23.10.2019 | 14:35 Uhr Premierenfieber: Senioren zeigen Nischel-Doku

Mitglieder des Senioren-Filmclub in Chemnitz
Hella Richter, Heide Ludwig, Gerd Venus, Willy Tester, Steffen Hamperl, Roland Prager und Edgar Pfeil (v.l.) vom Senioren-Filmclub präsentieren stolz ihr neuestes Werk. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Sieben Senioren haben sich vor über drei Jahren zum Senioren-Filmclub Chemnitz zusammengeschlossen. Gemeinsam drehen sie kurze Dokumentarfilme über ihre Heimatstadt und die Region. "Wir machen Themen, die im Interesse der Öffentlichkeit stehen. Das heißt, Themen, die vordringlich die Geschichte unserer Stadt und unserer Region betreffen", sagt Steffen Hamperl. Er ist "die Stimme" des Clubs, denn er spricht die Moderationen der Filme ein.

Einige Filme hat der Filmclub bereits produziert, zum Beispiel über den jüdischen Friedhof in Chemnitz, über die St. Markuskirche im Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg und über die Wismut. "Wir suchen uns Themen, die die jüngere Generation gar nicht kennt und die es uns wert sind, auch der Nachwelt zu erhalten und vor allen Dingen der jungen Generation zu vermitteln", so Hamperl.

Von Lew Kerbel geschaffenes Karl Marx Denkmal, 1971
1971 wurde das Karl-Marx-Monument eingeweiht. Bildrechte: IMAGO

Filmpremiere über das Karl-Marx-Monument

Am Donnerstag feiert ihr nun neuestes Werk im Chemnitz Open Space, direkt hinter dem Karl-Marx-Monument, Premiere. Der Ort ist nicht zufällig gewählt, denn der Film "Das Karl-Marx-Monument: Mit Blick auf das Stadtzentrum von Chemnitz" spielt direkt an dieser Stelle. "Dort geht es uns darum, auch über die Entstehungsgeschichte des Monuments zu berichten. Wir wollten die Einordnung in die damalige Zeit, Umbenennung Karl-Marx-Stadt, wieder Rückbenennung, diese ganzen gesellschaftlichen Konflikte und die ganzen gesellschaftlichen Zusammenhänge mit dem Monument und mit diesem Namen Karl Marx in den Fokus rücken", erzählt Hamperl.

Karl-Marx-Denkmal in Chemnitz
Die Platte hinter dem Karl-Marx-Monument wurde von Grafiker Heinz Schumann entworfen und von Bildhauer Volker Beier umgesetzt. Beide kommen in dem Dokumentarfilm des Senioren-Filmclubs zu Wort. Bildrechte: IMAGO

Im Dezember letzten Jahres starteten die Recherchen für den 30-minütigen Dokumentarfilm. Zeitzeugen wurden ausfindig gemacht und für den Film interviewt. Mit dabei sind zum Beispiel Siegfried Arlt, der damalige Stadtrat für Kultur, und Heinz Schumann, der Grafiker, der die Tafel hinter dem Monument entworfen hat. Außerdem kommen zwei Schweißer der Germania zu Wort, die damals die Einzelteile des Monuments zusammengefügt haben. Die Protagonisten des Films werden auch bei der Filmpremiere anwesend sein.

Die Treuhand ist das nächste Filmprojekt

Das nächste Thema steht auch schon fest. Der Film wird sich um die Treuhand drehen. "Wir wissen, dass das Thema ein 'heißes Eisen' ist", sagt Heide Ludwig, die für die Recherchen und das Texten zuständig ist. "Wir wollen das Thema nicht so politisch aufbereiten, sondern anhand von großen Betrieben in Chemnitz." Mit diesen Beispielbetrieben soll gezeigt werden, wie sie aufgelöst worden sind, aber auch was daraus entstanden ist.

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder des Clubs zu einer Redaktionssitzung. Alle anderen Termine, wie Drehs mit Interviewpartnern, passieren auf Zuruf. Jedes Mitglied hat seinen festen Aufgabenbereich: Kamera, Recherche, Texten, Organisation, Schneiden des Filmmaterials und natürlich die Vertonung. Die Themen der Filme werden gemeinsam ausgesucht.

Filmpremiere "Das Karl-Marx-Monument: Mit Blick auf das Stadtzentrum von Chemnitz" Die Premiere des Films findet am Donnerstag, dem 24. Oktober 2019 um 18 Uhr im Chemnitz Open Space, direkt hinter dem Karl-Marx-Monument, statt.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 24.10.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2019, 14:36 Uhr

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen