08.10.2019 | 21:12 Uhr Düsseldorf und Chemnitz organisieren Kröten-Happy-End

Wenn Sie gerade von einer Reise zurückgekehrt sind, dann überprüfen Sie lieber mal genauer ihr Gepäck. Manchmal schleichen sich da ungebetene Gäste ein! Im jüngsten Fall sind zwei Afrikanische Rote Kröten als blinde Passagiere tausende Kilometer nach Deutschland geflogen. Eine nach Chemnitz, die andere nach Düsseldorf. Nun hoffen die beiden Partnerstädte, dass sich die beiden Kröten auch verpartnern.

Die Rote Kröte "Simba" wird neben ihre neue noch namenlose Mitbewohnerin in ein Terrarium eingesetzt.
Die Rote Kröte "Simba" wird neben ihre neue noch namenlose Mitbewohnerin in ein Terrarium eingesetzt. Bildrechte: dpa

Dass "Simba" noch lebt, ist schon ein kleines Wunder. Schließlich hat die Kröte nicht nur eine gefährliche, 9.000 Kilometer lange Reise von der Südhalbkugel des Planeten überstanden, sondern auch noch einen Waschmaschinengang und den Angriff einer Hauskatze.

Rote Kröten klettern gern in Schuhe

Im Wanderschuh einer Afrika-Urlauberin schaffte es "Simba" als blinder Passagier von Johannesburg nach Düsseldorf. Im dortigen Aquazoo kam sie für mehrere Monate in Quarantäne - ausweislich der Datenbank des Zoos als einzige Rote Kröte (Schismaderma carens) in einem deutschen Tierpark.

Am Dienstag hatte der Zoo eine große Überraschung für das sieben Zentimeter kleine Tier parat: Aus Chemnitz siedelte eine - namenlose - Artgenossin in den Westen der Republik über, die wohl auf ähnlich kuriose Weise nach Deutschland gekommen war. "Wir wissen, dass Rote Kröten gerne in Schuhe klettern", sagt Sandra Honigs, Vize-Chefin des Aquazoos.

Im eiskalten Gepäckraum überlebt

Inzwischen vermuten die Zoomitarbeiter, dass es sich bei "Simba" um einen Kröterich handelt und bei seiner deutlich größeren Chemnitzer Artgenossin um eine Kröten-Dame. "Simba" hatte nicht nur den Wasch- und Schleudergang in der Waschmaschine überlebt, sondern auch die Angriffe einer Katze, bis deren Frauchen bemerkte, was sich da als blinder Passagier in ihr Reisegepäck gemogelt und die Strapazen eines Interkontinentalflugs im eiskalten Gepäckraum überstanden hatte.

"Simba" ist die erste Rote Kröte, aber nicht der erste blinde Passagier, der im Aquazoo strandet. Geckos werden dort häufiger abgegeben. Den Chemnitzern war bei der Datenbankrecherche aufgefallen, dass es in NRW neuerdings ein weiteres Exemplar von Schismaderma carens gibt. Die Sachsen schickten ihre Kröte auf den Weg.

Die Rote Kröte "Simba" in einem Terrarium. Im Aquazoo Löbbecke Museum wurden zwei als blinde Passagiere aus Afrika nach Deutschland gelangte Rote Kröten in einem Terrarium zusammengeführt.
Die Rote Kröte "Simba" Bildrechte: dpa

Liebe auf den ersten Blick? Da geht noch was

Drei Monate Quarantäne haben die beiden Lurche nun hinter sich und dürfen seit Dienstag - wenn auch weit entfernt der Heimat - miteinander anbändeln. Vielleicht zeugen die beiden blinden Passagiere in der Fremde sogar Krötennachwuchs, hofft man im Aquazoo. Danach sieht es zunächst aber nicht aus, das erste Aufeinandertreffen scheint alles andere als "Liebe auf den ersten Blick" gewesen zu sein. Beide Kröten hüpften in entgegensetzte Richtungen davon und versteckten sich so gut, dass die Zoomitarbeiter sie lange suchen mussten.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 08.10.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 21:13 Uhr

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen