Demonstranten stehen in der Chemnitzer Innenstadt
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#c2708 Ticker: Demonstrationen am Montag in Chemnitz beendet

Demos offiziell beendet +++ Vereinzelte Ausschreitungen bei Demos +++ Polizei mit massivem Aufgebot in Chemnitzer City +++ Zwei Tatverdächtige in Haft +++ Opfer offenbar identifiziert +++ Kretschmer kritisiert "widerliche" Stimmungsmache

Demonstranten stehen in der Chemnitzer Innenstadt
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23:45 Uhr | Weitere Verletzte bei Abreise

Laut Polizei wurden am späten Abend vier Teilnehmer der rechten Demonstration bei der Abreise durch 15-20 Angreifer verletzt. Zwei der Verletzten mussten zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Ermittlungen dauerten an. Wir beenden unsere Berichterstattung im Ticker.

22:40 Uhr | Lage in Chemnitz beruhigt sich

Bei Twitter berichteten einige Teilnehmer der beendeten Gegendemonstration noch von vereinzelten Auseinandersetzungen mit rechten Demonstranten. Ein Polizeisprecher sagte MDR SACHSEN, man sei überrascht gewesen von der Anzahl der Demonstrationsteilnehmer. Bei den Versammlungen am Montagabend in Chemnitz war es vereinzelt zu Zwischenfällen gekommen - dabei wurden einige Menschen verletzt. Laut Polizei beruhigt sich die Einsatzlage langsam und der Verkehr normalisiert sich.

21:45 Uhr | Polizei erklärt Demos für beendet

Die Polizei hat inzwischen beide Demonstrationen für beendet erklärt. Einzelne Teilnehmer seien noch zum Bahnhof begleitet worden. Die Sicherheitskräfte forderten in einem Tweet: "Bitte sorgt dafür, dass es friedlich bleibt."

21:13 Uhr | Rechte Demonstration löst sich auf

Nach einer Abschlusskundgebung vor dem Marx-Monument und dem Singen der Nationalhymne ist die rechte Demonstration beendet worden. Die Polizei passt darauf auf, dass die Teilnehmer beider Demos keinen unmittelbaren Kontakt bekommen. Die meisten scheinen sich auf den Heimweg zu begeben. Einige Demo-Teilnehmer stehen noch in Grüppchen am Veranstaltungsort und diskutieren.

20:55 Uhr | Rechte Demo wieder am Ausgangspunkt angekommen

Der rechte Demonstrationszug ist wieder am Ausgangspunkt angekommen. Die Teilnehmerzahl hat sich nach Angaben eines MDR-Reporters etwas reduziert. Die Polizei hat mit zwei Wasserwerfern und mehreren Einsatzfahrzeugen die Straße in Richtung Stadthallenpark abgesperrt. Dort befinden sich nur noch wenige Gegendemonstranten. So langsam scheinen sich die Demonstrationen aufzulösen.

20:46 Uhr | Polizei appelliert an potenzielle Gewalttäter - einige Verletzte

Die Polizei hat Demo-Teilnehmer aufgefordert, sich nicht zu vermummen und Gewalttaten zu unterlassen. Im Bereich des Stadthallenparks habe man Demonstranten gesehen, die Steine sammelten. Die Polizei teilt mit: "Aus beiden Versammlungslagern gab es Würfe von Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen. Dadurch wurden einige Menschen verletzt und müssen nun behandelt werden. Wir fordern eindringlich auf friedlich zu bleiben."

20:35 Uhr | Rechte marschieren über den Innenstadtring

Inzwischen hat sich der rechte Demonstrantenzug in Bewegung gesetzt in Richtung Innenstadtring. Einem MDR-Reporter zufolge beteiligen sich inzwischen mehr als 5.000 Menschen an dem Marsch. Die Gegendemonstranten wollen sich unbestätigten Meldungen zufolge im Stadthallenpark versammeln und danach in Richtung Johannisplatz laufen, wo sie mit den Rechten in Sichtweite aufeinandertreffen wollen. Derzeit ist die Lage ruhig. Die Polizei eskortiert die rechte Demo durch die Straßen.

