Ein Zug der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) fährt in den Hauptbahnhof Chemnitz.
Alte Waggons, kaputte Loks - die Linie Chemnitz - Leipzig ist kein Aushängeschild für modernen Bahnverkehr. Bildrechte: dpa

17.06.2019 | 20:34 Uhr Fahrgastverband Pro Bahn fordert stabilen Verkehr zwischen Chemnitz und Leipzig

Ein Zug der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) fährt in den Hauptbahnhof Chemnitz.
Alte Waggons, kaputte Loks - die Linie Chemnitz - Leipzig ist kein Aushängeschild für modernen Bahnverkehr. Bildrechte: dpa

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat einen stabilen Verkehr auf der Regionalexpress-Linie RE 6 zwischen Leipzig und Chemnitz gefordert. Am Wochenende räumte der Betreiber Mitteldeutsche Regiobahn ein, dass jeder dritte Zug zwischen den beiden Städten derzeit ausfalle. Als Grund wurden kaputte Loks genannt.

Fahrgastverband: "Unglaubliches Armutszeugnis"

Diesen Zustand hält der Fahrgastverband Pro Bahn eigenen Angaben zufolge für "untragbar". Seit der Betriebsübernahme der Strecke durch die Mitteldeutsche Regiobahn vor dreieinhalb Jahren ist die Verbindung immer wieder von massiven Ausfällen betroffen. In der Kritik stehen ferner die nur mäßig modernisierten Waggons aus Beständen der DDR-Reichsbahn. Ronny Hausdorf, Vorsitzender des PRO-BAHN-Landesverbands Mitteldeutschland, sagte: "Der RE 6 dient auch als Zubringer für Fernverkehrszüge, die ab Leipzig verkehren. Der aktuelle Zustand dieser Linie ist ein unglaubliches Armutszeugnis für den Öffentlichen Verkehr in Sachsen."

Neuausschreibung als Option?

Der Fahrgastverband sieht insbesondere den Verkehrsverbund Mittelsachsen als Besteller sowie den Verkehrskonzern Transdev als Betreiber der Mitteldeutschen Regiobahn in der Pflicht. Bisherige Bekundungen zur Verbesserung der Situation hätten keinen Erfolg gebracht. "Vielleicht kommt man zu dem Schluss, dass eine Neuausschreibung mit anderen Fahrzeugreserven und neueren Fahrzeugen unabdingbar ist", so Hausdorf. "Die Fahrgäste wurden schon genug enttäuscht, zuletzt mit den leeren Versprechen, moderneres Wagenmaterial zur Verfügung zu stellen." Ob und wann neue Waggons kommen, ist derzeit unklar.

Mit Blick auf die Pläne zur Elektrifizierung der Stecke bis frühestens 2028 stelle sich die Frage, ob der aktuelle Zustand weitere fast zehn Jahre anhalten soll, so die Interessenvertretung der Eisenbahnkunden.

Quelle: MDR/lam

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17 Kommentare

18.06.2019 17:30 MuellerF 17

Ergänzung zu#15: Was den Service bei den Privatbahnen betrifft: die haben vllt. keine Servicepoints & Ticketschalter wie DB, aber auch Zugbegleiter. Die Züge sind klimatisiert, die Durchsagen verständlich(!) und Ticketkauf ist im Zug möglich - wo hat die DB das alles bitte (noch)?

18.06.2019 15:30 Hauptsache in die Medien kommen 16

@Nr.4:

" Mit gesundem Menschenverstand"

Müsste es nicht heissen
" Mit eingebildetem Sachverstand"?

18.06.2019 13:42 MuellerF 15

@7 & 10: Das stimmt so pauschal nicht! Zahlreiche regionale Privatbahnen bieten auf der gleichen Strecke (bzw. Entfernung) günstigere Preise & keinen schlechteren Komfort als die DB , meist sogar neuere Züge/ Wagen als DB. Die MRB ist jedoch ein Negativbeispiel, sogar noch schlechter als die (heutige) DB-kaum zu glauben, aber wahr!

