17.10.2019 | 13:32 Uhr "Pochen"-Symposium in Chemnitz: Die Biennale weiterdenken

Letztes Jahr gab es in Chemnitz zum ersten Mal die Kunstbiennale "Pochen". Alle zwei Jahre sollen Geschichte und Geschichten rund um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus der Region erzählt werden. Das multimediale Ausstellungsformat vereint dabei Malerei, Klang, Worte, Installationen, Licht und performative Kunst. Um das Konzept weiterzuentwickeln und Erfahrungen von anderen europäischen Kunstfestivals zu sammeln, findet von Mittwoch bis Sonntag das "Pochen"-Symposium in Chemnitz statt.

Kunstinstallation "Moonolith" vor dem Karl-Marx-Kopf
Kunstinstallation "Moonolith" des slowenischen Künstlers Martin Baraga vor dem Karl-Marx-Kopf. Bildrechte: MDR/Anett Linke

"Wir freuen uns sehr über die Eröffnung im Chemnitz Open Space mit zahlreichen jungen künstlerischen Positionen", sagt Benjamin Gruner, Projektleiter von "Pochen". Im Rahmen des "Pochen"-Symposiums, das bis Sonntag in Chemnitz zahlreiche Veranstaltungen bietet, ist seit Mittwoch die Ausstellung "Das produktive Gespenst. Nothing here but us ghosts" in dem Raum hinter dem Karl-Marx-Monument zu sehen.

Das multimediale Ausstellungskonzept, das seit 2018 alle zwei Jahre in Chemnitz stattfinden soll, findet sich auch in dieser kleinen Ausstellung wieder. Sieben Installationen von Kunststudenten aus Ostdeutschland, die sich vor allem mit Klang beschäftigen, sind bis Sonntag zu erleben. Zusätzlich findet sich direkt neben dem Karl-Marx-Monument die Kunstinstallation "Moonolith" des slowenischen Künstlers Martin Baraga. Auf ihm werden in der Dunkelheit Sternbilder sichtbar, die von den Betrachtern gesteuert werden können.

Eine Flamme vor Solarmodulen
Die Installation "Pheonix" von Stefan Schleupner ist ein Spundsystem, das seinen Klang selbst generiert. Das Licht des Feuers wird über Solarmodule in ein Tonsignal umgewandelt und verstärkt. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Chemnitzer sollen mitgestalten

"Wir wollen Vertreterinnen und Vertreter europäischer Kunstfestivals und Künstler mit Netzwerkpartnern und Leistungsträgern aus Kunst, Wissenschaft, Technik und Gesellschaft zusammenbringen, um die Biennale weiterzudenken", so Gruner über den Zweck des Symposiums. Der Erfahrungsaustausch ist nicht öffentlich, aber es gibt bis Sonntag viele Veranstaltungen für alle Interessierten.

"Es ist ein sehr breites Programm und wir laden die Stadtbevölkerung ein mitzuwirken", sagt Benjamin Gruner. "Gemeinsam zu reflektieren, welche Geschichten haben unsere kulturelle Lebenswelt in der Stadt gesprägt und wie können wir die Ausstellung gemeinsam im nächsten Jahr vorbereiten." Neben der Ausstellung im Chemnitz Open Space gibt es Workshops, Vorträge, Stadterkundungen und eine Filmvorführung.

Benjamin Gruner, Projektleiter von "Pochen"
Benjamin Gruner, Projektleiter von "Pochen" Bildrechte: MDR/Anett Linke

"Pochen Salon"

Ein besonderer Programmpunkt ist der "Pochen Salon" im Club "Transit" am Sonnabend. "Wir haben die Festivals eingeladen, einen künstlerischen Vertreter mitzubringen, der repräsentativ für ihre Festivals steht", so Gruner. Sie werden am Sonnabend live Konzerte geben, audiovisuelle Liveshows und Performances zeigen. Die Musik reicht dabei von Jazz bis zu elektronischer Musik.

"Pochen" Der Name der Biennale "Pochen" stellt zum eine den Bezug zur Bergbauregion her. Zum anderen geht es auch um das Herzpochen und das Pochen eines Beats. Der Name soll die Region mit der Ausrichtung des Kunstfestivals verknüpfen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.10.2019 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2019, 13:33 Uhr

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