Sachsen, Chemnitz: Teilnehmer der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben, ziehen zum  Karl-Marx-Denkmal. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
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Ticker | #c0109 Polizeiaufgebot verhindert Eskalation in Chemnitz

+++ 1.800 Polizisten im Einsatz ++ mindestens 25 Straftaten +++ Elf Personen im Krankenhaus +++ Kritik an Polizeieinsatz von AfD und Linken +++ Polizei appelliert an Gewaltbereite +++ Angriffe auf Journalisten +++ Eiscafé verwüstet +++ Stimmung immer gereizter +++

Sachsen, Chemnitz: Teilnehmer der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben, ziehen zum  Karl-Marx-Denkmal. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
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23:45 Uhr | Ticker-Ende

Wir beenden an dieser Stelle für heute die Berichterstattung aus Chemnitz.

Bildergalerie Tausende Demonstranten in Chemnitz

Unter dem Motto "Herz statt Hetze" sind in Chemnitz Tausende Menschen zusammengekommen, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" haben sich ebenfalls Tausende angeschlossen.

01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Wasserwerfer bringen sich bei der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben,in Stellung. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Um die Veranstaltungen in Chemnitz abzusichern, sind Polizisten aus neun Bundesländern sowie der Bundespolizei vor Ort. Hier bringen sich die Wasserwerfer bei der Demonstration von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Stellung. Bildrechte: dpa
AfD-Demo Chemnitz
Gegen 18 Uhr setzte sich der sogenannte Trauermarsch von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Bewegung. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
Teilnehmer der AfD-Pegida-Bilder zeigen Opferbilder.
Teilnehmer der AfD-Pegida-Bilder zeigen Plakate mit Männern und Frauen, die Opfer von Asylbewerbern geworden sein sollen. Bildrechte: Christian Essler
Ein Demonstrant wird von der Polizei in Gewahram genommen, weil er geschubst und provoziert haben soll.
Nicht alle Demonstranten waren friedlich. Manche provozierten und schubsten auch die Polizei und wurde in der Folge abgeführt. Bildrechte: Christian Essler
Politiker Herz-statt-Hetze-Demo
Unter den Demonstranten bei "Herz statt Hetze" waren auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, der Linken-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch, Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig, Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir und seine Nachfolgerin Annalena Baerbock sowie die ehemalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD). Bildrechte: Christian Essler
Bilder der Kundgebung "Herz statt Hetze"
Weitere Eindrücke von "Herz statt Hetze". Bildrechte: Christian Essler
01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Wasserwerfer bringen sich bei der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben,in Stellung. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Um die Veranstaltungen in Chemnitz abzusichern, sind Polizisten aus neun Bundesländern sowie der Bundespolizei vor Ort. Hier bringen sich die Wasserwerfer bei der Demonstration von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Stellung. Bildrechte: dpa
Sachsen, Chemnitz: Teilnehmer der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben, ziehen zum  Karl-Marx-Denkmal. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt. Bildrechte: dpa
AfD-Demo Chemnitz
Der Zug formierte sich auf der Theaterstraße/Innere Klosterstraße. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
AfD-Demo nimmt in Chemnitz Aufstellung.
Der gemeinsame "Trauermarsch" von AfD und Pegida beginnt. In der ersten Reihe stehen unter anderem die AfD-Landeschefs aus Thüringen, Brandenburg und Sachsen. Die Veranstalter haben zu einer friedlichen Veranstaltung angerufen. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Blick auf die Pro-Chemnitz-Demo.
Mehrere Tausend Menschen sind zum "Schweigemarsch" angereist. Bildrechte: Christian Essler
Pro Chemnitz
Die Botschaften sind eindeutig. Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer der "Pro Chemnitz"-Demo versammeln sich am Marx-Monument. Gegen 16 Uhr sind es mehrere hundert. Auch ein Teilnehmer mit Migrationshintergrund läuft bei der Kundgebung mit.
Auf der "Pro Chemnitz"-Veranstaltung. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Friedenspanzer Chemnitz
Aus Cuxhaven im Norden Niedersachsens ist ein umgebautes Wohnmobil als Friedenspanzer nach Chemnitz gerollt. Bildrechte: Uta Deckow
Der Chemnitzer Unternehmer und Stadtrat Lars Fassmann blockiert mit Grundgetzen die Route der rechten Demonstration. 01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Zahlreiche Grundgesetzbücher stehen auf der Bahnhofstraße in der Nähe der Kundgebung des Bündnisses Chemnitz Nazifrei unter dem Motto «Herz statt Hetze». Am 28.08.2018 war in Chemnitz ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden. Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die sächsische Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Der Chemnitzer Unternehmer und Stadtrat Lars Fassmann von der Piraten/Volkssolidarität-Fraktion blockiert auf der Bahnhofstraße mit Grundgesetzen die Route der rechten Demonstration. Bildrechte: Mario Unger
Blick auf die Herz-statt-Hetze-Demo in Chemnitz.
Am Nachmittag sind bereits mehrere Hundert Menschen zusammengekommen, um unter dem Motto "Herz statt Hetze" gegen Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren. Bildrechte: Christian Essler
Menschen sammeln sich zur Herz-statt-Hetze-Demo in Chemnitz.
Auf einem Parkplatz bei der Johanniskirche versammelten sich die Teilnehmer. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
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23:26 Uhr | 1.800 Polizisten im Einsatz

