15.11.2019 | 13:22 Uhr | Update Chemnitz: Amt schließt Grundschule nach Hepatitis-Fall

Wegen des in dieser Woche bekanntgewordenen Falls von Hepatitis ist in Chemnitz die Schlossgrundschule bis kommenden Mittwoch geschlossen worden. Wie die Stadt mitteilte, war bei einem Kind die Krankheit Hepatitis A festgestellt worden. Eine Untersuchung durch das Gesundheitsamt erbrachte, dass 119 der 270 Schüler sowie rund die Hälfte der Lehrer und Horterzieher nicht geimpft sind.

Deshalb habe das Landesamt für Schule und Bildung entschieden, die Einrichtung bis zum 20. November komplett zu schließen. Die ungeimpften Kinder und Erwachsenen müssen vier Wochen zu Hause bleiben. Das Gesundheitsamt biete eine schnelle und unkomplizierte Impfung an, hieß es. In diesem Falle könnten die Schüler und Pädagogen in zwei Wochen wieder in die Schule gehen.

Schulgebäude
Bleibt wegen eines Gelbsuchtfalls vorerst zu: die Schlossgrundschule in Chemnitz Bildrechte: Harry Härtel

Stadt Chemnitz will zu Impfungen animieren

Die Stadt Chemnitz verzichte auf die Überprüfung des Impfstatus von Schülern, Lehrern und Erziehern an anderen Schulen. Das sagte Sozialbürgermeister Ralph Burghart am Freitag. Man habe im aktuellen Fall an der betroffenen Schule auch so innerhalb von 24 Stunden den Impfstatus in Erfahrung gebracht. Zugleich verwies er darauf, dass es keine Impfpflicht gegen Hepatitis gebe. Die Stadt setze vielmehr auf Aufklärung.

Wir wollen durch diesen Fall mehr Menschen animieren, sich freiwillig impfen zu lassen.

Sozialbürgermeister von Chemnitz, Ralph Burghart

Das Gesundheitsamt der Stadt bietet von Montag an die Möglichkeit an, dass sich sowohl Kinder als auch Erwachsene gegen Gelbsucht impfen lassen. Man habe 150 Dosen Impfstoff bestellt, die an diesem Sonnabend geliefert würden, sagte Harald Uerlings, Leiter des Gesundheitsamtes. "Alle, die geimpft werden wollen, werden geimpft", betonte er.

Sachsenweit 25 Fälle gemeldet

Hepatitis A wird in der Regel durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen. Die Erkrankung gilt als klassische Reisekrankheit. In Deutschland ist die Infektionsgefahr gering. Die Leberentzündung verläuft meist ohne größere Komplikationen.

In Sachsen sind nach Angaben des zuständigen Gesundheitsministeriums in diesem Jahr insgesamt 25 Fälle von Hepatitis A gemeldet worden, 2018 waren es insgesamt 22 Fälle.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.11.2019 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2019, 05:24 Uhr

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