05.06.2019 | 16:25 Uhr Ätännschn! Chemnitz bekommt einen neuen Marktbrunnen

Marktbrunnen Chemnitz - Entwurf von Daniel Widrig
Daniel Widrig hat mit seinem Entwurf "Manifold" die Jury überzeugt. Übersetzt bedeutet das so viel wie "vielfältig". Bildrechte: Stadt Chemnitz/Pressestelle/Foto Wolfgang Schmidt

Die Entscheidung für den neuen Chemnitzer Marktbrunnen ist gefallen. Die Jury entschied sich für den Entwurf "Manifold" des in London lebenden Künstlers Daniel Widrig. Er sieht vier Elemente aus Edelstahlguss vor. Sie sind bis zu drei Meter hoch und sehen wie gedrechselt aus. Aus 114 Wettbewerbseinsendungen für den neuen Marktbrunnen in Chemnitz hat eine achtköpfige Jury am Mittwoch den Sieger gekürt.

"Durch das Grundprinzip Rotationskörper greift es unerhört weit zurück in die Geschichte unserer Region, Manufaktur und Industrie und bis in das Künftige", begründete Karl Clauss Dietel, Formgestalter aus Chemnitz, die Entscheidung der Jury. Es sei teilweise sehr voluminös und stabil, andererseits aber auch sehr fragil. Neben Dietel gehörten unter anderem auch Frédéric Bußmann, Generaldirektor der Kunstsammlungen, Kulturbetriebsleiter Ferenc Csák und Stadträte der Jury an.

Marktbrunnen Chemnitz - Entwurf von Mojca Kocbek Vimos
Der Entwurf von Mojca Kocbek Vimos landete auf dem zweiten Platz des Wettbewerbs. Bildrechte: Stadt Chemnitz/Pressestelle/Foto Wolfgang Schmidt

Der Gewinner-Brunnen wird aus poliertem Edelstahlguss hergestellt und soll so die Besucher und auch den Marktplatz reflektieren. "Es ist ein Brunnen, der sehr stark mit dem Element Wasser arbeitet, aber dazu auch eine sehr interessante Form bringt", sagte Baubürgermeister Michael Stötzer.

450.000 Euro stehen für den Brunnenbau bereit. Das Geld wurde bereits vom Stadtrat bewilligt. Baubeginn soll 2020 sein. Bei eine Abstimmung von MDR Sachsen bekam der Entwurf von Dagmara Genda die meisten Stimmen. Bei der Jury landete er auf Platz drei.

Marktbrunnen Chemnitz - Entwurf von Dagmara Genda
Der Entwurf von Dagmara Genda wurde Dritter. Bildrechte: Stadt Chemnitz/Pressestelle/Foto Wolfgang Schmidt

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.06.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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16 Kommentare

06.06.2019 13:35 Annett 16

Hallo Martin, meinst du Otto Normalo schaut sich keine Kunst an?
Arroganz ist bei Bürgerpolitik fehl am Platz.
Zumal das Sage und Schreibe fast eine halbe MILLION kosten soll!!!! Ich persönlich brauche keine "Experten" die uns den Städtebau vorschreiben.
Liebe Chemnitzer sagt doch mal eure Meinung.
Ihr müsst schliesslich das Teil mitfinanzieren und letztlich auch ertragen. Irgendwie muss ich auch dran denken das sich Künstler von Sponsoren abhängig machen (lassen). Das hat es schon zu vielen Zeiten gegeben, wer mit den Geldgebern "schwimmt" hat VORTEILE.
Woran erinnert das bloss??

06.06.2019 13:11 MuellerF 15

@14: Online-Befragungen sind aber manipulationsanfällig!
Ich zB müsste nur meinen Rechner neu starten, um eine neue IP-Adresse zu haben & könnte dann mehrfach meine Stimme abgeben. Und für die Künstler geht es dabei um nicht unerhebliche Preisgelder, ein Betrugsmotiv wäre also (nicht nur von dieser Seite) gegeben.
Warum nicht "analog" bleiben & die Umfrage einige Wochen lang gegen Vorlage des Persos im Rathaus durchführen?
Die Stadtverwaltung hat hier jedenfalls mal wieder die Gelegenheit verspielt, ihren Bürger_innen Mitbestimmung zu ermöglichen- und dann wird immer über "Politikverdrossenheit" gejammert!