Die Polizei hat eine erste Bilanz des heutigen Demonstrationstages gezogen. Demnach wurden bisher 25 Straftaten angezeigt, darunter Sachbeschädigung, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole. Die Polizei schließt nicht aus, dass weitere Straftaten hinzukommen. So wird unter anderem noch der Überfall auf einen 20-jährigen Afghanen im Ortsteil Markersdorf überprüft. Er war gegen 19:35 Uhr auf der Wolgograder Allee von vier Vermummten angegriffen und geschlagen worden. Er wurde leicht verletzt. Jetzt werde ermittelt, ob die Täter möglicherweise an den Versammlungen in der Innenstadt teilgenommen haben, so die Polizei. Sie meldet neun Verletzte, die Stadt hatte zuvor von mindestens 11 Verletzten gesprochen.

Weiterhin machte die Polizei nähere Angaben zu den festgesetzten Demonstrationsteilnehmern am Roten Turm. Demnach wurden 300 Personen wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch festgehalten. Sie sollen versucht haben, zur Versammlung der AfD vorzudringen. Insgesamt nahmen heute nach Schätzungen der Polizei 9.500 Menschen an den Kundgebungen und Demonstrationen teil.

Polizeieinsatz am 1. September 2018 In Chemnitz waren 1.800 Polizisten mit Reiterstaffeln, Diensthunden, Wasserwerfern und Sonderfahrzeugen im Einsatz.

Die Beamten kamen aus folgenden Bundesländern:

Baden-Württemberg
Bayern
Brandenburg
Bremen
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Sachsen-Anhalt
Sachsen
Bundespolizei

22:50 Uhr | SPD-Politiker mit Besuchergruppe von Rechtsradikalen überfallen

Eine Besuchergruppe um den SPD-Bundestagsabgeordneten Sören Bartol ist nach eigenen Angaben von Rechtsradikalen überfallen worden. "Meine Gruppe aus Marburg wurde gerade auf dem Weg zum Bus von Nazis überfallen", schrieb der hessische SPD-Politiker am Abend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Alle SPD-Fahnen seien "zerstört" worden, einige seiner Begleiter seien "sogar körperlich angegriffen" worden, berichtete Bartol. Er fügte hinzu: "Ich bin entsetzt" und "Was ein Schock". Die Polizei sei "schnell" da gewesen und habe "einen guten Job gemacht". Seine Gruppe sei dann von der Polizei bis zum Bus begleitet worden.

22:20 Uhr | Lage am Hauptbahnhof entspannt sich

Um die Abreise der Demonstranten abzusichern, hatte die Polizei am Abend den Hauptbahnhof umstellt und Zugreisende nur grüppchenweise und nach Kontrolle eingelassen. Inzwischen ist die Lage auch hier deutlich entspannter. Die Polizei ist aber weiter präsent und lässt Personen nur für den jeweiligen Zug in den Bahnhof.

