03.10.2019 | 11:55 Uhr #wirsindmehr gewinnt Preis für Popkultur

Kraftklub auf der Bühne in Chemnitz, im Vordergrund Sänger Felix Brummer #wirsindmehr
Kraftclub auf der Bühne in Chemnitz Bildrechte: St. Flad

Das Bündnis #wirsindmehr ist in Berlin mit dem Popkulturpreis ausgezeichnet worden. Die Chemnitzer gewannen in der Kategorie "Gelebte Popkultur".

Das kostenlose Konzert gegen Rechtsextremismus am 3. September 2018 erreichte rund 65.000 Menschen. Es traten Kraftklub, Die Toten Hosen, Marteria, Casper, Feine Sahne Fischfilet, Trettmann und K.I.Z. auf. Anlass waren fremdenfeindliche Ausschreitungen und Demonstrationen nach dem tödlichen Messerangriff auf Daniel H. beim Chemnitzer Stadtfest. Eine Neuauflage des Konzerts gab es diesen Sommer unter dem Titel "Kosmos Chemnitz".

Rückblick #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz

Sie wollten ein lautes Zeichen gegen Rechts setzen und strömten nach Chemnitz. Rund 65.000 Menschen aus der gesamten Bundesrepublik kamen am Montagabend zum Gratis-Konzert verschiedener Bands. Der Tag in Bildern.

Menschen vor der #wirsindmehr-Bühne in Chemnitz vor dem Konzert
Schon Stunden vor dem Konzertbeginn am späteren Nachmittag standen Zuschauer auf dem Parkplatz vor der Johanniskirche Bildrechte: St.Flad
Menschen vor der #wirsindmehr-Bühne in Chemnitz vor dem Konzert
Schon Stunden vor dem Konzertbeginn am späteren Nachmittag standen Zuschauer auf dem Parkplatz vor der Johanniskirche Bildrechte: St.Flad
Zuschauer haben sich auf dem Dach eines Haltestellenhäuschens plaziert um sich das Konzert anzuhören, Chemnitz #wirsindmehr
Bildrechte: St.Flad
Die Toten Hosen auf der Bühne während des Konzerts in Chemnitz #wirsindmehr
Die Toten Hosen Bildrechte: St. Flad
Kraftklub auf der Bühne in Chemnitz, im Vordergrund Sänger Felix Brummer #wirsindmehr
Kraftclub Bildrechte: St. Flad
Casper (re.) und Marteria auf der Bühne, Chemnitz #wirsindmehr
Casper (r.) und Marteria auf der Bühne Bildrechte: St. Flad
Konzertbesucher waren auch aus Bayern nach Chemnitz gekommen und zeigten ihre ganz besonders typische Flagge am 3.9.3018.
Extra aus München waren diese Besucher angereist, um Flagge zu zeigen. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Immer noch strömen die menschen zum Konzertplatz in der Chemnittzer Innenstadt am 3.9.2018.
Zuerst waren die Veranstalter von 10.000 Besuchern ausgegangen. Aber schon zu Beginn des Konzerts um 17 Uhr korrigierten sie die Schätzungen nach oben. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski
Menschen stehen am Taort in der Chemnitzer Innenstadt am 3.9.2018, an der Stelle, an der Daniel H. vor einer Woche getötet wurde. Viele Menschen gehen danach zum Konzert auf den Parkplatz vor der Johanniskriche.
Bevor sie zum Konzert gingen, trauerten viele Besucher zuerst am Tatort in der Chemnitzer Innenstadt, wo der 35-jähirge Daniel H. niedergestochen wurde. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Auf der Feuertreppe des Hochhauses gegenüber des Konzertgeländes sammelten sich viele Menschen - auch Journalisten - um das Geschehen im Überblick zu sehen.
Begehrt waren alle Plätze mit Aussicht auf die Konzertbühne rings um die Johanniskirche. Hier nutzten Besucher die Feuertreppe des Hochhauses gegenüber des Konzertgeländes. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski
Auf einem Parkhausdach stehen hunderte Menschen und hören dem Konzert zu.
Apropos Überblick: Dafür musste auch ein Parkhaus herhalten, auf dem sich Hunderte am Abend versammelten. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Junge Leute mit Transparenten. Darauf steht 'Lieber Gutmensch als Arschloch' und 'Nazis sind Scheiße!'
Demonstranten mit selbstgebastelten Transparenten in Chemnitz. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Zehntausende Menschen auf dem Platz neben der Chemnitzer Johanniskirche zum Konzert "Wir sind mehr"
Im Laufe des Abends drängten sich immer mehr Menschen vor der Bühne. Die Stadtverwaltung schätzte, dass 65.000 Besucher zusammengekommen waren. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
Vor dem Marx-Monument tanzen Menschen und schwenken Fahnen aus Silberfolie. Am Haus hinter dem Monument ist ein großes Transparent angebracht. 'Chemnitz ist weder grau noch braun'.
Vor dem Karl-Marx-Monument tanzten die Menschen und schwenkten Fahnen aus Silberfolie. Am Haus hinter dem Monument hing ein großes Transparent. Titel: Chemnitz ist weder grau noch braun. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
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Ostritzer gehen mit "Kein Bier für Nazis" leer aus

