10.07.2019 | 10:25 Uhr Traumberuf Polizist: Sächsische Polizei startet Schnuppertag-Tour in Chemnitz

Normalerweise sind die Ferien zum Ausruhen da. Doch knapp 50 Schüler träumen davon, Polizisten zu werden und nutzten die Chance, bei einem Schnuppertag in der Polizeifachschule Chemnitz Einblicke in den Beruf zu bekommen.

Hundevorführung bei der Polizei
Die Hundestaffel der sächsischen Polizei führt den Schüler vor, was die Hunde alles können. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Die 15-jährige Leonie Herbrich will unbedingt Polizistin werden. Sie möchte später bei der Polizei studieren und in den Kriminalbereich gehen. "Ich nehme den Job nicht auf die leichte Schulter. Ich weiß, dass er einen hohen Anspruch hat", sagt sie. Ihr gefalle vor allem die Abwechslung und die Teamarbeit an dem Beruf. "Die Polizei ist für mich die erste Wahl." Über eine Alternative möchte sie aktuell nicht nachdenken. Zur Mindestgröße fehlen der 1,58-Meter-großen Schülerin zur Zeit zwei Zentimeter. "Ich hoffe sehr, dass ich vor meiner Bewerbung noch etwas wachse."

Knapp 50 Schüler von der 8. bis zur 11. Klasse nutzten ihren Ferientag, um sich einen Eindruck von der Arbeit als Polizist zu verschaffen. Beim Schnuppertag an der Polizeifachschule in Chemnitz konnten sie am Dienstag zum Beispiel eine Vorführung der Hundestaffel erleben oder den Sporttest des Auswahlverfahrens ausprobieren. Außerdem wurden der Interaktive Streifenwagen und die kriminaltechnischen Arbeit vorgestellt. Zusätzlich gab es Einblicke in das polizeiliche Lagetraining.

Hundevorführung bei der Polizei
Auch das Angriffstraining wird vorgeführt. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Viele der Schüler haben bereits ein Praktikum bei der Polizei absolviert und nutzten die Gelegenheit, mehr über ihren Traumberuf zu erfahren. Es musste nicht um Ruhe gebeten werden, alle waren aufmerksam und interessiert. Kevin Caspar, der nach den Ferien in die 9. Klasse kommt, hat auch schon einen Praktikumsplatz für Herbst sicher. "Aus meiner Klasse wollen viele Polizist werden", erzählte er im Gespräch mit MDR SACHSEN. Er fände es toll, beim Schnuppertag Einblicke in den Beruf zu bekommen und auch die Vorführung der Hundestaffel sei super. "Den Beruf als Polizist finde ich toll, da er sehr abwechslungsreich ist. Und ich bin auch sehr sportlich und teamfähig, weil ich Eishockey spiele."

5.000 bis 7.000 Bewerber hat die Polizei Sachsen jedes Jahr. Davon bekommen etwa 350 bis 500 einen Ausbildungsplatz und rund 150 einen Studienplatz. Sören Seiler, Berufsberater bei der Polizei Sachsen, erklärt den Schülern den Ablauf des Auswahltests. Zuerst müssen sich die Bewerber bei einem berufsbezogenen Persönlichkeitstest, einem Deutschtest und einem Intelligenztest beweisen. Nur wer diese besteht, darf am Sporttest teilnehmen. Dieser besteht aus einem Kasten-Bumerang-Test, Liegestützen und einem Zwei-Kilometer-Lauf.

Ein Polizeiazubi führt Schülern den Kasten-Bumerang-Test vor
Ein Polizeiazubi führt Schülern den Kasten-Bumerang-Test vor. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Danach folgen ein Gruppen- und ein Einzelgespräch. "Das Gruppengespräch fällt vielen am schwersten", sagt Seiler. Doch auch der Deutschtest, der aus einem Diktat besteht, stellt viele vor Herausforderungen. Als letztes folgt eine ärztliche Untersuchung, um die Polizeidiensttauglichkeit festzustellen. Nach allen Tests ergibt sich eine Rangliste. "Grundsätzlich ist jeder, der alle Tests bestanden hat, für den Polizeidienst geeignet", so Seiler. "Aber wir suchen uns natürlich die Besten aus." Er empfiehlt allen Bewerbern sich die Tipps auf der Internetseite der Polizei Sachsen anzuschauen und für die Tests zu üben.

Termine Schnuppertage an den Polizeifachschulen der Polizei Sachsen 11.07.2019 Polizeifachschule Schneeberg
05.08.2019 Polizeifachschule Leipzig
06.08.2019 Polizeifachschule Leipzig
13.08.2019 Polizeifachschule Chemnitz
14.08.2019 Polizeifachschule Schneeberg

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 09.07.2019 | 19:00 Uhr

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9 Kommentare

11.07.2019 18:37 jackblack 9

ALB- Traumberuf- dank Justiz und vielen politischen Entscheidungen.

