Eine Produktionshalle von außen mit dem Schriftzug Continental.
Der Automobilzulieferer Continental will in den kommenden zehn Jahren bis zu 20.000 Stellen abbauen. Betroffen ist auch das Werk in Limbach-Oberfrohna. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

25.09.2019 | 19:58 Uhr Autozulieferer Continental will Produktion in Limbach-Oberfrohna beenden

Der Automobilzulieferer Continental will wegen der Krise in der Autoindustrie in Deutschland rund 7.000 Stellen streichen. Weltweit sollen in den kommenden zehn Jahren bis zu 20.000 Jobs gestrichen werden. Continental reagiert damit nach eigenen Angaben auf den Rückgang der weltweiten Automobilproduktion, auf die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt sowie den Technologiewandel. Von den Stellenstreichungen in Deutschland ist auch das Werk in Limbach-Oberfrohna betroffen.

Eine Produktionshalle von außen mit dem Schriftzug Continental.
Der Automobilzulieferer Continental will in den kommenden zehn Jahren bis zu 20.000 Stellen abbauen. Betroffen ist auch das Werk in Limbach-Oberfrohna. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Zuge des Konzernumbaus hat der Autozulieferer Continental am Mittwoch angekündigt, weltweit bis zu 20.000 Stellen zu streichen. In Limbach-Oberfrohna sollen 860 Stellen wegfallen. Die verbleibenden 370 Mitarbeiter sollen in andere Arbeitsbereiche versetzt werden, heißt es vom Konzern.

Industrie wird zu hohem Anpassungstempo gezwungen

Das Unternehmen reagiert nach eigenen Angaben auf den Rückgang der weltweiten Automobilproduktion und die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt. Weiterere Gründe sei die "sich abzeichnende Krise in der Autoindustrie und der Technologiewandel im Antriebsbereich, der durch verschärfte Abgasgesetze beschleunigt werde", so Continental. Konzernchef Elmar Degenhart erklärte, dass die Autoindustrie zu einem "äußert hohen Anpassungstempo gezwungen" wird. Mit dem Umbau will der Konzern seine jährlichen Kosten um 500 Millionen Euro senken.

Konzern will betroffene Mitarbeiter schützen

Wie Konzernchef Degenhart betonte, will das Unternehmen die betroffenen Mitarbeiter so gut wie möglich schützen und ihnen Zukunftsperspektiven bieten. Dafür wolle man "die natürliche Fluktuation und den demokrafischen Wandel" nutzen, so Degenhart. Dadurch werden Stellen, die durch Kündigungen und Austritte aus dem Erwerbsleben frei werden, nicht mehr besetzt.

IG Metall will Schließung nicht hinnehmen

Der Betriebsrat bei Continental in Limbach-Oberfrohna und die IG Metall wollen eine Schließung des Werks nicht hinnehmen. Das bestätigte der IG-Metall-Bevollmächtigte in Chemnitz, Mario John. Limbach-Oberfrohna brauche eine Ersatzproduktion mit den eigenen Facharbeitern und Ingenieuren, so John.

Perspektiven für Limbach

Am Donnerstag teilte Continental mit, es werde versucht für den Standort Limbach-Oberfrohna "Alternativen, z.B. neue Produktansiedlungen zu finden". Des weiteren werden Gespräche mit den Mitarbeitern geführt und es würden "umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen" angeboten. "Der Transformationsprozess kann über viele Jahre gehen, der Auslauf der jetzigen Produktion dauert noch bis 2018 mit stabilem Auftragsvolumen", so eine Sprecherin.

Quelle: MDR/fg/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.09.2019 | 20:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2019, 19:58 Uhr

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