06.06.2019 12:31 Martin H 14

An sich ist das wieder ein Stück in die richtige Richtung für Chemnitz. Schlussendlich fährt man aber immer besser, wenn man solch ein Kunstgegenstand auch von den Leuten bewerten lässt, die sich Kunst anschauen. Und bei Kunst scheiden sich immer die Geister. Praktisch ist halt nicht immer Kunst und ein Brunnen muss eben auch zu reinigen sein und Wasser liefern. Also meine Meinung: Das nächste Mal eine Online-Befragung und gut! Alles andere ist nicht mehr zeitgemäß!

06.06.2019 11:29 MuellerF 13

Übrigens ist das Vorgehen auch gegenüber den Künstlern ziemlich unfair: die Entwürfe auf Platz 2 &3 zB wurden abgelehnt, weil sie sich nicht ins Marktbild einfügen würden bzw. man keinen Brunnen mit Becken unter Bodenniveau wollte-das hätte man mal VORHER als Bedingungen stellen können! (Die Begründungen der Jury sind bei der Freien Presse nachzulesen.)

06.06.2019 09:43 MuellerF 12

@8: Das hört sich aber ganz anders an als Ihr Kommentar #3 - oder war das ein anderer Basti? WIe auch immer, es hätten sicher nicht alle in die Räume gepasst, die ihre Meinung hätten sagen können. Und eine Meinungsäußerung ist auch keine gültige Stimme, die auf jeden Fall in die Entscheidung einfließt.

06.06.2019 08:17 MuellerF 11

Grad noch mal nachgesehen: der gewählte Entwurf erhielt in der Umfrage der Freien Presse sogar nur 2,9%.
Sicher gibt es zu jedem Modell Befürworter & Ablehner, aber bei einem künftigen städtischen Wahrzeichen die Bevölkerung nicht (mit)entscheiden zu lassen, ist schon ziemlich arrogant!

06.06.2019 07:19 Steffi Ochmann 10

Auch mein Favorit wäre Platz 3. Und auch ich bin der Meinung, dass ein Bürgerentscheid hier angebracht wäre. 8 Personen mit Geschmacksverirrung...schöne Jury! Man muss doch unserer Stadt nicht so ein Monstrum antun. Schön ist was Anderes. Dann nehmen sie lieber das Geld und bauen das Erdenschlager Bad wieder auf.

06.06.2019 00:40 AufmerksamerBeobachter 9

Ich schätze Herrn Dietel sehr (er hat u.A. den Bananentank der Simson Mokicks uv.A mehr entworfen) - hier aber liegt er und die Jury falsch. Auch ich favorisiere Entwurf #3: Klar einfach, fügt sich ein. Irgendwelche wulstigen Tortenständer, welche man semantisch beweihräuchern und 'erklären' muß, passen nicht in die konzeptionell moderne, sachlich gehaltene Innenstadtarchitektur - wenn man hier noch von stringenten Konzepten sprechen kann.

Die Architektur und die Kunst im öffentlichen Raum in Karl-Marx-Stadt waren da viel klarer und konzeptionell strukuriert - auf gut Deutsch: Es paßte zusammen! Weitere hingestüeckelte Elemente zerstören den 70er-Jahre Charme der Aufbruchsära der sozialistischen Großstadt, langsam reicht es - die Einwohner müssen das entscheiden!

05.06.2019 22:39 Basti 8

An alle Kritiker und Kommentatoren!!! Bedenkt das am Montag Abend eine Veranstaltung war und IHR alle eine sachliche Meinung abgeben hättet können. Sogar direkt an die Entscheidungsträger.

Mitreden wollen aber nicht hin gehen kann jeder!!

05.06.2019 21:27 Annett Nerger 7

Ich finde auch das sollten die BÜRGER IN EINEM ENTSCHEID bestimmen. Kein Bock auf "Expertenentscheidungen" über unsere Köpfe hinweg. Ich finde es ebenfalls POTTHÄSSLICH und favorisiere Version 3 mit den Kreisen. Es sollte doch so sein das sich die Bevölkerung dort wohl fühlt. Wann endlich werden auch in unserer Stadt die Bürger mit einbezogen in Entscheidungen. Wir wollen auch keine Internetabstimmung, weil die viel zu sehr manipulierbar ist.
Die Quittung für solche Entscheidungen ohne Bevölkerung kommt garantiert zurück.

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