WhatsApp-Icon auf einem auf einem iPhone.
Bildrechte: imago/xim.gs

Hintergrund Die Chats der Gruppe "Revolution Chemnitz"

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Am 1. Oktober 2018 hatte die Bundesanwaltschaft in Sachsen und Bayern sieben mutmaßliche Rechtsextremisten der Gruppe "Revolution Chemnitz" festnehmen lassen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft war die Überwachung der Kommunikation der Gruppenmitglieder der Schlüssel zum Erfolg. Die Chatprotokolle belegen, dass die Gruppe Pläne für gewalttätige Angriffe und bewaffnete Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende vorbereitet hat.

Kommuniziert haben die Gruppenmitglieder nach ersten Erkenntnissen der Ermittler über Chats in Messengerdiensten wie WhatsApp oder Telegram. Ein Ermittler sagte, die Auswertung dieser Chats habe tiefe Einblicke in die Denkweise der Gruppe ergeben. Die Mitglieder wollten demnach eine Systemwende herbeiführen und einen Bürgerkrieg auslösen.

Waffen, NSU-Vergleiche und False-Flag-Aktionen

Konkret ging es in den Chats etwa um den Ankauf von Waffen und Munition. Es wurden beispielsweise Modelle diskutiert, Preisvorstellungen genannt und Sonderwünsche geäußert. So etwa die Maschinenpistole MP5 von Heckler und Koch. Diese sei für rund 800 Euro mit mehreren Magazinen zu bekommen. Das sei sehr teuer, hieß es in der Gruppe, andererseits sei die Waffe aber echt und nicht nur aufgebohrt.

Auch Vergleiche zur rechten Terrorvereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" wurden innerhalb des Gruppenchats gezogen. Dieser sei angesichts der "Revolution Chemnitz" nur eine "Kindergarten-Vorschulgruppe", hieß es beispielsweise. Am Tag der Deutschen Einheit wollte die Gruppe dann offenbar losschlagen - auch wenn der Plan dafür wohl noch nicht genau feststand. Klar war nur, dass es zunächst nach Gewalt aussehen soll, die von Linksextremen ausgehe.

Quelle: MDR/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.10.2018 | 18:03 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2018, 16:45 Uhr

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