20:03 Uhr | Polizei fährt mit Wasserwerfern auf

Zwischen den beiden Demonstrationen schaukelt sich die Gewalt immer höher. Wie ein MDR-Reporter berichtet, werden von rechten Demonstranten Flaschen geworfen und Feuerwerkskörper in Richtung Gegendemo abgefeuert. Kurzes Chaos und Flucht bei den Gegendemonstranten. Polizei-Sirenen heulen auf. Die Polizei fährt mit zwei Wasserwerfern vor und warnt die Demonstranten davor, Straftaten zu begehen. Falls das nicht eingehalten werde, würden die Wasserwerfer eingesetzt. Ordner der rechten Demo versuchen die Teilnehmer zu beruhigen. Zusätzliche Polizeibeamte kommen mit Einsatzfahrzeugen zur Demonstration. Die rechte Demo bewegt sich in Richtung Mühlenstraße.

19:30 Uhr | Redner beschimpfen Oberbürgermeisterin

Bei der Demo der Asylgegner bekommt ein Mann viel Beifall für seine Rede. Er ruft, 2015 habe die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig gesagt, jeder sei willkommen. Offenbar habe sie damit auch den jetzigen Tatverdächtigen gemeint. "Sie sind eine Schande für diese Stadt", schreit der Mann und erntet viel Beifall. Teilnehmer der rechtsextremistischen Splitterpartei "III. Weg" halten Plakate hoch, auf denen steht "Asylflut stoppen!". Andere Demoteilnehmer schwenken Deutschlandfahnen.

Demonstranten halten Schilder hoch auf denen steht: "Asylflut stoppen!" und  "Wir wollen keinen Faschismus ...auch ncht von Links"
Die Bereitschaftspolizei trennt die beiden Demonstrationen mit einem massivem Aufgebot. Bildrechte: xcitePRESS

19:10 Uhr | Rechte Demo noch immer nicht losmarschiert

Der Beginn des rechten Protestzuges durch die Chemnitzer Innenstadt verzögert sich. Derzeit sprechen einzelne Redner zu den Teilnehmern. Der Eröffnungsredner lobte, dass viele den Mut gezeigt hätten, ihr Gesicht zu zeigen. Unterdessen wird die Stimmung zwischen den beiden Demonstrations-Lagern immer aufgeheizter. Von den rechten Demonstranten werden Rufe wie "Lügenpresse!" oder "Wir sind lauter, wir sind mehr!" skandiert. Die Gegendemonstranten von der anderen Straßenseite antworten mit "Nazis raus!"

18:50 Uhr | Rechte legen Kranz am Tatort nieder

Etwa 200 Teilnehmer der rechten Demonstration haben einen Kranz für das Opfer der Messerattacke vom Sonntagmorgen niedergelegt. Die Gruppe wurde von Polizeibeamten abgeschirmt, da sich der Tatort nicht im Bereich des Platzes für die genehmigte Demonstration befindet. Inzwischen ist die Zahl der Demonstrationsteilnehmer auf weit über 1.000 angewachsen. Unter den Teilnehmern befinden sich nach Angaben eines MDR-Reporters einige offen erkennbare Rechtsextreme. Dem Aufruf seien aber auch viele bürgerlich wirkende Teilnehmer gefolgt.

18:40 Uhr | Rechte Demonstranten sammeln sich

Vor dem Marx-Monument haben sich inzwischen etwa 800 bis 1.000 Menschen für eine rechte Kundgebung versammelt. Die Polizei hat ihre Einsatzkräfte verstärkt. Auch Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht. Wie ein MDR-Reporter vor Ort berichtet, suchen die Organisatoren der rechten Demo offenbar noch Ordner. Bis diese nicht einsatzbereit seien, könne die Demo nicht beginnen. Unter den Teilnehmern befinden sich auch Mitglieder der rechtsextremistischen Splitterpartei "III.Weg".

Demonstranten stehen in der Chemnitzer Innenstadt
Die rechten Demoteilnehmer trafen sich gegen 18:30 am Marx-Monument. Bildrechte: xcitepress

18:20 Uhr | Polizei sperrt Kreuzung

Einsatzkräfte der Polizei sperren die Kreuzung Brückenstraße-Straße der Nationen ab. Zwischen beiden Demonstrationen hat die Polizei eine Kette von Einsatzfahrzeugen aufgestellt. Die Stimmung ist friedlich - von den Gegendemonstranten werden lediglich Parolen skandiert.

18:05 Uhr | Polizei trennt Demonstranten mit massivem Aufgebot

Die Polizei trennt beide Demonstrationen in der Chemnitzer Innenstadt. Viele Teilnehmer der Gegendemo haben sich bis an die Absperrungen an der Brückenstraße bewegt und rufen den Demoteilnehmern auf der anderen Straßenseite zu "Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda". Dort stehen die ersten Teilnehmer einer rechten Demonstration, die in einer halben Stunde beginnen soll.

17:55 Uhr | Etwa 1.000 Teilnehmer bei "Chemnitz nazifrei"

Vor der Stadthalle in Chemnitz haben sich etwa 1.000 Menschen versammelt, um gegen Fremdenhass und Neonazis zu demonstrieren. Sprecher des Bündnisses "Chemnitz nazifrei" und Vertreter aus der Lokal- und Landespolitik rufen zu Toleranz und friedlichem Miteinander auf. Zeitgleich sammeln sich vor dem Karl-Marx-Monument Teilnehmer einer zuwanderungskritischen Demonstration. Diese soll gegen 18:30 Uhr beginnen. Beide Kundgebungen werden durch ein starkes Polizeiaufgebot voneinander getrennt.

Hunderte Menschen stehen vor der Stadthalle in Chemnitz.
Vor der Chemnitzer Stadthalle demonstriert das Bündnis "Chemnitz nazifrei". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

17:30 Uhr | Erste Demo-Teilnehmer ziehen in Chemnitzer City

Im Chemnitzer Zentrum versammeln sich die ersten Teilnehmer zweier Demonstrationen. Vor der Stadthalle hat das Bündnis "Chemnitz nazifrei" eine Kundgebung angemeldet. Dort stehen nach Angaben eines MDR-Reporters etwa 400 zumeist junge Menschen. Wenige Meter entfernt, vor dem Karl-Marx-Monument, haben die Organisatoren einer zweiten Demo ein großes Transparent aufgehängt. Darauf ist der Anton-Günther-Spruch "Deitsch un´ frei woll´n mer sei!" zu lesen. Diese Demonstration soll gegen 18:30 Uhr beginnen.

17:17 Uhr | Innenminister ruft zu Ruhe und Besonnenheit auf

Polizei und Staatsanwaltschaft in Chemnitz haben am Montagnachmittag über den Stand der Ermittlungen zu einem tödlichen Messerangriff und darauf folgenden Demonstrationen in der Stadt informiert. Sonja Penzel, Präsidentin der Polizeidirektion Chemnitz, sagte, derzeit sei die Polizei mit der Auswertung von Videos der Demonstrationen vom Sonntagnachmittag beschäftigt. Während dieses nicht angemeldeten Aufmarsches von etwa 800 Menschen war es zu Angriffen auf Polizeibeamte und Unbeteiligte gekommen. Penzel rief die Bevölkerung auf, Videos oder Fotos der Polizei zur Verfügung zu stellen, um etwaige Straftaten zügig aufklären zu können. Sachsens Innenminister Roland Wöller betonte, das Gebot der Stunde sei Besonnenheit und Ruhe. "Wir werden Gewalttätern und Chaoten nicht die Straße überlassen." Polizeipräsidentin Penzel sagte, für die Demonstrationen am späten Montagnachmittag sei die Polizei gut vorbereitet.