22:00 Uhr | Kessel am Roten Turm aufgelöst

Nach mehreren Stunden hat die Polizei die Gegendemonstranten, die am Roten Turm festgehalten wurden, gehen lassen. Über die Hintergründe ist bislang nichts bekannt.

21:45 Uhr | Erste Bilanz - "ziemlich viel Gewaltpotenzial"

21:20 Uhr | Weiter angespannte Stimmung

Noch immer sind viele Gruppen in der Stadt unterwegs. Wie eine MDR-Reporterin berichtet, halten sie sich in einer Größe von jeweils 100 bis 150 an verschiedenen Orten auf und werden von der Polizei gebeten, diese Orte zu verlassen. Ein anderer MDR-Reporter erzählt, dass sich eine Gruppe der AfD-Kundgebung am Tatort der Messerattacke auf von Daniel H. eingefunden hat. Dabei wurden Journalisten massiv bedrängt und mussten von der Polizei geschützt werden.

21:10 Uhr | Elf Personen im Krankenhaus

Nach Angaben der Stadt Chemnitz musste der Rettungsdienst zu insgesamt 17 Einsätzen ausrücken. Davon mussten elf Personen ins Krankenhaus gebracht werden. In einer Mitteilung bleibt die Stadt bei ihren Teilnehmerzahlen, wonach sich rund 4.000 Menschen bei "Herz statt Hetze" und 4.500 bei AfD und "Pro Chemnitz" angeschlossen haben. Reporter schätzen die Teilnehmerzahlen bei der AfD deutlich höher ein. Offizielles Ende aller Veranstaltungen war demnach 20:45 Uhr.

20:50 Uhr | Kritik an Polizeieinsatz

Die Einsatztaktik der Polizei wird sowohl von der AfD als auch den Linken kritisiert. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Armin-Paul Hampel sagte MDR SACHSEN: "Die Polizei ist nicht in der Lage diese Blockade zu räumen. [...] Die Demonstrationswege waren ja lange bekannt. [...] Eine gute Polizeiführung muss das so organisieren, dass beide Demonstrationen nicht aufeinander treffen. Das ist jetzt hier geschehen. [...] Das war hier keine gute Polizeiarbeit."

Juliane Nagel, Landtagsabgeordnete der Linken, twitterte: "Während Nazis durch die Stadt marodieren, werden Linke festgehalten. Das ist die politische Diktion in #Sachsen #c0109". Sie bezieht sich damit auf den Umstand, dass seit mehreren Stunden am Roten Turm zahlreiche Gegendemonstranten von der Polizei eingekesselt sein sollen, bis ihre Personalien aufgenommen wurden.

20:35 Uhr | Versammlung am Johannisplatz beendet

Laut Polizei ist die Versammlung "Frieden wahren - Demokratie verteidigen" am Johannisplatz beendet. "Damit sind alle großen Versammlungen des heutigen Tages in #Chemnitz #c0109 zu Ende", so die Polizei.

20:29 Uhr | Polizei appelliert an Gewaltbereite

Die Polizei appelliert via Twitter an gewaltbereite Demonstranten: "Teilweise hat die Heimreise der Teilnehmer der Versammlungen eingesetzt. Der überwiegende Teil verhält sich friedlich. An die aber, die Gewalt suchen: wir sind weiterhin mit starken Kräften im Stadtgebiet präsent und erneuern unsere Aufforderung: Bleibt friedlich!"