10.07.2019 19:17 Chapeau 8

Meine allerhöchste Hochachtung vor der schwierigen Arbeit der Polizeibeamten. Leider fehlt ihnen oftmals der dringend benötigte politische Rückhalt, obwohl die Beamten auf Grundlage und Vorbehalt des für sie geltenden Gesetzesspektrums handeln. Einige Sprüche von Politikern, die NICHT im sg. konservative Lager ihre pol, " Heimat" haben, kann man schon als naiv dümmlich bezeichnen. Gerade von Politikern dürfte die Bevölkerung Gesetzeskenntnis erwarten. Ich hoffe, dass sich viele jungen Menschen durch den ggw. herrschenden üblen Gegenwind nicht beirren lassen. Polizeibeamte zu sein erfordert schon großen Idealismus. Vlt. gibt es zukünftig mehr pol. Unterstützung durch Haltung und materielle Ausstattung. Wenn die Justiz nicht mitzieht, verpufft aber alles und die Rechtstaatlichkeit geht vor die Hunde, wie es der OStA Ralf Knispel bereits kennzeichnete. Es ist schon 5 nach 12.........

10.07.2019 17:10 Torsten 7

mal sehen ob dann in Leipzig noch paar Häuser stehen , nächstes Jahr ?

10.07.2019 14:35 Fred Hopperdietzel 6

Allein die nächtlichen Ausschreitungen in Leipzig bei einer Abschiebung sollten zu Denken geben. Und im kommenden Jahr zum G20 Gipfel in Leipzig wird es nicht nur bunt werden. Gute Nacht Sachsen!!!

10.07.2019 14:33 Andrea 5

Für den Beruf als Polizist wird geworben. Warum wird wohl nicht für den Beruf als Politiker geworben? ;-)

10.07.2019 13:31 Dh 4

@1 Bernd, ich kann mich Ihrer Meinung nur anschliessen. Ich würde diesen Beruf auch nicht ergreifen wollen. Eine nicht mehr zeitgemäße Hierarchie und Vorgesetzte, die aus Karierregründen nicht hinter ihren Beamten stehen. Frustrierte Bürger, die von sinnlosen Vorschriften genervt sind. Wutbürger, die mit der Politik unzufrieden sind, den Staat angreifen wollen und gegen dessen Repräsentanten "Polizist" tätlich werden. Werteverfall der Gesellschaft, Staatsversagen aller Orten. ausufernde Kriminalität. Dazu eine Politik die nichts für ihre Polizei übrig hat. Wer hat die Polizei kaputt gespart? Politiker! Was haben Politiker unternommen, wenn Polizisten, Sanitäter, Krankenschwester, Ärzte, Feuerwehrleute und Helfer täglich angegriffen werden? Nichts! Nur dummes Gerede. Anders wenn es Politiker selbst trifft. Da wird man plötzlich wach. Aber da sollen wieder nur Politiker geschützt werden, die anderen sind der Politik egal. Vorsicht bei der Berufswahl!

10.07.2019 12:26 Andreas 3

Respekt vor allen Menschen die diesen Job machen möchten. Meine Verachtung all denen die die Polizei nur noch als Sparringspartner für den eigenen Frustabbau sehen. Ich sehe überall an den Wänden diese ACAB Abkürzung. Die meisten wissen was das heisst. Das wird gerne von dummen und respektlosen Menschen verwendet die gar nicht wissen was sie tun. Ohne Polizei herrscht Anarchie. Jeder kann Prügeln, Mörden und Vergewaltigen wie er will und das ohne Bestrafung. Ob das den Polizistenhassern noch gefällt, wenn man selber das Opfer ist oder die Frau oder Mutter oder die eigenen Kinder. Rufe 110 und keiner geht ran.

10.07.2019 11:20 Torsten 2

ja nicht Polizist werden da ist man in diesem D. allen ausgeliefert, und muß dazu noch dresche einstecken weil diese feinen Politiker nicht in der Lage sind uns Bürger / Polizei zu schützen gegen diese Straftäter die es nunmehr genügend gibt.

10.07.2019 11:12 Bernd 1

Ich habe REspekt vor der Arbeit der Polizei. Damit zähle ich aber wohl zu einer Minderheit. Und da der Respekt gegenueber den Beamten immer weiter sinkt (siehe letzte Nacht) wuerde ich den Jugendlichen empfehlen - werdet irgend etwas anderes!!

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