16:50 Uhr | Stadt informiert über geplante Demos

Die Stadtverwaltung von Chemnitz hat über zwei angemeldete Demonstrationen in der Innenstadt informiert. Um 17 Uhr beginnt eine Kundgebung im Stadthallenpark. Anmelder ist das Bündnis "Chemnitz nazifrei". Ab 18:30 Uhr findet eine Kundgebung am Karl-Marx-Monument statt. Diese sei durch eine Privatperson angemeldet worden und umfasse auch einen Aufzug durch den Innenstadtbereich. Die durch das Stadtfest eingerichtete Sperrung der Brückenstraße bleibt nach Stadtangaben weiterhin bestehen. Im Zuge des Aufzuges werde es weiterhin zu operativen und kurzfristigen Sperrungen im Innenstadtbereich kommen.

16:40 Uhr | Zweiter Tatverdächtiger in Haft

Das Amtsgericht in Chemnitz hat am Nachmittag Haftbefehl gegen einen zweiten Tatverdächtigen des tödlichen Messerangriffs auf einen 35-Jährigen erlassen. Der Iraker soll zusammen mit einem Mann aus Syrien am frühen Sonntagmorgen einen 35 Jahre alten Mann aus Chemnitz mit einem Messer angegriffen haben. Das Opfer starb wenig später im Krankenhaus. Die Polizei ermittelt weiter zum Tatmotiv, zum genauen Ablauf und zur Tatwaffe.

16:35 Uhr | Verfassungsschutz: 200 Rechtsextremisten in Chemnitz

Der sächsische Verfassungsschutz geht von etwa 150 bis 200 Rechtsextremisten in Chemnitz aus. Während etwa die NPD kaum eine Rolle spiele, hätten sich bis zu ihrem Verbot im März 2014 vor allem die Vereinigung der Nationalen Sozialisten Chemnitz (NSC) hervorgetan. Nach dem Verbot organisierte sich die rechtsextremistische Szene in Chemnitz neu. Der sächsische Verfassungsschutzbericht von 2017 nennt hier vor allem die rechten Fangruppen New Society und Kaotic aus dem Umfeld des Fußballklubs Chemnitzer FC. Kaotic-Mitglieder hatten am Sonntag zu einer Kundgebung in Chemnitz aufgerufen, zu der etwa 800 Menschen gekommen waren, darunter auch gewaltbereite Rechtsextreme.

16:19 Uhr | Opfer offenbar identifiziert

Bei dem getöteten 35-Jährigen soll es sich um Daniel H. handeln. Das bestätigte Yvonne Höhne vom Chemnitzer Verein zur Beruflichen Förderung und Ausbildung (VBFA). Daniel hatte dort von 2011 bis 2014 eine Tischlerlehre absolviert: "Er war ein Wunsch-Lehrling: immer hilfsbereit, aufgeschlossen, fleißig und sehr beliebt" sagte Höhne. Die Ausbildung hatte der junge Mann mit Bestnoten und einer Auszeichnung der Handwerkskammer bestanden. Zu seiner alten Schule habe er immer noch Kontakt gehalten. Bei Facebook zeigte der Ausbildungsbetrieb seine Betroffenheit und tiefe Trauer. Auf seinem eigenen Facebookprofil sympathisierte das Opfer der Messerattacke, Daniel H., mit der linken Szene. Er likte diverse Musiktitel, Antifa-Aktionen und Bekleidungslabels der linken Szene.

16:07 Uhr | 23-jähriger syrischer Tatverdächtiger verhaftet

Das Amtsgericht Chemnitz hat am Montagnachmittag Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags gegen einen 23 Jahre alten Syrer erlassen. Ein zweiter Tatverdächtiger aus dem Irak wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch vom Haftrichter vernommen. Die beiden Männer sind dringend verdächtig, in der Nacht zum Sonntag auf einen 35-Jährigen eingestochen zu haben. Der Mann starb später im Krankenhaus.

16:05 Uhr | Kretschmer kritisiert "widerliche" Stimmungsmache

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die rechte Stimmungsmache nach der Messerattacke in Chemnitz scharf verurteilt. "Es ist widerlich, wie Rechtsextreme im Netz Stimmung machen und zur Gewalt aufrufen", schrieb Kretschmer am Montag auf Twitter. "Wir lassen nicht zu, dass das Bild unseres Landes durch Chaoten beschädigt wird", sagte der CDU-Politiker.

