18.12.2019 | 15:53 Uhr Prozess "Revolution Chemnitz": Befangenheitsantrag gegen Richter

Revolution-Chemnitz
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Der Prozess um die rechtsextreme Gruppe "Revolution Chemnitz" hat eine neue Wendung erfahren. Die Verteidigung hat am Mittwoch in Dresden einen Antrag auf Befangenheit gegen den Vorsitzenden Richter gestellt. Man sehe sich in der Arbeit behindert, habe nicht alle Akten. Die Verteidigung stellte zudem einen Antrag auf Unterbrechung des Verfahrens.

Zuvor widersprach ein 28 Jahre alter Angeklagter am Dienstag seinen eigenen Aussagen im Chat der Gruppierung. Er sei dem Chatverlauf nicht wirklich gefolgt und habe dort nur geschrieben, um Teil der Gruppe zu sein, ließ er in einer von seinen Verteidigern verlesenen Stellungnahme verlauten.

Angeklagter revidiert Aussagen aus Chat

Im Chat hatte er angegeben, über Kontakte Handfeuerwaffen besorgen zu können. Dies entspreche nicht der Wahrheit, betonte er nun. Er habe sich lediglich aus fehlendem Selbstbewusstsein so geäußert, um eine gewisse Anerkennung zu bekommen. Am sogenannten Probelauf der Rechtsextremen will er nicht wirklich teilgenommen haben. Als er zu den anderen stieß, sei die Aktion schon fast beendet gewesen.

Acht Männer stehen vor Gericht

Die Bundesanwaltschaft hatte am 18. Juni am Oberlandesgericht in Dresden Anklage gegen die acht Männer erhoben. Den 21 bis 31 Jahre alten Männern aus dem Raum Chemnitz wird die Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung vorgeworfen. Ihr Ziel sei es gewesen, mit gewalttätigen und bewaffneten Anschlägen die Überwindung des Rechtsstaats zu erreichen. Dafür hatte die Gruppe am 14. September 2018 auf der Schlossteichinsel in Chemnitz einen "Probelauf" geplant und dort mehrere ausländisch aussehende Personen attackiert und verletzt.

 

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.12.2019 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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