Technologieentwicklung Chemnitz soll Start-up-Zentrum für Senioren-Produkte werden

Ein älteres Ehepaar beim Herbstspaziergang.
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Existenzgründer aus ganz Deutschland treffen sich seit Mittwoch in Chemnitz, um Ideen für seniorengerechte Technologien zu entwickeln. Die Stadt biete dafür ein günstiges Umfeld, sagt Initiator Frank Theeg. Einerseits sei der Standort sehr forschungsstark durch seine TU und die vielen Institute, andererseits sei fast die Hälfte der Chemnitzer älter als 50 Jahre.

"Ein Beispiel ist, dass ja dieser Telefonbetrug immer weiter zunimmt", sagt Theeg. "Da rufen Leute an und geben sich als Polizei oder Sparkassen Mitarbeiter aus und sagen, dass die Rentner eben Geld irgendwohin überweisen sollen", erzählt er. "Ein Start-Up hat eine Art virtuellen Polizisten eingerichtet, den man vor den Telefonapparat schaltet und der filtert alles raus, was keine vertauenswürdigen Nummern sind."

Wir können Chemnitz eben als 'Reallabor' sehen und hier eben Technologien entwickeln, die der älteren Bevölkerung hilft in verschiedensten Lebensbereichen.

Frank Theeg Unternehmer

Ziel ist es, Firmengründer anzulocken, die in der Stadt und dem Umland ihre Konzepte ausprobieren, weiterentwickeln und mit Investoren in Kontakt kommen wollen. Dazu sei in der Stadt eine Start-up-Schule geplant, die im kommenden Jahr ihre Arbeit aufnehmen soll. Dabei gehe es etwa um Innovationen in Pflege, Wohnen und Gesundheit.

Halbjährige Programme für Existenzgründer geplant

Neben Vorträgen über die Anforderungen beispielsweise in der Gesundheits- und Pflegebranche soll es bis Freitag vor allem Möglichkeiten zu Gesprächen mit der Zielgruppe 50plus geben. Von den Ergebnissen wollen die Organisatoren abhängig machen, ob 2021 der "Age-Tech-Beschleuniger Chemnitz" gestartet wird.

"Das würde bedeuten, dass wir zweimal im Jahr bis zu sechs Start-ups einladen und ihnen ein halbjähriges Programm anbieten", erklärt Theeg. Einbezogen werden sollen nicht nur Einrichtungen und Senioren in der Stadt, sondern auch in der ländlichen Umgebung. "Denn dort sind die Rahmenbedingungen für ältere Menschen, beispielsweise was die Erreichbarkeit von Ärzten betrifft, oftmals noch viel schwieriger als in Großstädten", so Theeg.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.10.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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