Zu den Nominierten, aber nicht zu den Gewinnern zählte auch das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal mit der Aktion "Kein Bier für Nazis". Auslöser war ein zweitägiges Neonazi-Treffen in Ostritz, auf dem die Ordnungsbehörden Alkoholverbot verhängt hatten. Um zu verhindern, dass sich die Teilnehmer im Ort mit Alkohol eindecken, hatten die Ostritzer spontan die Biervorräte des örtlichen Supermarktes aufgekauft.

Preise in 13 Kategorien

Der Preis für Popkultur wird seit 2016 in Berlin verliehen. Eine Jury aus über 800 Kulturschaffenden zeichnete in diesem Jahr Künstler in 13 Kategorien aus. Gewinner des Abends war die Band Deichkind: Sie holte gleich drei Preise in den Kategorien Lieblingsband, Lieblingslied und Lieblingsvideo. Hier die Gewinner und Nominierten im Überblick.

Lieblings-Solokünstlerin

Haiyti
Sophie Hunger
Lary
Alice Merton
Mine

Lieblings-Solokünstler

Bosse
Dendemann
Nils Frahm
Fatoni
Chilly Gonzales
Tua

Lieblingsband

AnnenMayKantereit
Deichkind
Gurr
Leoniden
SEEED

Lieblingsproduzent/in

Kat Frankie
Kitschkrieg
The Krauts
Max Rieger
Tua

Lieblingsalbum

Dendemann - Da nich für!
Fatoni - Andorra
Marteria & Casper - 1982
Mine - Klebstoff
Tua - Tua

Lieblingslied

Cro I AnnenMayKantereit I Trettmann - 5 Minuten
Deichkind - Richtig Gutes Zeug
KUMMER - 9010
Juju - Vermissen (feat. Henning May)
Mine - 90 Grad

Lieblingsvideo

Deichkind - Richtig Gutes Zeug
Deichkind - Wer Sagt Denn Das?
Dendemann - Keine Parolen
Fatoni - Clint Eastwood  
Rammstein - Deutschland

Beeindruckendste Live-Performance

Beatsteaks (Beatsteaks Abschied in der Wulheide)
K.I.Z (Nur für Frauen - Live at Max-Schmeling-Halle)
Marteria (Live im Ostseestadion Rostock)
Drangsal – Huxelys Neue Welt
Rammstein (Olympiastadion Berlin)

Hoffnungsvollster Newcomer

Giant Rooks
Ilgen-Nur
OG Keemo
Mia Morgan
Alli Neumann

Schönste Geschichte

DIFFUS, Deepdive, Daniela Ammermann & Torben Hodan - Shirin
David
Klaus Fiehe - Fiehes Musikalische Empfehlung
Rezo - Die Zerstörung der CDU
Anja Rützel - Und wie lit ist dein Avocadotoast
Y-Kollektiv - Der Rap Hack

Spannendste Idee/Kampagne

#wirsindmehr - Wir sind mehr
#RKELLYSTUMMSCHALTEN - Sexualverbrechen keine Bühne
Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal - Kein Bier
für Nazis
Joko & Klaas gegen Pro7 - 15 Minuten Sendezeit
Fynn Kliemann - Nie

Gelebte Popkultur

"Aufbau Immergut – Für Musik und Haltung von morgen" zum 20.
Immergut Festival
BLUE SHELL - 40 Jahre Blue Shell in Köln
#wirsindmehr - Wir sind mehr
Mitra Kassai - Oll Inklusiv
Record Store Day - Record Store Day
zdf@bauhaus - Moderiert von Jo Schück

Lebenswerk

Alfred Hilsberg

Quelle: MDR/jr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.10.2019 | 13:00 Uhr in den Nachrichten

Webreportage über Chemnitz

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