Holocaust-Gedenken Gedenkort erinnert an NS-Zwangsarbeiter bei Auto Union Chemnitz

Sechs Männer stehen neben einer Stele mit Bildern und Texten zur Erinnerung an Zwangsarbeiter.
Dieser Gedenkort erinnert 4.000 Zwangsarbeiter und Opfer der Naziherrschaft in Chemnitz. Bildrechte: Rainer Ritscher

In Chemnitz ist am Sonntag eine Stele zum Gedenken an die Zwangsarbeiter enthüllt worden, die in der Zeit des Nationalsozialsmus' bei der Auto Union arbeiten mussten. Sie erinnert an der Stelle des ehemaligen Barackenlagers "Landgraf" an die etwa 4.000 Frauen und Männer verschiedener Nationen, die für die Rüstungsindustrie schufteten. Zwischen September und Dezember 1944 hatten die Nazis in dem Lager auch 450 polnische und ungarische Juden interniert. Sie wurden nach Bombenangriffen auf Chemnitz für Aufräumarbeiten in dem Rüstungsbetrieb der Auto Union eingesetzt.

Initiative will an Holocaust in den Werken erinnern

Rainer Ritscher von der Bürgerinitiative "Historischer Atlas Sachsen 1933 bis 1945" hatte sich für die Aufstellung des Gedenksteins eingesetzt. "Wir wollen daran erinnern, dass der Holocaust nicht nur am 9. November 1938 und in den Vernichtungslagern stattfand. Er fand auch hier in Chemnitz, in den Werken statt, in denen sich jüdische Opfer zu Tode arbeiten mussten", sagte Ritscher.

Die Auto Union ist der Vorläufer der heutigen Audi AG. Er war während der Zeit der Nazi-Diktatur der zweitgrößte Kfz-Hersteller Deutschlands. In den Werken der Auto Union wurden tausende Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge eingesetzt. Am Standort im Chemnitzer Stadtteil Siegmar mussten die zwangsverpflichteten Frauen und Männer Panzermotoren herstellen.

Historiker der TU Chemnitz haben 2014 in einem Forschungsbericht auf 518 Seiten "Die dunkle Seite von Audi" vorgestellt und die NS-Vergangenheit sowie den Anteil von Audi an der Kriegswirtschaft analysiert.

Quelle: MDR/tfr/bd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.11.2020 | 13:00 Uhr in den Nachrichten

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