Zehntausende Menschen auf dem Platz neben der Chemnitzer Johanniskirche zum Konzert "Wir sind mehr"
Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Ticker | #c0309 65.000 Besucher beim Konzert gegen Rechts in Chemnitz

Lage nach Konzert in Chemnitz friedlich +++ 65.000 Besucher drängten auf den Platz +++ Zum Auftakt Schweigeminute für Opfer Daniel H. +++ Handynetze teilweise überlastet +++ Thügida-Kundgebung nicht genehmigt +++ DJV kritisiert Gewalt gegen Journalisten +++

Zehntausende Menschen auf dem Platz neben der Chemnitzer Johanniskirche zum Konzert "Wir sind mehr"
Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Das Konzert gegen Rechts in Chemnitz ist überpünktlich zu Ende gegangen. Rund 65.000 Besucher hatten nach Angaben der Stadt das #wirsindmehr-Konzert besucht. Für alle, die in den hinteren Reihen standen, waren extra große LED-Wände installiert worden. Zunächst gab es eine Schweigeminute für Daniel H., der vor einer Woche Opfer eines tödlichen Messerangriffs in Chemnitz wurde. Danach feierten und sangen die Menschenmassen vor der Bühne. Insgesamt haben sechs Bands gespielt: Trettmann, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z. , Kraftklub, Nura/Marteria & Casper und Die Toten Hosen hatten sich als Acts zusammengefunden und kein Honorar für ihre Auftritte verlangt.

23:10 Uhr | Polizei: Lage ruhig, am Tatort noch "wenige, die sich gegenseitig stören"

Die Polizei Chemnitz schätzt die Lage in der Stadt nach dem Konzert gegen Rechts als ruhig ein. "Unsere Lautsprecheransagen an die Leute haben gewirkt, auch am Hauptbahnhof ist die Lage entspannt", sagte eine Polizeisprecherin MDR SACHSEN. Lediglich am Tatort in der Brückenstraße würden sich noch einige "wenige Menschen unterschiedlicher Gesinnung gegenseitig stören". Die Polizei geht davon aus, dass sich die Ansammlung demnächst auflöst. Eine Bilanz des Konzerttages haben die Veranstalter für den Dienstag angekündigt. Alle Informationen dazu lesen Sie ab 5 Uhr im Ticker von MDR SACHSEN.

21:46 Uhr | Angespannte Stimmung am Tatort

MDR-Reporter berichten, dass sich etwa 50 Rechte zu einer Mahnwache am Tatort, an dem Daniel H. niedergestochen wurde, versammelt haben. Drumherum stehen demnach Hunderte linke Demonstranten. Die Polizei sichert aktuell den Ort ab, sagte eine Reporterin und bezeichnete die Stimmung als angespannt. Derweil kündigte die Polizei via Twitter an, weitere Einsatzkräfte an diesen Gedenkort zu schicken.

21:40 Uhr | Gute Nachricht für besorgten Papa

Ein Vater hatte sein dreijähriges Kind kurz vor dem Konzert gegen Rechts in Chemnitz aus den Augen verloren. Beamte der Bundesbereitschaftspolizei konnten ihm das Kind übergben, twitterten die Beamten.

21:30 Uhr | Geduld bei Abreise nötig

Menschenmassen drängeln sich am Chemnitzer Hauptbahnhof. Die Polizei kann die Heimfahrer nur nacheinander einlassen und bittet auf die Ansagen der Bundespolizei zu achten:

21:13 Uhr | Überpünktlich ist das Konzert gegen Rechts zu Ende gegangen

Ein paar Minuten früher, als von den Veranstaltern geplant, ist das #wirsindmehr-Konzert zu Ende gegangen. Viele Besucher verlassen langsam den Parkplatz vor der Johanniskirche, andere bleiben grüppchenweise stehen.

21:07 Uhr | Konzert endet mit Zugabe-Rufen

Campino
Bildrechte: dpa

"You'll never walk alone" ist der Abschiedssong des Abends in Chemnitz. "Nehmt die Staus in Kauf und seid geduldig", hat Sänger Campino den Zuhörern für den Nachhauseweg zugerufen. Zum dritten Mal waren "Die Toten Hosen" in diesem Jahr in Chemnitz. "Aber das war heute das mit Abstand beste Konzert“, meinte Campino auf der Bühne. Zugabe-Rufe der Zuschauer erfüllen sich allerdings nicht.

