglichen Nachfolger wollte sie sich nicht äußern.

Ich habe einen Beruf, nämlich Grundschullehrerin, den ich mit einem gewissen Abstand und einer Anpassungsqualifizierung ausüben kann. Ob was anderes eventuell infrage kommt, darüber mache ich mir dann Gedanken, wenn ich die Zeit dafür habe. Im Moment habe ich den Kopf voll mit anderen Dingen, die mit meinem Job als Oberbürgermeisterin zu tun haben.

Barbara Ludwig Oberbürgermeisterin Chemnitz

Noch kein Wahltermin

Wann die Oberbürgermeisterwahlen stattfinden, steht derzeit noch nicht genau fest. Der erste Wahlgang wird zwischen Mitte Juni und Anfang Juli stattfinden. Ein möglicher zweiter Wahlgang muss vor den Sommerferien erfolgen. Diese beginnen im kommenden Jahr am 20. Juli. Auch in Leipzig wird im kommenden Jahr ein neuer Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin gewählt. Der Stadtrat hat in der vergangenen Woche darüber abgestimmt, dass die OB-Wahl am 2. Februar stattfinden soll. Ursprünglich war der 9. Februar anvisiert.

Lob von Dulig und Kretschmer

"Barbara Ludwig ist eine prägende Persönlichkeit Sachsens und der Stadt Chemnitz. Ihre Verdienste gehen weit über Chemnitz hinaus", betonte SPD-Chef Martin Dulig. Ludwig habe "die parlamentarische Demokratie in Sachsen mit aufgebaut, Wissenschaft und Kunst vorangebracht und die Stadt Chemnitz in die Zukunft geführt". Dulig lobte Tugenden Ludwigs wie Führungsstärke, einen den Menschen zugewandten Politikstil und Mut, große Herausforderungen anzupacken. Sie habe Chemnitz in guten, aber vor allem in schwierigen Zeiten mit einer menschlichen Größe geführt.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) würdigte die SPD-Politikerin: "Mit Barbara Ludwig verbindet mich ein starkes Vertrauensverhältnis. Die Oberbürgermeisterin streitet couragiert für die Interessen ihrer Heimatstadt." Viele wichtige Projekte seien gelungen: "Mir sind viele schöne Momente und Begegnungen in Erinnerung und kritische Situationen, die zu großem Zusammenhalt geführt haben." Kretschmer hatte nach ausländerfeindlichen Übergriffen in Chemnitz im Spätsommer 2018 eine Reihe von Terminen gemeinsam mit Ludwig bestritten.

Stadtfest und CFC bringen Chemnitz in die Schlagzeilen

Ludwig ist seit 2006 Oberbürgermeisterin in Chemnitz. Zuvor war sie von 2004 bis 2006 Ministerin für Wissenschaft und Kunst in Sachsen. Bei ihrer letzten Wahl zum Chemnitzer Stadtoberhaupt hatte Ludwig 63,8 Prozent der Stimmen erhalten.

In den vergangenen Monaten rückte Chemnitz wegen mehrerer Ereignisse in den Fokus. Neben den Ereignissen rund um das Chemnitzer Stadtfest machte die Stadt auch wegen des insolventen Fußballclubs Chemnitzer FC und seinen rechtsgerichteten Fans Schlagzeilen.

Quelle: MDR/ma/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.09.2019 | ab 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2019, 12:28 Uhr

5 Kommentare

DER Beobachter vor 12 Wochen

Ich kann nicht einschätzen, wie tauglich Frau Ludwig war. Die Chemnitzer werden schon wissen, warum sie sie mehrheitlich gewählt haben. Es ist ein schweres Amt in der gegenwärtigen Zerrissenheit der Sachsen. So ist es ja auch schon seit jahren hier in DD. Die Hohlheit, Erbärmlichkeit und Boshaftigkeit der bisherigen Kommentare spricht Bände...

Maschinist vor 12 Wochen

Sie könnte wieder Grundschullehrerin werden.
Auf Macht und Einkommen verzichten.
Plötzlich eine Direktorin vor der Nase haben, die noch kürzlich Ebenen tiefer im Machtgefüge stand?
Das ist lächerlich.
Ich glaube auch nicht, daß sie sonderlich beliebt bei den Chemnitzen ist.
Ich halte sie für eine Opportunistin.

T.S. vor 12 Wochen

In weiser Voraussicht auf eine Niederlage bei der kommenden Bürgermeisterwahl , ist diese Ankündigung nur verständlich. Viele Sätze zu den Ereignissen in Chemnitz ,haben sie Disqualifiziert. Ein "ich stehe hinter den Chemnitzern" hätte der Bürgermeisterin im letzten Jahr besser gestanden. Die Verdienste,die ein Herr Kretschmer und ein Herr Dulig hervorheben,kann ich nicht beurteilen. Dieses findet auf eine anderen Ebene statt, in die ich keinen Einblick habe. Das Stadion ,was einen so hohen Nutzungsgrad für die Chemnitzer Bürger hat und der CFC sind dagegen eine Glanzleistung... und bitte nicht als Grundschullehrerin den Kindern falsche Werte vermitteln.

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