Chemnitz
Der Marktplatz wurde abgesperrt und geräumt. Bildrechte: Jan Härtel

Polizeieinsatz Entwarnung in Chemnitz nach Drohung gegen Rathaus

Die Polizei hat nach der Durchsuchung des Chemnitzer Rathauses mit mehr als 50 Beamten und Sprengstoffhunden keine verdächtigen Gegenstände gefunden. Alle Sperrungen seien aufgehoben. Die 200 Mitarbeiter können an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Chemnitz
Der Marktplatz wurde abgesperrt und geräumt. Bildrechte: Jan Härtel

Das Chemnitzer Rathaus war am Morgen wegen einer Drohung evakuiert worden. Um welche Art von Drohung es sich handelt, wollte die Polizei auf Nachfrage bisher nicht mitteilen. Nicht nur die Rathausmitarbeiter mussten das Haus verlassen, auch der Wochenmarkt fand deshalb nicht statt.

Auch in anderen deutschen Städten mussten Rathäuser nach einer Gewaltandrohung evakuiert werden. In allen Fällen konnten die Behörden mittlerweile Entwarnung geben. Allerdings war in den betroffenen Städten der Verkehr teilweise stark eingeschränkt. Wer hinter den Drohungen gegen die Rathäuser steckt, blieb zunächst unklar.

Wer oder was könnte hinter den Drohanrufen stecken? Sechs Schauplätze über die Bundesrepublik verteilt. Hängt alles zusammen?
Seit Monaten gibt es eine deutschlandweite Serie von Drohschreiben mutmaßlicher Rechtsextremer an Politiker, Gerichte, Finanzämter, Verlage und Verwaltungen. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt federführend. Nach deren Angaben handelt es sich bisher um mehr als 100 Fälle.

Ob die Fälle vom Dienstag damit in Zusammenhang stehen, ist noch offen

Bislang Unbekannte drohen in ihren anonymen Drohschreiben mit Bomben oder
im Fall einer bundestagabgeordneten der Linkspartei, "Bürger auf offener Straße zu exekutieren". Mehrfach wurden Gebäude daraufhin evakuiert, Sprengkörper wurden bisher aber nicht gefunden.

Offenheit, Dialogbereitschaft und Dienst für die Gemeinschaft dürfen nicht durch Drohungen einzelner in Frage gestellt werden. Wir wollen den offenen Charakter der Rathäuser nicht aufgeben.

Markus Lewe Präsident des Deutschen Städtetags

Von Drohungen betroffen waren neben dem Rathaus in Chemnitz auch die Stadtverwaltungen in Göttingen (Niedersachsen), Augsburg (Bayern), Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz, Neunkirchen im Saarland und Rendsburg (Schleswig-Holstein).
In Augsburg gab es einen Großeinsatz der Polizei, das Rathaus wurde geräumt, Straßenbahnlinien, die über den Rathausplatz fahren, wurden gestoppt. In Kaiserslautern sei eine Drohmail eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte waren auch dort mit Sprengstoff-Spürhunden unterwegs. Der Bereich rund um das Rathaus war weiträumig abgesperrt worden. Es gab aber keine konkrete Bedrohungslage, erklärte ein Sprecher.

Quelle: MDR/dpa/AFP/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.03.2019 | 10:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 26.03.2019 | 19 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 12:43 Uhr

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