20:55 Uhr | Neue Besucherschätzung

Die Stadt Chemnitz schätzt, dass am Abend 65.000 Besucher zum #wirsindmehr-Konzert gekommen sind.

20:47 Uhr | Festnahme eines Pegida-Demonstranten, der in Chemnitz Journalisten angegriffen haben soll

Die Polizei hat heute in Dresden einen Mann festgenommen, der bei einer anderen Pegidademonstration in Chemnitz Journalisten angegriffen haben soll. "Unsere Einsatzkräfte haben aktuell in Dresden bei der dortigen Pegidademonstration einen Tatverdächtigen vorläufig festgenommen, der am Samstag in Chemnitz einen Journalisten angegriffen hat", twitterte die Polizei Sachsen. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor.

20:44 Uhr | Blick von oben begehrt

Auf der Feuertreppe des Hochhauses gegenüber des Konzertgeländes sammelten sich viele Menschen - auch Journalisten - um das Geschehen im Überblick zu sehen.
Auf der Feuertreppe des Hochhauses gegenüber des Konzertgeländes haben sich viele Menschen versammelt und blicken von oben auf die rund 50.000 Konzertbesucher. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski

20:32 Uhr | Auftritt der Toten Hosen beginnt

Mittlerweile spielen "Die Toten Hosen" auf der Bühne. Die ersten Besucher reisen aus Chemnitz wieder ab. Hunderte haben sich am Karl-Marx-Denkmal eingefunden. MDR-Reporter hatten dort schon am Nachmittag fröhliche Menschengruppen angetroffen. Mittlerweile organisieren sich die Menschen dort ihre eigene Party - abseits des "Hosen-Auftritts".

20:22 Uhr | Lage in Chemnitz ruhig

Immer noch strömen Menschen in die Innenstadt, um die letzten beiden Bands (Nura/Marteria & Casper, Die Toten Hosen) auf der Bühne zu erleben. MDR-Reporter berichten unterdessen, dass trotz des Andrangs die Lage friedlich ist. Die Veranstalter riefen alle dazu auf, sich friedlich zu benehmen.

20:15 Uhr | MDR-Extra-Sendung über die Ereignisse in Chemnitz beginnt

20:08 Uhr | Erster Heimreise-Zug nach Leipzig um 20:31 Uhr fällt aus

Der Zug nach Leipzig, der 20:31 Uhr ab dem Hauptbahnhof Chemnitz Richtung Leipzig fahren sollte, fällt aus. Er hat einen technischen Defekt, twitterte die Polizei.

20:12 Uhr | Vereine sprechen über die Folgen für Chemnitz nach den Ausschreitungen

Der Geschäftsführer des Chemnitzer Basketballvereins "Niners Chemnitz" spricht im Interview mit MDR SACHSEN über seine Heimatstadt Chemnitz, die vergangenen Tage und die Konsequenzen für Spieler und Verein:

19:42 Uhr | MDR-Reporter: Kleinere Auseinandersetzungen am Tatort

MDR-Reporter berichten von kleineren Auseinandersetzungen am Tatort in der Chemnitzer Innenstadt zwischen linken und rechten Gruppen. Die Polizei hat eingegriffen. Auf Twitter schrieb die Polizei: "An diese Störer! Folgen sie den Weisungen unserer Einsatzkräfte, sonst müssen wir unmittelbaren Zwang einsetzen."

19:36 Uhr | Oberbürgermeisterin: "Starkes Statement"

Über die große Anzahl an Besuchern zum #wirsindmehr-Konzert freute sich die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. MDR SACHSEN sagte sie: "Ich hoffe, dass diese große Veranstaltung weiter friedlich verläuft."

19:20 Uhr | Stadt warnt vor Rückreise-Problemen

Jetzt appelliert auch die Stadt an die Besucher, sich rechtzeitig über Abfahrtsmöglichkeiten mit der Bahn zu informieren. Die Polizei warnte vor überlasteten Zügen. Allein aus Leipzig seien etwa 5.000 Menschen per Bahn nach Chemnitz angereist. Für die Rückreise stünden am Abend aber nur drei Züge für jeweils maximal 800 bis 1.000 Fahrgäste zur Verfügung. Nach Leipzig fährt der letzte Zug ab Hauptbahnhof um 22:31 Uhr, nach Dresden um 23:30 Uhr. Die Infos zusammengefasst unter diesem Link.