15:55 Uhr | Reaktionen aus Sachsen zu den Vorfällen in Chemnitz

15:24 Uhr | Dulig vermisst Fairness im Umgang mit Sachsen

Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) hat vor Selbstjustiz, Mutmaßungen und Gerüchtemacherei nach der tödlichen Attacke in Chemnitz gewarnt. Jetzt müsse die Polizei ihre Arbeit machen. Hass und Hetze seien nicht angebracht. Außerdem forderte Dulig eine faire Einschätzung der Verhältnisse in Sachsen. Sicher gebe es Probleme, aber "die Anständigen" seien in der Mehrheit, sagte Dulig in einem Interview mit MDR SACHSEN.

15:05 Uhr | Ministerin nimmt an Demo "Chemnitz Nazifrei" teil

Die Sächsische Gleichstellungs- und Integrationsministerin Petra Köpping will an der ab 17 Uhr im Chemnitzer Stadthallenpark geplanten antirassistischen Kundgebung des Bündnisses "Chemnitz Nazifrei" teilnehmen. "Ein schreckliches Ereignis hat die Stadt Chemnitz am Wochenende erschüttert. Noch bevor die Umstände der furchtbaren Tat ansatzweise aufgeklärt worden sind, beanspruchten rechte Gruppierungen umgehend die Deutungshoheit für sich, verbreiteten rassistische Interpretationen des Vorfalls und riefen zu Demonstrationen auf." Mit ihrer Teilnahme wolle sie die Menschen, die sich in Chemnitz für Demokratie und Weltoffenheit einsetzen, unterstützen, sagte die SPD-Politikerin.

14:21 Uhr | Innenminister und Polizei gehen vor die Presse

Sachsens Innenminister Roland Wöller will heute zusammen mit der Präsidentin der Polizeidirektion Chemnitz Sonja Penzel vor die Presse treten. Die Pressekonferenz findet laut Sächsischem Innenministerium 16:30 Uhr in der Polizeidirektion Chemnitz statt. Die Pressekonferenz wird bei MDR.DE im Livestream übertragen.

14:11 Uhr | Haftbefehle gegen zwei Tatverdächtige

Die Staatsanwaltschaft hat nach der tödlichen Auseinandersetzung in Chemnitz Haftbefehle gegen einen 23 Jahre alten Syrer und einen 22-jährigen Iraker beantragt. Den Männern werde vorgeworfen, in der Nacht zum Sonntag "ohne rechtfertigenden Grund" mehrfach auf einen 35 Jahre alten Deutschen eingestochen zu haben, teilte die Behörde mit. Die Ermittlungen zum Motiv und Ablauf der Tat dauern noch an. Beide Männer werden laut Staatsanwaltschaft noch am Montag dem Haftrichter vorgeführt.

13:40 Uhr | Friedensgebet in Chemnitzer Nikolaikirche

Die Gemeinde der Chemnitzer Nikolaikirche hat zu einem Friedensgebet am Nachmittag aufgerufen. Pfarrer Stephan Brenner sagte MDR SACHSEN: "Nach den Geschehnissen am gestrigen Tag haben uns viele gesagt, da sind wir nicht abseits und wollen auch ein Zeichen für Menschlichkeit und gegen Gewalt setzen." Der gemeinsame Gottesdienst soll laut Brenner um 15:30 Uhr stattfinden.

13:40 Uhr | DGB warnt vor Instrumentalisierung der Gewalttat

Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB Südwestsachsen sieht die Vorfälle rund um das Stadtfest in Chemnitz mit großer Sorge. "Mit allen rechtsstaatlich zur Verfügung stehenden Mitteln muss jetzt geklärt werden, was da passiert ist, wer beteiligt war und welche Folgen das für die Täter haben muss“, sagte Geschäftsführer Ralf Hron. "Was uns aber große Sorge bereitet, ist, wie Populisten und die rechtsextreme Szene den Vorfall bereits für sich zu instrumentalisieren versuchen. Sie wollen Menschen gegeneinander aufhetzen und so das politische Klima vergiften", erklärte der Gewerkschafter.