18.06.2019 13:07 haj 14

Herr Grosser: Man kann durchaus unterschiedlicher Meinung sein, was das Thema Privatisierung betrifft. Meiner Kenntnis nach gibt es dazu auch bei Pro Bahn unterschiedliche Meinungen. Aber die Kritik hier in der Sache ist berechtigt, zudem wird hier ja ein Privatbahnunternehmen kritiersiert. Wo ist da die Lobbyarbeit für Transdev? Und meiner Meinung nach glaube ich nicht, dass es mit der Staatsbahn aus Zeiten 90er Jahre besser wäre. Es gibt genug Beispiele, wo es gut funktioniert. Selber Betreiber auf der Strecke Hof-Dresden: Nach einigen Startschwierigkeiten gibt es hier kaum Ausfälle oder Verspätungen.
Und mal nebenbei gesagt: Mit Ihrem Pro Bahn Bashing (auch nach dem 5. Post mit fast dem identischen Inhalt gewinnt man keine neuen Erkenntnisse aus Ihren Beiträgen) wird es auch nicht besser. Sonst setzt sich niemand wirklich lautstark für besseren und mehr Bahnverkehr ein.

18.06.2019 12:32 Kirchenmitglied 13

(1), (12), "Pro Bahn" ist eine Vereinigung, die leider über keinerlei Machtbefugnisse, Riesenfinanzen und Lobby verfügt. Ihre einzigen Möglichkeiten sind eine gute Öffentlichkeitsarbeit und ein aktives Einmischen in alle bahnrelevanten Entscheidungen in der Politik. Deshalb ist Pro Bahn die falsche Adresse für eine Kritik an der saumäßigen Zugverbindung nach Leipzig. Ihr Unmut sollte sich gegen den Verkehrskonzern Transdev als Betreiber richten. Und ja, die Unternehmen und Unternehmer sind nicht immer nur die Guten.

18.06.2019 10:53 Grosser, Klaus 12

@wwdd
So wie der Fahrgastverband Pro Bahn agiert, sind sie kein Fahrgastverband, sondern ein Lobbyverband der Privatbahnen, denn Fahrgastinteressen vertreten sie definitiv nicht.

18.06.2019 10:40 Martin H 11

Es gibt an dieser Strecke vielerorts Ansatzpunkte. Aus meiner Sicht ist es an oberster Priorität notwendig, dass die Strecke auf einen Zustand des 21. Jahrhunderts gebracht wird. Eine beinahe 600t und eine 250tEinwohnerstadt 70km außeinander 1Zug pro Stunde und Richtung ist nicht zeitgemäß und einmalig in Europa. Das liegt daran das große Teile, die vorm 2.WK zweigleisig waren immernoch nicht wieder Zweigleisig sind. Elektrifizierung ist, wenn sie wirklich durchgängig kommt schön aber mehr Züge wird nix...
Zur Qualität der MRB kann man streiten...ich finde, wenn die MRB dort fährt, sind die Züge nicht viel schlechter als die unzuverlässigen Wackelzüge der DB vorher. Natürlich muss die Zuverlässigkeit besser werden. Als ich das lette Mal die Strecke nutzen wollte, ist der Zug auch ausgefallen. So kann man keine neuen Kunden gewinnen, geschweige denn dass sich Pendler auf so eine Nummer einlassen. Wenn 1 Zug ausfällt, mindestens 2h rummstehen???

18.06.2019 09:48 Grosser, Klaus 10

Ich frage mich, wieso beklagt sich jetzt Herr Ronny Hausdorf über die Zugausfälle der Mitteldeutsche Regiobahn?
Jetzt erleben wir die Auswirkungen der Bahnreform und des mehr an Wettbewerb, den auch ihr Fahrgastverband "Pro PrivatBahn" immer so gerne fordert.
Denn was hat es gebracht das viele Bahnunternehmen in Deutschland unterwegs sind?
Höhere Preise, weniger Sicherheit, weniger Komfort,
weniger Pünktlichkeit und weniger Kundenservice, von den Auswirkungen für die Mitarbeiter der Bahnunternehmen ganz zu schweigen.

18.06.2019 09:36 GEWY38 9

@ 3 Spottdrossel, Wenn ihr Meinung durch die Zensur geht müssen Sie auch das aus halten?
Frage. "Wer fährt schon freiwillig nach Chemnitz."
Antwort. Alle die nicht in Leipzig begraben sein wollen.

18.06.2019 09:34 Grosser, Klaus 8

Bei der Mitteldeutschen Regiobahn knallen doch jedes Mal die Champagnerkorken, wenn es einmal eine Störung gibt, die diese nicht zu verantworten hat.
Ansonsten gehen auf das Konto der Mitteldeutschen Regiobahn massenhaft eigenverschuldete Zugausfälle.
DerZweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) sollte sich lieber fragen, ob die Mitteldeutsche Regiobahn genügend Fahrzeuge und Personal hat, um den Verkehrsvertrag erfüllen zu können oder ob diese mit zu wenig Fahrzeugen und Personal kalkuliert hat, um den Zuschlag zu erhalten.

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