Martin Kohlmann von Pro Chemnitz spricht bei einer Demonstration vor dem Stadion vom Chemnitzer FC
Bildrechte: IMAGO

"Handeln läuft Vereinszwecken zuwider" Pro Chemnitz-Chef Martin Kohlmann aus Strafverteidiger-Verein ausgeschlossen

Seitdem Ende August Daniel H. mutmaßlich durch Asylbewerber getötet wurde, demonstriert Anwalt Martin Kohlmann regelmäßig mit "Pro Chemnitz". Wegen der Veröffentlichung eines Haftbefehls bekam er jetzt Schwierigkeiten.

Martin Kohlmann von Pro Chemnitz spricht bei einer Demonstration vor dem Stadion vom Chemnitzer FC
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Die Vereinigung der Strafverteidiger Sachsen/Sachsen-Anhalt hat den Chef der rechtspopulistischen Bewegung "Pro Chemnitz", Rechtsanwalt Martin Kohlmann, aus dem Verein ausgeschlossen.

Der Vereinsvorsitzende Andreas Boine bestätigte am Donnerstag auf Anfrage einen entsprechenden Vorstandsbeschluss. Zuvor war bereits in mehreren Medien darüber berichtet worden. "Sein Handeln läuft den Vereinszwecken zuwider", erklärte Boine. So habe Kohlmann nach dem gewaltsamen Tod von Daniel H. in Chemnitz den Haftbefehl gegen einen der verdächtigen Asylbewerber veröffentlicht, was einen Verstoß gegen die Verfahrensrechte des Beschuldigten darstelle. Der Anwaltsverein könne das nicht hinnehmen, so Boine weiter.

Gleichzeitig läuft bei der Rechtsanwaltskammer Sachsen ein berufsrechtliches Verfahren gegen Kohlmann. Dieses werde derzeit noch geprüft, hieß es. Hintergrund sind umstrittene Äußerungen Kohlmanns im Prozess gegen die Rechtsterroristen der "Gruppe Freital".

Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden prüft zur Zeit, ob Kohlmann bei einer Demonstration in Chemnitz Ende August zu Straftaten aufgerufen hat.

Quelle: MDR/dpa/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.11.2018 | 17:30 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 18:38 Uhr

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