Der JuSo-Chef Kevin Kühnert hält vor dem Karl-Marx-Monument eine Rede.
Der Juso-Chef Kevin Kühnert forderte mehr Einsatz von Spitzenkräften in Wirtschaft und Sportvereinen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Aktionstag gegen Rassismus Juso-Chef Kühnert verlangt in Chemnitz klare Positionierung gegen Rechts

Am "Internationalen Aktionstag gegen Rassismus" gingen in diesem Jahr in 15 Ländern Menschen auf die Straße, um ein Zeichen gegen rassistische Gewalt und Ausgrenzung zu setzen. In Chemnitz folgten am Sonnabend rund 300 Menschen diesem Aufruf.

Der JuSo-Chef Kevin Kühnert hält vor dem Karl-Marx-Monument eine Rede.
Der Juso-Chef Kevin Kühnert forderte mehr Einsatz von Spitzenkräften in Wirtschaft und Sportvereinen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Der Bundesvorsitzende der Jusos, Kevin Kühnert, hat in Chemnitz auf einer Veranstaltung zum Internationalen Aktionstag gegen Rassismus zu mehr Mut beim Kampf gegen Rassismus und rechte Hetze aufgerufen. "Es darf im Umgang mit Rassisten und Rassistinnen keine Normalität geben", sagte Kühnert. Kurz darauf beklagte er im Gespräch mit MDR SACHSEN, dass es an Vorbildern in der Gesellschaft mangele. "Es fehlt bei den Spitzen von Wirtschaftsverbänden oder Sportvereinen die Erkenntnis, dass es jetzt wichtig ist, sich zu positionieren. Damit hätten sie ein Zeichen geben können an die anderen, sich ebenfalls zu positionieren." Wenn diese "Eliten" nicht den Hintern hochbekämen, wie sollten es ihnen dann andere nachmachen, kritisierte Kühnert.

300 Teilnehmer demonstrierten gegen Rassismus

Dem Aufruf zur Kundgebung vor dem Karl-Marx-Monument und der anschließenden Demonstration waren auch viele Menschen mit Migrationshintergrund gefolgt. Zu Beginn der Kundgebung hatten die Teilnehmer mit einer Schweigeminute der Opfer des Terroranschlags am 15. März im neuseeländischen Christchurch gedacht. "Die Opfer von Christchurch sind Opfer des globalen Rechtsrucks und der Hetze gegen Muslime", sagte Gabi Engelhardt vom Chemnitzer Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus".

Die anschließende Demonstration, die auch am AfD-Büro und in der Nähe des geplanten Treffpunktes der rechtspopulistischen Wählervereinigung "Pro Chemnitz" vorbeiführte, verlief störungsfrei. Nach Angaben der Organisatoren richtete sie sich hauptsächlich gegen die Aktivitäten der AfD. Nach Einschätzung des Anti-Rassismus-Bündnisses sei die Partei zu einem Sammelbecken für extreme Rechte geworden.

Teilnehmer der Demonstration halten Schilder mit "Rassismus ist keine Alternative"
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/dpa/rk/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 16.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 17. März 2019, 09:52 Uhr

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