20:26 Uhr | Polizei fährt erneut Wasserwerfer vor

20:13 Uhr | Spontankundgebung untersagt

Trotz Auflösung der AfD-Kundgebung sind immer noch Hunderte Demonstranten an Ort und Stelle. Die Polizei hat soeben auf der Brückenstraße/Straße der Nationen durchgesagt, dass einer Spontankundgebung nicht stattgegeben wird. Die Teilnehmer sollen den Kundgebungsplatz in Richtung Theaterstraße verlassen. Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke sagte zur Auflösung des sogenannten Trauermarsches: "Der Rechtsstaat hat versagt. Der Rechtsstaat hat heute vor den Linksextremisten kapituliert. Wir waren diszipliniert und würdevoll, wie es einem Trauermarsch gebührt. Die Demokratie in Deutschland ist nicht mehr intakt. Wir werden sie uns mit rechtsstaatlichen Mitteln zurückholen."

Wie eine Reporterin von MDR SACHSEN berichtet, gab es in den vergangenen Stunden sowohl von Seiten der AfD-Demonstration als auch aus dem linken Lager Versuche, die Polizeisperren zu durchbrechen. Die Polizei hatte Wasserwerfer in den Konfliktbereich gebracht.

20:09 Uhr | Angriffe auf Journalisten

In der aufgeheizten Stimmung hat es offenbar mehrere Angriffe auf Journalisten und Kamerateams gegeben. Das berichtet unter anderem das Twitter-Team von Streetcoverage. Auch Teams des MDR wurden mehrfach bedrängt oder bedroht.

20:02 Uhr | Eiscafé verwüstet

Wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage von MDR SACHSEN bestätigt, wurde ein Eiscafé auf der Straße der Nationen verwüstet. Nähere Angaben machte sie nicht. Es soll sich aber nach Augenzeugenberichten um Antifa-Anhänger gehandelt haben. Unterdessen haben sich am Karl-Marx-Denkmal mehrere Hundert Gewaltbereite versammelt. Die Polizei verstärkt sich.

19:50 Uhr | Anzeige nach Angriff auf MDR-Team

Zwei MDR-Reporter sind in Chemnitz gegen 17 Uhr in einem Wohnhaus am Rande der Demonstrationen angegriffen worden. Dabei wurde ein Reporter verletzt. Die beiden erfahrenen Reporter aus der Redaktion MDR Aktuell TV hatten an einer Wohnungstür geklingelt und sich ordnungsgemäß vorgestellt. Sie äußerten die Bitte, mit einer VJ-Kamera vom Balkon der hochgelegenen Wohnung Bilder eines Demonstrationszuges drehen zu dürfen. Ein Jugendlicher in der Wohnung stimmte dieser Bitte zu und ließ die Reporter ein. Während der Dreharbeiten auf dem Balkon kam plötzlich ein Mann in die Wohnung und attackierte die beiden Reporter. Bei dem Angriff wurde ein Reporter die Treppe hinuntergestoßen, seine Kamera zerstört. Er wird derzeit ärztlich versorgt. Der zweite Reporter blieb unverletzt. Die Anzeige der beiden Reporter wurde von der Polizei vor Ort aufgenommen.

19:35 Uhr | Stimmung immer gereizter

Wie ein MDR-Reporter live aus Chemnitz berichtet, hat die Polizei die Lage zur Stunde noch unter Kontrolle. Allerdings nimmt die Anspannung deutlich zu. Im Hintergrund der Fernseh-Schalte war zu sehen, wie sich die Reiterstaffel auf einen Einsatz vorbereitet.

19:24 Uhr | Kundgebung von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" aufgelöst

Die Kundgebung von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" wurde von der Versammlungsbehörde aufgelöst. Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass die Versammlungszeit überschritten ist. Die Teilnehmer sehen das nicht ein und rufen "Wir sind das Volk".

Teilnehmer der AfD-Pegida-Bilder zeigen Opferbilder.
Während des sogenannten Trauermarsches wurden Fotos von Menschen gezeigt, die Gewaltopfer von Migranten sein sollen. Bildrechte: Christian Essler

19:20 Uhr | Aktuelle Teilnehmerzahlen

Wie ein Sprecher der Stadt auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilt, gehen aktuelle Schätzungen von 4.000 Teilnehmern bei "Herz statt Hetze" aus. Bei AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" sind es demnach 4.500.