19:09 Uhr | Menschen versammeln sich am Tatort

Hunderte Menschen sind zum Tatort in die Chemnitzer Innenstadt gekommen, um still an das Opfer der tödlichen Auseinandersetzung, Daniel H. zu denken. Obwohl das Konzert gegen Rechts seit mehr als zwei Stunden läuft, strömen immer noch Menschenmassen Richtung Johanniskirche.

Menschen stehen am Taort in der Chemnitzer Innenstadt am 3.9.2018, an der Stelle, an der Daniel H. vor einer Woche getötet wurde. Viele Menschen gehen danach zum Konzert auf den Parkplatz vor der Johanniskriche.
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

18:55 Uhr | Mobilfunk im Konzertbereich überlastet

Das Mobilfunknetz im Bereich des Konzerts in Chemnitz ist teilweise überlastet. Die Polizei bittet darum, sich darauf einzustellen:

18:37 Uhr | Solidarität für Chemnitz in Hannover

Während in Chemnitz die Band "K.I.Z" auf der Bühne rappt, haben in Hannover rund 3.000 Menschen gegen Rechtsextremismus demonstriert. Zeitgleich zum Solidaritätskonzert in Chemnitz hatten dazu der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und das Bündnis "Bunt statt Braun" aufgerufen. "Wir müssen diejenigen stärken, die in Chemnitz und anderswo für Menschlichkeit und Demokratie eintreten", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dem Evangelischen Pressedienst (epd).

18:24 Uhr | Stadtverwaltung: Mittlerweile 50.000 Besucher

Die Stadt Chemnitz geht von mehr als 30.000 Besuchern aus. Auf der Homepage der Stadtverwaltung schätzt sie etwa 50.000 Besucher auf dem Parkplatz vor der Johanniskirche.

18:16 Uhr | Bisher keine besonderen Vorkommnisse

Rings um das Konzert gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit hat die Polizei zunächst keine besonderen Vorkommnisse oder Auseinandersetzungen registriert. Bisher sei alles ruhig verlaufen. Die Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl mittlerweile auf 30.000 Besucher. Es gebe weiteren Zulauf. Ein Polizeisprecher schloss sich dieser Schätzung an.

18:07 Uhr | Beethoven-Gratis-Konzert für Klassikfans

Vier Tage nach dem heutigen #wirsindmehr-Konzert laden die Theater Chemnitz am Freitag zu einem Gratis-Konzert mit Klassik ein. Um 19 Uhr werden Solisten und Chöre der Oper Chemnitz, die Robert-Schumann-Philharmonie, die Singakademie Chemnitz und der Universitätschor der TU die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven auf dem Theaterplatz aufführen. Das Konzert steht unter dem Motto "Gemeinsam stärker - Kultur für Offenheit und Vielfalt".

17:57 Uhr | Umstrittene Band "Feine Sahne Fischfilet"

Der Auftritt der Band "Feine Sahne Fischfilet" beginnt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte das #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz bei Facebook geteilt. Dafür wurde er vereinzelte aus der Union und FDP kritisiert. Die Kritik entzündete sich an der Teilnahme der Band "Feine Sahne Fischfilet". Sie war bis vor wenigen Jahren im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern als linksextrem aufgeführt worden.

17:35 Uhr | Öffentlicher Nahverkehr im Stadtverkehr ruht - Shuttles fahren aber

Die Polizei twittert, dass im Stadtzentrum Chemnitz der ÖPNV eingestellt ist. Die Shuttle-Fahrzeuge zum Konzert gegen Rechts fahren demnach aber. Außerdem appelliert die Polizei, rechtzeitig an die Rückreise zu denken. "Bitte rechtzeitig beginnen, nicht auf den letzten Zug setzen, egal in welche Richtung", twittert die Bundespolizei Mitteldeutschland.

17:28 Uhr | Konzert-Auftakt mit "Trettmann" aus Chemnitz

Bandsänger Ronny Trettmann begrüßt die Tausenden Konzertbesucher, sagt, dass es ihm ein Bedürfnis war, in der Stadt seiner Kindheit zu singen.

17:20 Uhr | Besucherandrang in Chemnitz

Tausende Besucher drängen sich auf den Platz in Chemnitz, so dass die angrenzenden Nebenstraßen schon dicht gefüllt sind, berichten MDR-Reporter. Parallel gibt es laut Stadtverwaltung Chemnitz keine Gegenveranstaltungen. die Polizei untersagt alle möglichen Spontanversammlungen.

Besucher stehen entspannt auf dem Parkplatz An der Johanniskirche vor der Konzertbühne gegen Rechts.
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

17:13 Uhr | Spendensammlung für Opferfamilie und Anti-Rassismus-Projekte

Während des Konzerts sammeln die Organisatoren ab jetzt Spenden. Die Hälfte der Gelder soll Daniel H.s Familie zu Gute kommen. Die andere Hälfte soll an Anti-Rassismus-Projekte in Sachsen gehen.

17:07 Uhr | Schweigeminute für getöteten Chemnitzer

Aus ganz Sachsen, Berlin, München, Frankfurt am Main und Hamburg sind Konzertbesucher angereist und werden begrüßt. "In einer Sache sprechen wir mit einer Stimme: Wir geben keinen Platz hier für Menschenjagden. Keinen Platz für Rassismus. Wir sind mehr", ruft die Rednerin zur Begrüßung. "Nazis-raus-Rufe" sind die Antwort aus der applaudierenden Menge. Dann herrscht Schweigen: In dieser Minute schweigen die Konzerbesucher und denken an Daniel H. und an alle Menschen, die Opfer rechter Gewalt geworden sind.

17:01 Uhr | Konzert beginnt

Das Konzert gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat in Chemnitz begonnen. Tausende Menschen stehen vor der Bühne und warten auf die Begrüßungsrede. Die Stadt Chemnitz erwartet mehr als 20.000 Besucher beim Open-Air-Konzert gegen Rechts.

16:54 Uhr | Künstler mit dickem Fell

Jugendliche reisen zum Konzert gegen Rechts an.
Junge Leute sind in Chemnitz auf dem Weg zum Konzert. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

In wenigen Minuten beginnt das #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz. Die beteiligten Bands sind laut Tote-Hosen-Sänger Campino heftigen Anfeindungen im Internet ausgesetzt. Auf den Facebook-Seiten gebe es "immense Shitstorms" gegen die Musiker, sagte der Tote-Hosen-Sänger. "Man muss schon ein dickes Fell haben, um zu sagen: Ich gehe trotzdem nach vorne." Er freue sich, dass seine Band "kurz vor der Rente" für das Open-Air-Konzert gegen Rassismus und rechte Hetze angefragt worden sei.

16:00 Uhr | Die PK der Veranstalter im Überblick:

15:28 Uhr | Spendensammlung für Familie des Getöteten

Während des #wirsindmehr-Konzerts wird Geld gesammelt für die Familie des am Rande des Stadtfests getöteten Mannes. Das teilten die Organisatoren des Konzerts auf Facebook mit. Die Hälfte des gesammelten Geldes solle an die Familie des getöteten 35-Jährigen gehen. Mit der anderen Hälfte sollten "antifaschistische, antirassistische und zivilgesellschaftliche Initiativen in Sachsen" unterstützt werden, "die sich kontinuierlich gegen den Rechtsruck und für eine solidarische Gesellschaft fernab von Rassismus einsetzen".

15:25 Uhr | Merkel kommt vorerst nicht nach Chemnitz

Nach dem Besuch von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) sind zunächst keine weiteren Termine von Regierungsvertretern vor Ort geplant. Von Reiseplänen der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Chemnitz könne er "zur Zeit" nicht berichten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, auch Minister Horst Seehofer (CSU) habe derzeit keine konkreten Pläne, nach Chemnitz zu fahren. Von den Sprechern anderer Ressorts wurden ebenfalls keine Reisen angekündigt.

15:04 Uhr | Streit um Punkband

Rockpalast: Feine Sahne Fischfilet
Feine Sahne Fischfilet Bildrechte: Bastian Bochinski

CDU-Politiker haben die Unterstützung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für das Open-Air-Konzert kritisiert. Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Parteikollege Philipp Amthor monierten, dass Steinmeier die Ankündigung der Veranstaltung auf seinem Facebook-Account geteilt hatte. In der Kritik steht die Teilnahme der Punkband Feine Sahne Fischfilet, die der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern zeitweise wegen linksextremistischer Bestrebungen im Blick hatte. "Das, was wir wollen, ist, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat gegen Rechts zu schützen. Und wenn man das dann mit denen von Links tut, die genau in der gleichen Art und Weise auf Polizeibeamte verbal einprügeln (...), dann halte ich das für mehr als kritisch", so Kramp-Karrenbauer.

14:54 Uhr | Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Die sächsische Polizei will am Abend mit einem Großaufgebot vor Ort sein, um das Gratiskonzert gegen Rechtsextremismus abzusichern. Dabei erhalten die Beamten Unterstützung von Kollegen aus Bremen, Berlin, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. Ebenfalls im Einsatz sind Beamte der Bundespolizei.

14:41 Uhr | Keine Lösung des Problems

14:21 Uhr | AfD wird zum Thema für Verfassungsschutz

Der Bremer Verfassungsschutz nimmt den AfD-Nachwuchs ins Visier. Wie der Bremer Senat mitteilte, wird die Junge Alternative seit der vergangenen Woche beobachtet. Innensenator Ulrich Mäurer will das Vorgehen am Nachmittag erläutern. Auch Niedersachsen hat Maßnahmen gegen die Jugendorganisation in dem Bundesland angekündigt. Der sächsische Verfassungsschutz rechnet nicht mit einer baldigen Entscheidung darüber, ob die AfD wegen rechtsextremer Tendenzen beobachtet werden sollte. Ein Sprecher sagte, es sei zu früh, sich dazu zu äußern. Derzeit werde das während der Kundgebungen in Chemnitz gesammelte Material ausgewertet. Am Wochenende hatten Anhänger der AfD und der rechten "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" gemeinsam demonstriert. Politiker von SPD, Grünen, Linken und der CDU fordern deshalb eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz.

14:17 Uhr | Landtag diskutiert mangelnde Polizeipräsenz

Die fremdenfeindlichen Vorfälle von Chemnitz beschäftigen zur Stunde den sächsischen Landtag. Der Innenausschuss ist zu einer Sondersitzung zusammen gekommen. Dabei geht es vorrangig um die Unterbesetzung der Polizei bei den Protesten vor einer Woche. Innenminister Wöller soll Auskunft geben, warum die Polizei trotz erkennbarer Mobilisierung der rechten Szene nicht mit ausreichenden Kräften vor Ort war. "Ich erwarte, dass wir klären können, warum es ein offensichtliches Totalversagen bei der Planung des Polizeieinsatzes gab", sagte der Grünen-Innenexperte Valentin Lippmann vor Beginn der von seiner Fraktion beantragten Sondersitzung.

13:55 Uhr | Diskussionsplattform über Sachsen

Die Landeszentrale für politische Bildung hat eine Diskussionsplattform im Internet freigeschaltet. Zur Debatte steht unter anderem die These, wonach in Sachsen Rechtsextremismus oft verharmlost wird. Die Teilnehmer werden mit kontroversen Meinungen anderer Nutzer konfrontiert. Parallel gibt es Hintergrundinformationen. Interessenten können unter lasst-uns-streiten.de am Online-Dialog teilnehmen.

13:33 Uhr | Stadt untersagt Kundgebung von Pro Chemnitz

Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilte, wurde auch eine Kundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz nicht genehmigt. Wie zuletzt am vergangenen Montag sowie am vorigen Samstag wollte sie erneut vor dem Karl-Marx-Monument demonstrieren. Nach Angaben der Stadt war auch dieses Gelände bereits durch eine andere Veranstaltung besetzt. Nach der Verlegung des kostenfreien Open-Air-Konzertes vom Gelände am "Nischel" zum Parkplatz vor der Johanniskirche sollten am Monument am Abend DJs Musik spielen.

13:31 Uhr | AfD-Chef Meuthen weist Kritik an Demonstranten zurück

AfD-Chef Jörg Meuthen hat die Kritik an den rechtsgerichteten Demonstranten in Chemnitz durch Medien und Politik zurückgewiesen. "Ein ganzes Bundesland und seine Menschen werden hier pauschal verunglimpft, weil sich dort ein vernehmlicher und nur zu nachvollziehbarer Unmut über die hereinbrechenden Umstände regt", sagte er heute bei seinem Auftritt auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Dass die Menschen auf die Straße gingen und laut vernehmlich, aber friedlich ihren Unmut kundtäten, könne er bestens nachvollziehen.

13:28 Uhr | Bundesregierung kritisiert gewaltbereite Aufmärsche

Die Bundesregierung hat ihre Kritik an Kundgebungen rechter Gruppen in Chemnitz bekräftigt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, die Aufmärsche gewaltbereiter Rechtsextremisten und Neonazis am Wochenende hätten mit Trauer um einen Menschen oder mit Sorge um eine Stadt nichts zu tun. Vielmehr sei eine Botschaft des Hasses zu sehen gewesen. Daneben existierten jedoch auch berechtigte Sorgen und Betroffenheit. Seibert lobt die vielen Menschen, die Haltung gezeigt hätten und bedankte sich bei der Polizei für ihren Einsatz.