13:35 Uhr |Ludwig: Auch weiterhin Stadtfeste in Chemnitz

In Chemnitz soll es auch in Zukunft Stadtfeste geben. Das sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. "Aber die Polizei wird sich anders aufstellen müssen als bisher."

13:15 Uhr | Innenminister von Sachsen gegen "Spontanexperten"

Gegen schnelle Urteile und sogenannte "Spontanexperten“ hat sich Sachsens Innenminister Roland Wöller ausgesprochen. Im ZDF-Interview sagte der CDU-Politiker, dass die Geschehnisse vom Sonntag in Chemnitz aufgearbeitet werden müssten. Auch die Anzahl der vor Ort verfügbaren Polizeikräfte in Chemnitz seien Gegenstand der Prüfung. Als am Sonntag Aufrufe in sozialen Netzwerken zu Versammlungen auftauchten, musste Chemnitz Einsatzkräfte zur Verstärkung aus Leipzig und Dresden anfordern. Auch heute Abend sind Demonstrationen in der Chemnitzer Innenstadt angekündigt worden. "Wir sind vorbereitet, gegen Gewaltbereite vorzugehen. Gewalt ist unerträglich", so Wöller.

13:00 Uhr | Chemnitzer OB Barbara Ludwig stellt sich der Presse

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hat Offenheit und Transparenz bei der Aufklärung der Tötung eines Mannes am Sonntagmorgen angekündigt. "Ich rufe zur Besonnenheit auf", so Ludwig auf einer spontan einberufenen Pressekonferenz im Chemnitzer Rathaus. Der Rechtsstaat sei aufgefordert, diese Tat zu verfolgen. Selbstjustiz sei keine Option und werde nicht zugelassen.

11:50 Uhr | Bundesregierung verurteilt "Hetzjagden" auf Ausländer

Die Bundesregierung hat nach den Vorfällen in Chemnitz die "Hetzjagden" auf Ausländer scharf verurteilt. "Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft, oder der Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Bundesregierung verurteile dies "auf das Schärfste".

11:46 Uhr | Polizei Chemnitz dementiert zweiten Todesfall

Die Polizei hat Gerüchte über ein zweites Todesopfer nach der Messerattacke am Wochenende in der Chemnitzer Innenstadt dementiert. "Entgegen anderslautender Gerüchte gibt es nach dem Zwischenfall in #Chemnitz keinen zweiten Todesfall", schrieb die Polizei im Kurznachrichtendienst Twitter. Damit reagierten die Beamten auf Gerüchte, die in den sozialen Medien verbreitet wurden. Es gebe keine neuen Erkenntnisse zu dem Vorfall, bei dem ein 35-Jähriger an Stichverletzungen gestorben ist, sagte eine Polizeisprecherin. Die Ermittlungen liefen.

11:24 Uhr | Köditz: Polizei hat für Einsatz in Chemnitz viel zu lange gebraucht

Nach dem spontanen Aufmarsch von Rechtsextremen in Chemnitz am Wochenende sieht die sächsische Linke-Politikerin Kerstin Köditz Versäumnisse bei der Polizei. Der Deutschen Presse-Agentur sagte sie: "Warum hat man so lange gebraucht, um genügend Einsatzkräfte herzubringen. Wenn Informationen durchsickern, dass es am Rande eines Stadtfestes einen Toten gab, dann hätte die Polizei eigentlich Gewehr bei Fuß stehen müssen - bei all dem Alkohol, der bei solchen Gelegenheiten konsumiert wird. Sie könne nur hoffen, dass die Polizei die für Montag angekündigten Demonstrationen "auf dem Schirm hat".

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN Hörfunk | MDR SACHSEN - das Sachsenradio | ab 5:00 Uhr
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Zuletzt aktualisiert: 28. August 2018, 09:19 Uhr