17.03.2020 | 11:52 Uhr Verteidiger um Gruppe "Revolution Chemnitz" fordern mildere Strafen

Im Prozess gegen die rechtsextreme Gruppierung "Revolution Chemnitz" haben am Dienstag die ersten Verteidiger ihre Plädoyers gehalten. Sie fordern deutlich mildere Strafen als die Bundesanwaltschaft. Für den als Rädelsführer angeklagten 32-Jährigen fordert der Verteidiger eine "angemessene Rechtsfolge". Ein weiterer Beschuldigter hat nach Ansicht seines Verteidigers seine Strafe bereits in der Untersuchungshaft seit Mitte September 2018 verbüßt. Der Generalbundesanwalt hatte für ihn vier Jahre und drei Monate Haftstrafe gefordert.

Insgesamt gibt es in dem Prozess 16 Pflichtverteidiger für die acht Angeklagten. In den vergangenen mehr als 30 Verhandlungstagen stellten sie zahlreiche Anträge. Sogar in den letzten Minuten vor Ende der Beweisaufnahme sollte unter anderem der Vorsitzende des Staatsschutzsenats wegen Befangenheit abgelehnt werden. Der Antrag wurde schließlich zurückgezogen.

Bundesanwaltschaft fordert Haftstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren

Die Bundesanwaltschaft hatte in ihrem Schlussvortrag am vergangenen Donnerstag Haftstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren für die Angeklagten gefordert. In dem Verfahren müssen sich acht Männer im Alter zwischen 22 und 32 Jahren wegen der Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Fünf Beschuldigte sind zudem wegen schweren Landfriedensbruchs angeklagt, einer noch wegen Körperverletzung. Die Gruppierung von Neonazis war im September 2018 entstanden und hatte nach Auffassung der Anklage einen Umsturz in Deutschland geplant.

Quelle: MDR/dk/cb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.03.2020 | ab 08:00 Uhr in den Nachrichten

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