18.07.2017 | 13:25 Uhr Stolpersteine in Chemnitz beschädigt

In einen Chemnitzer Fußweg sind fünf sogenannte Stolpersteine eingelassen. Sie erinnern an Naziopfer.
Symbolbild Bildrechte: MDR/Monika Tauber

Nach der Beschädigung zweier Stolpersteine in Chemnitz ermittelt nun der Staatssschutz. Unbekannte hatten in der Nacht zum Mittwoch an der Heinrich-Beck-Straße die Gedenktafeln mit Mörtel übergossen. Dieser ließe sich nicht mehr entfernen, so die Polizei.

Einer der betroffenen Stolpersteine wurde 2015 vom SPD-Bundestagsabgeordneten Detlef Müller finanziert. Er zeigt sich betroffen über die Beschädigungen. Stolpersteine erinnern an Menschen, die im Nationalsozialismus umgekommen sind, so Müller. "Und dass man selbst dort nicht mehr zurückschreckt, das einfach zu vernichten oder kaputt zu machen, macht einen schon ein Stück weit fassungslos."

Da sich der Mörtel nicht entfernen lässt, müssen die Steine aus dem Gehweg herausgenommen werden. Unterkriegen lassen will sich Müller aber nicht. "Fakt ist eins, dass es niemand schaffen wird, dieses Gedenken, das Erinnern dort an dieser Stelle wegzukriegen." Er wolle die Steine neu verlegen lassen.

Bereits im November 2018 wurden mehrere Stolpersteine in Chemnitz beschädigt. Auch in diesen Fällen ermittelte der Staatsschutz.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.07.2019 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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