03.07.2020 | 13:49 Uhr | Update Galeria Kaufhof in Chemnitz wird nicht geschlossen

Der Konzern Galeria Karstadt Kaufhof hatte vor zwei Wochen angekündigt, 62 seiner 172 Filialen in Deutschland zu schließen. Nach Verhandlungen mit den Vermietern werden sechs davon erhalten - auch das Warenhaus in Chemnitz.

Galeria Kaufhof
Die Galeria Kaufhof in Chemnitz wird nicht geschlossen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Chemnitzer Warenhaus "Galeria Kaufhof" wird nicht geschlossen. Das hat Miguel Müllenbach, der Vorsitzende der Geschäftsführung des Konzerns, am Freitag in einem Mitarbeiterbrief mitgeteilt. Auch für die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Nürnberg, Goslar und Potsdam sowie die Kaufhof-Filiale in Leverkusen gebe es jetzt wieder eine Zukunftsperspektive. In schwierigen Verhandlungen sei es gelungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass die Filialen fortgeführt werden könnten, betonte der Manager, der selbst das Verhandlungsteam führte. Nach Angaben des Konzerns behalten dadurch etwa 750 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. In der Chemnitzer Kaufhof-Filiale sind 140 Arbeitsplätze betroffen.

Für die verbleibenden 56 Warenhäuser auf der Schließungsliste gebe es angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standortnachteile allerdings weiterhin keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive, so Müllenbach weiter.

Sachsens Ministerpräsident hatte Unterstützung versprochen

Erst am Dienstag hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Rande einer Kabinettssitzung in Chemnitz seine Unterstützung beim Kampf um den Erhalt des Warenhauses in Chemnitz zugesagt. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig lobte am Freitag auch den Einsatz der Beschäftigten für den Standort. "Nun heißt es, das Haus so weiterzuentwickeln, dass es eine gute Zukunft hat. Jetzt heißt es, die Chance zu nutzen." Dulig hatte sich am Dienstag gemeinsam mit Ministerpräsident Kretschmer mit Vertretern des Chemnitzer Warenhauses getroffen.

Chemnitzer Oberbürgermeisterin Ludwig: Ansporn für lebendige Innenstadt

In einer Mitteilung bezeichnete die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig die Rettung der Galeria Kaufhof als Ansporn für die Gestaltung einer lebendige Innenstadt, die viele Chemnitzer und Gäste anlockt. "Mein Dank gilt den Beschäftigten, allen die sich an den Unterstützungsaktionen – unter anderem der Unterschriftenaktion und der Menschenkette – beteiligt haben.

Kämpfen lohnt sich!

Barbara Ludwig Oberbürgermeisterin Chemnitz

Ludwig versprach, dass die Stadt ihren Beitrag zur Belebung des Hauses leisten wolle. "Wir werden das Haus einbeziehen bei verschiedenen Aktionen, bei denen Künstler auftreten in kleineren Formaten." Sie hoffe, dass es bald wieder größere Veranstaltungen geben werde. "Das Haus wirklich als lebendigen Teil der Innenstadt zu sehen und auch so zu bespielen – das werden wir tun.“

Verdi: Erfolg der Beschäftigten und der Bevölkerung

Gewerkschaftssekretärin Andrea Busch hat das Engagement der Beschäftigten und der Bevölkerung gelobt. "Es sind bis Dienstag 12.000 Unterschriften für den Erhalt der Galeria Kaufhof zusammengekommen. Ich weiß nicht, wie viele im Laufe der Woche noch dazu gekommen sind." Durch die Unterstützung der Stadt und der Landesregierung sei ein Gesamtpaket zusammengekommen. "Alle haben dafür gekämpft, dass unsere Galeria Kaufhof bleiben darf."

Galeria Kaufhof erhält Mietvertrag für 13 Jahre

Vom Karstadt-Kaufhof-Konzern hieß es, es habe Zugeständnisse seitens des Vermieters gegeben. Der Gebäude-Eigentümer, die DIC Asset AG aus Frankfurt am Main, bestätigte das MDR SACHSEN. Ein Sprecher sagte, man habe einen guten Kompromiss gefunden. Der neue Mietvertrag läuft den Angaben zufolge über 13 Jahre und damit länger als die bisherige Vereinbarung.

Quelle: MDR/tfr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.07.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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