13:26 Uhr | Sondersendungen beim MDR

Eine Woche nach dem Tod eines 35-Jährigen und den anschließenden gewalttätigen Ausschreitungen beleuchtet der MDR umfangreich die Stimmung in Chemnitz. Heute berichtet ein "MDR extra" um 20.15 Uhr live über die aktuellen Ereignisse in Chemnitz, auch die Formate "Exakt - Die Story extra" und "Fakt ist!" setzen sich anschließend mit der Situation auseinander.

12:58 Uhr | Nach Messerattacke: Tatverdächtige sagen aus

Im Fall des vor gut einer Woche in Chemnitz getöteten Deutschen haben die beiden tatverdächtigen Männer aus Syrien und dem Irak in den Vernehmungen Aussagen zu den Vorwürfen gemacht. Wie Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz heute mitteilte, haben sie sich zu den Vorwürfen eingelassen. Zu den Einzelheiten machte sie jedoch keine Angaben. Es gebe bislang noch keine Erkenntnisse zum Anlass des Streits, der den tödlichen Messerstichen vorangegangen ist. "Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand kann man lediglich ausschließen, dass eine Belästigung oder ausländerfeindliche Motive Auslöser der Tat waren", so die Oberstaatsanwältin. Notwehr war bereits bei der Beantragung der Haftbefehle ausgeschlossen worden. Die Tatverdächtigen hätten "ohne rechtfertigenden Grund mehrfach mit einem Messer auf einen 35-jährigen Deutschen eingestochen".

12:41 Uhr | Kundgebung von Thügida nicht genehmigt

Die Stadt Chemnitz hat eine Demonstration des ausländer- und islamfeindlichen Bündnisses Thügida als Gegenveranstaltung zum Open-Air-Konzert #wirsindmehr untersagt. Wie die Stadtverwaltung heute mitteilte, wurde die Kundgebung nicht genehmigt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass die Veranstaltungsfläche bereits belegt sei. Thügida (Thüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes) wollte sich unmittelbar neben dem Konzertgelände unter dem Motto "Gegen antideutsche Kommerzhetze" versammeln.

12:39 Uhr | Ökumenisches Friedensgebet in der Kreuzkirche

Die Dresdner Kreuzkirche am Altmarkt lädt heute um 17 Uhr zu einem ökumenischen Friedensgebet ein, das die Ereignisse in Chemnitz thematisiert.

12:23 Uhr | Siemenschef fürchtet negative Auswirkungen für Wirtschaft

Siemenschef Joe Kaeser befürchtet negative Auswirkungen für die Wirtschaft wegen der ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Chemnitz. "Wir exportieren in Deutschland nicht nur Produkte, sondern auch Werte. Wir tragen eine besondere Verantwortung wegen unserer Geschichte, das dürfen wir nicht vergessen", sagte der Manager heute dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Vorfälle wie die in Chemnitz schaden dem deutschen Ansehen in der Welt. Da gibt es kein Vertun."

12:16 Uhr | Gewalt gegen Journalisten unterbinden

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert, Gewalt gegen Journalisten bei den rechtsgerichteten Demonstrationen in Chemnitz "strikt zu unterbinden". Die Einsatzkräfte vor Ort müssten "Gewaltexzesse gegen Berichterstatter, wie wir sie am Samstag in Chemnitz erleben mussten" verhindern, forderte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall heute in Berlin. Am Wochenende hatten Reporter und Kamerateams des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), der Nachrichtenportale "T-Online" und "Buzzfeed" ebenso wie Journalisten der "Zeit" und des Magazins "Stern TV" von Angriffen berichtet.

12:03 Uhr | Konzert gegen Rassismus und Gewalt

#wirsindmehr Konzert in Chemnitz
Bildrechte: wirsindmehr

Prominente deutsche Bands wollen heute in Chemnitz ein Zeichen gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt setzen. Gruppen wie die Toten Hosen, Kraftklub oder Feine Sahne Fischfilet geben dafür ein Gratiskonzert unter dem Motto „Wir sind mehr". Zu der Veranstaltung zwischen Hauptbahnhof, Karl-Marx-Denkmal und Rathaus werden mehrere tausend Zuschauer erwartet. Auf Facebook haben rund 38.000 Leute ihre Teilnahme angekündigt.

Quellen: MDR/ma/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.09.2018 | ab 5:00 Uhr in den Nachrichten
SACHSENSPIEGEL | 01.09.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 03. September 2018, 23:25 Uhr