Landgerichtsprozess Mord vor 18 Jahren: Verteidigung geht in Revision

Das Landgericht in Chemnitz.
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Das Urteil gegen eine 67-Jährige wegen eines Mordes vor fast 18 Jahren in Chemnitz wird vorerst nicht rechtskräftig. Wie eine Sprecherin des Landgerichts Chemnitz mittelte, hat die Verteidigung Revision eingelegt. Die erste Strafkammer hatte die Seniorin vorige Woche zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Richterin am Landgericht Chemnitz sah es als erwiesen an, dass die Frau ihrem Ehemann Schlafmittel ins Essen gemischt und ihm dann Cognac und Desinfektionsmittel eingeflößt hat. Der damals 49 Jahre alte Mann verstarb daraufhin an einer Alkohol- und Medikamentenvergiftung.

Verteidigung fordert Freispruch

Während die Richter mit ihrem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgten, hatte die Verteidigung Freispruch gefordert. Rechtsanwalt Andreas Baumann hatte die Verwertung einer heimlichen Gesprächsaufnahme vor Gericht moniert. Die Seniorin selbst hatte vor Gericht vehement ihre Unschuld beteuert. Bei einer Revision prüft der Bundesgerichtshof das Urteil auf Rechtsfehler.

Tochter schob Mordprozess an

Der Mordfall wurde nach mehr als 17 Jahre von der Stieftochter des Verstorbenen wieder ins Rollen gebracht. Sie hatte ein Gespräch mit der 67-Jährigen heimlich mitgeschnitten, in der sie über die Todesumstände ihres Mannes erzählte. Die Tochter ist in dem Mordprozess, der seit Dezember 2020 verhandelt wird, als Zeugin gehört worden.

Quelle: MDR/kh/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.02.2021 | ab 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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