19:18 Uhr | MDR SACHSENSPIEGEL vor Ort

19:15 Uhr | Stimmungsbericht

19:11 Uhr | Linke versuchen durchzubrechen

Jetzt versuchen linke Gegendemonstranten, vom Johannisplatz in Richtung Bahnhof durchzubrechen, vermutlich um die AfD-Demonstration über Umwege zu erreichen. Die Polizei hat sie gestoppt.

18:58 Uhr | Größere Gruppen setzen sich von AfD-Pegida-Demo ab

Nach Angaben eines MDR-Reporters setzen sich größere Gruppen von der Veranstaltung der AfD und Pegida in Richtung Gegendemonstranten ab. Den Angaben zufolge laufen sie um die Polizei-Absperrungen herum. Sie wurden von der Polizei eingekreist.

18:25 Uhr | Polizei spricht von "spannungsgeladener" Stadt

Einsatzkräften zufolge versuchen einzelne Störer auf die Aufzugsstrecke der AfD-Pegida-Versammlung zu gelangen.

18:10 Uhr | "Schweigemarsch" setzt sich in Bewegung

Nach langer Wartezeit und kurzer Störung von Gegnern der Demonstration hat sich die Versammlung von Afd und Pegida in Bewegung gesetzt. Grund für die Wartezeit war unter anderem die gestiegene Teilnehmerzahl durch ursprüngliche "Pro Chemnitz"-Teilnehmer. Die Organisatoren mussten nach zusätzlichen Ordnern suchen, um den Ablauf zu organisieren.

17:58 Uhr | Erste Schätzungen: 6.000 Teilnehmer bei AfD- und "Pro Chemnitz"-Veranstaltungen

An den Kundgebungen von AfD und "Pro Chemnitz" haben sich nach Angaben eines Stadtsprechers ersten Schätzungen zufolge rund 6.000 Menschen beteiligt. An der Großdemo unter dem Motto "Herz statt Hetze" gegen Fremdenfeindlichkeit nahmen demnach rund 2.500 Menschen teil.

MDR-Reporter vor Ort gehen von deutlich mehr Teilnehmern auf Seiten von AfD und Pegida aus. Die Polizei will auch Anfrage keine Schätzung abgeben.

Bildergalerie Tausende Demonstranten in Chemnitz

Unter dem Motto "Herz statt Hetze" sind in Chemnitz Tausende Menschen zusammengekommen, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" haben sich ebenfalls Tausende angeschlossen.

