Zwischen Ekel und Faszination Faszinierende Spinnenwelt im Botanischen Garten Chemnitz

Wer große Spinnen und exotische Insekten schon immer einmal hautnah erleben wollte, hat dieses Wochenende die Möglichkeit dazu. Die Wanderausstellung "Insektopia" gastiert im Botanischen Garten in Chemnitz.

Eine junge Frau hält eine Vogelspinne. Tropenpflanzen im Hintergrund
Nicole Köllner präsentiert stolz eine ihrer Vogelspinnen. Über 100 Tiere präsentiert sie derzeit im Botanischen Garten Chemnitz im Rahmen ihrer Wanderausstellung. Bildrechte: MDR/Anett Linke

"Er hakt sich ein bisschen fest. Aber das tut nicht weh." So beschreibt der achtjährige Jeremias das Gefühl, als er einen Riesentausendfüßer auf der Hand hat. Angst hat er dabei keine. Während einige Kinder sich vorsichtig zurückhalten, lässt Jeremias den Tausenfüßer weiter auf seiner Hand herumkrabbeln. Immer an seiner Seite ist dabei Nicole Köllner, die Besitzerin der Wanderausstellung "Insektopia". Über 100 verschiedene wirbellose Tiere hat sie mit ihrem kleinen Familienunternehmen mit nach Chemnitz in den Botanischen Garten gebracht. Alle Tiere können sicher hinter Glas in den Terrarien angeschaut werden. Aber bei Interesse holt die 28-Jährige auch das ein oder andere Tier zum Anfassen heraus.

Vor sechs Jahren fing alles mit einer Vogelspinne an. Damit war die Leidenschaft bei Nicole Köllner geweckt. Inzwischen nennt sie über 200 verschiedene Tiere ihr eigen. Und mit denen ist sie das ganze Jahr unterwegs. Neben Ausstellungen in Stadthallen oder Botanischen Gärten geht sie auch an Schulen und Kindergärten. "Es ist doch toll, wenn die Kinder das Thema Spinnen behandeln und dann kommt jemand und bringt eine echte mit. Das gibt den Kindern einen ganz anderen Bezug zu den Tieren", erzählt sie im Gespräch mit MDR SACHSEN. Und darum geht es ihr vor allem. "Viele haben Angst oder auch Ekel vor Spinnen und Insekten. Wir wollen zeigen, dass es auch schöne und vor allem nützliche Tiere sind."

Norbert - Star der Ausstellung

Ein besonderes Highlight in der Ausstellung ist Norbert. Er ist nicht nur das einzige Tier mit einem Namen, sondern seine Art sieht man auch nicht oft. Er ist ein Palmendieb und gehört zu den Krebstieren. Norbert ist erst ein Jahr alt und damit noch lange nicht ausgewachsen. Er wird einmal bis zu 1,20 Metern groß werden und dann auch Kokosnüsse knacken können. "In Asien zählen Palmendiebe zu den Delikatessen", erzählt Nicole. "Aber keine Angst, bei uns darf Norbert groß werden, ohne auf dem Tisch zu landen."

Wer Norbert und seine rund 100 Freunde persönlich kennenlernen möchte, hat noch bis Sonntag 18 Uhr im Botanischen Garten Chemnitz die Gelegenheit dazu. In Sachsen ist die "Insektopia" dann vorerst leider nicht mehr zu Gast. Aber wer einen kleinen Ausflug nicht scheut, kann sie sich am 9. und 10. März noch in Lübben anschauen.

Wanderausstellung "Insektopia" im Botanischen Garten

eine Vogelspinne auf einem Ast
Vogelspinnen aller Art können die Besucher an diesem Wochenende bei der Wanderausstellung "Insektopia" im Botanischen Garten Chemnitz bestaunen. Bildrechte: MDR/Anett Linke
eine Vogelspinne auf einem Ast
Vogelspinnen aller Art können die Besucher an diesem Wochenende bei der Wanderausstellung "Insektopia" im Botanischen Garten Chemnitz bestaunen. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Ein Riesentausenfüßer auf der Hand eines Kindes
Einige Tiere können sogar von den neugierigen Besuchern auf die Hand genommen werden. Hier hält der achtjährige Jeremias einen Riesentausendfüßer. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Ein Palmdieb auf Steinboden
Norbert ist der Star der Ausstellung. Einen Palmendieb trifft man schließlich nicht alle Tage. Das einjährige Krebstier wird bis zu 1,20 Metern groß und knackt dann sogar Kokosnüsse. Bildrechte: MDR/Anett Linke
ein Skorpion auf einem Holzstück
Auch Skorpione hat die Ausstellung zu bieten. Dieses Exemplar gehört nicht zu den tödlichen. Deswegen durfte es sein Terrarium für einen Moment verlassen, um den Besuchern vorgeführt zu werden. Bildrechte: MDR/Anett Linke
ein Nashornkäfer
Den Nashornkäfer erkennt man an seinem charakteristischen Horn am Kopf. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Eine Vogelspinne auf dunkler Erde
Mit einer Vogelspinne fing für Nicole Köllner, die Besitzerin der Ausstellung, vor sechs Jahren alles an. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Eine Dorngespenstschrecke auf der Hand einer Frau.
Auch die Dorngespenstschrecke kann auf die Hand genommen werden. Es pieke etwas, tue aber nicht weh, erzählte diese mutige Besucherin hinterher. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Eine Vogelspinne auf dunklem Untergrund
Vogelspinnen bilden das Herz der Ausstellung. Es gibt sie in vielen Größen und Farben zu sehen. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Eine Vogelspinne auf einem großen grünen Blatt.
Die Vogelspinnen dürfen von den Besuchern nicht auf die Hand genommen werden. Aber für ein Foto dürfen sie unter Aufsicht von Nicole Köllner auch mal ihr Terrarium verlassen. Bildrechte: MDR/Anett Linke
ein Riesengrashüpfer auf Holz
Die Riesengrashüpfer sind noch ganz neu in der "Insektopia"-Familie. Bildrechte: MDR/Anett Linke
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Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 02.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 03. März 2019, 11:22 Uhr

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1 Kommentar

03.03.2019 10:18 Alf 1

Stark! Alle Daumen hoch!

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