01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Wasserwerfer bringen sich bei der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben,in Stellung. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Um die Veranstaltungen in Chemnitz abzusichern, sind Polizisten aus neun Bundesländern sowie der Bundespolizei vor Ort. Hier bringen sich die Wasserwerfer bei der Demonstration von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Stellung. Bildrechte: dpa
AfD-Demo Chemnitz
Gegen 18 Uhr setzte sich der sogenannte Trauermarsch von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Bewegung. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
Teilnehmer der AfD-Pegida-Bilder zeigen Opferbilder.
Teilnehmer der AfD-Pegida-Bilder zeigen Plakate mit Männern und Frauen, die Opfer von Asylbewerbern geworden sein sollen. Bildrechte: Christian Essler
Ein Demonstrant wird von der Polizei in Gewahram genommen, weil er geschubst und provoziert haben soll.
Nicht alle Demonstranten waren friedlich. Manche provozierten und schubsten auch die Polizei und wurde in der Folge abgeführt. Bildrechte: Christian Essler
Politiker Herz-statt-Hetze-Demo
Unter den Demonstranten bei "Herz statt Hetze" waren auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, der Linken-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch, Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig, Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir und seine Nachfolgerin Annalena Baerbock sowie die ehemalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD). Bildrechte: Christian Essler
Bilder der Kundgebung "Herz statt Hetze"
Weitere Eindrücke von "Herz statt Hetze". Bildrechte: Christian Essler
01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Wasserwerfer bringen sich bei der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben,in Stellung. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Um die Veranstaltungen in Chemnitz abzusichern, sind Polizisten aus neun Bundesländern sowie der Bundespolizei vor Ort. Hier bringen sich die Wasserwerfer bei der Demonstration von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Stellung. Bildrechte: dpa
Sachsen, Chemnitz: Teilnehmer der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben, ziehen zum  Karl-Marx-Denkmal. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt. Bildrechte: dpa
AfD-Demo Chemnitz
Der Zug formierte sich auf der Theaterstraße/Innere Klosterstraße. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
AfD-Demo nimmt in Chemnitz Aufstellung.
Der gemeinsame "Trauermarsch" von AfD und Pegida beginnt. In der ersten Reihe stehen unter anderem die AfD-Landeschefs aus Thüringen, Brandenburg und Sachsen. Die Veranstalter haben zu einer friedlichen Veranstaltung angerufen. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Blick auf die Pro-Chemnitz-Demo.
Mehrere Tausend Menschen sind zum "Schweigemarsch" angereist. Bildrechte: Christian Essler
Pro Chemnitz
Die Botschaften sind eindeutig. Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer der "Pro Chemnitz"-Demo versammeln sich am Marx-Monument. Gegen 16 Uhr sind es mehrere hundert. Auch ein Teilnehmer mit Migrationshintergrund läuft bei der Kundgebung mit.
Auf der "Pro Chemnitz"-Veranstaltung. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Friedenspanzer Chemnitz
Aus Cuxhaven im Norden Niedersachsens ist ein umgebautes Wohnmobil als Friedenspanzer nach Chemnitz gerollt. Bildrechte: Uta Deckow
Der Chemnitzer Unternehmer und Stadtrat Lars Fassmann blockiert mit Grundgetzen die Route der rechten Demonstration. 01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Zahlreiche Grundgesetzbücher stehen auf der Bahnhofstraße in der Nähe der Kundgebung des Bündnisses Chemnitz Nazifrei unter dem Motto «Herz statt Hetze». Am 28.08.2018 war in Chemnitz ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden. Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die sächsische Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Der Chemnitzer Unternehmer und Stadtrat Lars Fassmann von der Piraten/Volkssolidarität-Fraktion blockiert auf der Bahnhofstraße mit Grundgesetzen die Route der rechten Demonstration. Bildrechte: Mario Unger
Blick auf die Herz-statt-Hetze-Demo in Chemnitz.
Am Nachmittag sind bereits mehrere Hundert Menschen zusammengekommen, um unter dem Motto "Herz statt Hetze" gegen Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren. Bildrechte: Christian Essler
Menschen sammeln sich zur Herz-statt-Hetze-Demo in Chemnitz.
Auf einem Parkplatz bei der Johanniskirche versammelten sich die Teilnehmer. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Alle (26) Bilder anzeigen

17:45 Uhr | Gegendemonstranten versuchen zu stören

Aus Richtung Am Wall hat nach Angaben eines MDR-Reporters eine kleine Gruppe Gegendemonstranten versucht, die AfD-Pegida-Versammlung zu stören. Die Gruppe wurde von der Polizei Richtung Roter Turm wegeskortiert. Die AfD-Pegida-Teilnehmer sind noch nicht losgelaufen.

17:32 Uhr | AfD und Pegida haben zu friedlicher Versammlung aufgerufen

Der gemeinsame "Schweigemarsch" von AfD und Pegida beginnt. In der ersten Reihe stehen unter anderem die AfD-Landeschefs aus Thüringen, Brandenburg und Sachsen. Die Veranstalter haben zu einer friedlichen Versammlung aufgerufen.

17:00 Uhr | "Schweigemarsch" von AfD und Pegida beginnt in wenigen Minuten

In der Theaterstraße haben sich Teilnehmer der Demonstration von "Pro Chemnitz" der Veranstaltung von AfD und Pegida angeschlossen. Unter "Wir sind das Volk"- und "Merkel muss weg"-Rufen machte sich ein Großteil der geschätzt 1.500 Teilnehmer auf den Weg zu dem anderen Versammlungsort. Die Polizei begleitete den Zug mit einem starken Aufgebot. Noch warten die Teilnehmer nach Angaben eines MDR-Reporters auf eine neue Route für den "Schweigemarsch".

16:46 Uhr | Polizei ruft zu friedlichen Demonstrationen auf

16:40 Uhr | "Pro-Chemnitz"-Veranstaltung löst sich auf, um sich AfD-Demo anzuschließen

Die Demonstration von "Pro Chemnitz" wird nicht wie geplant stattfinden. Die Polizei habe einen Zusammenschluss der beiden Demos verhindern wollen, hieß es auf der Kundgebung der rechten Bürgerbewegung. "Pro Chemnitz" hätte seine Route ändern müssen. Das lehnten die Teilnehmer nach Angaben eines MDR-Reporters ab. Die Teilnehmer von "Pro Chemnitz" wollen sich demnach dem Schweigemarsch von AfD und Pegida anschließen.

16:32 Uhr | Kundgebung "Pro Chemnitz": "Staat nimmt Kernaufgabe Sicherheit nicht wahr"

Martin Kohlmann, Mitbegründer der rechten Bürgerbewegung "Pro Chemnitz", wirft dem Staat vor, seine Kernaufgabe nicht zu erfüllen. Auf einer Kundgebung sagte er: "Mir ist vorgeworfen worden, ich würde den Staat mit der Mafia gleichsetzen. Aber das stimmt nicht. Denn wenn die Mafia ein Schutzgeld erpresst, dann beschützt sie einen wirklich."

16:20 Uhr | Dulig: "Die Mehrheit sind die Anständigen"

Sachsens Vize-Regierungschef Martin Dulig hat Fairness gegenüber der Stadt Chemnitz und dem Freistaat Sachsen angemahnt. "Die Mehrheit sind die Anständigen, und ich möchte, dass man das auch sieht und wahrnimmt", sagte der Wirtschaftsminister und SPD-Landesvorsitzende am Rande einer Demonstration in Chemnitz. Auch die vielen Menschen, die sich für ein demokratisches Sachsen engagierten, "werden in Misskredit gezogen, wenn man das Land einfach in eine Ecke stellt."

16:15 Uhr | Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch begrüßt Anwesenheit von Bundespolitikern

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hat sich am Rande der Veranstaltung "Herz statt Hetze" zu den Demonstrationen in Chemnitz geäußert. Im Interview mit MDR SACHSEN sagte er, wie wichtig es sei, dass in Chemnitz die Stadtgesellschaft aufstehe und es gut sei, dass viele Bundespolitiker ein klares Zeichen setzten. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Hetze, Gewalt, Rassismus in irgendeiner Weise anerkannt sind. Wir wollen das nicht in unserem Land."

Dietmar Bartsch von der Linken äußert sich am Rande der Demo in Chemnitz zum Rechtsextremismus in Sachsen. Bartsch: Rechte kein typisch sächsisches Problem, aber die Union in Sachsen hat das nicht konsequent verfolgt.
Dietmar Bartsch von der Links-Partei äußert sich am Rande der Demo in Chemnitz zum Rechtsextremismus in Sachsen. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

16:03 Uhr | Nischel-Konzert am Montag wird verlegt

Das für Montag geplante Konzert gegen Rechts in Chemnitz ist kurzfristig verlegt worden. Es soll nun nicht am Marx-Kopf, sondern auf dem großen Parkplatz an der Johanniskirche stattfinden. Die Veranstalter reagieren damit auf das überwältigende Feedback nach der Konzertankündigung. Der Bühnenstandort werde verlegt, damit alle dabei sein könnten, hieß es. Ab 17 Uhr wollen unter anderem Die Toten Hosen, Kraftklub, Marteria, Casper, Feine Sahne Fischfilet und Trettman ein Zeichen gegen rechte Gewalt setzen.

15:56 Uhr | Teilnehmer von "Pro Chemnitz" versammeln sich

Laut MDR-Reporter haben sich mehrere Hundert Teilnehmer am Karl-Marx-Monument in der Innenstadt von Chemnitz getroffen - darunter auch viele junge Menschen. Sie sind einem Aufruf der rechten Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" gefolgt, die ab 16 Uhr unter dem Motto "CHEMNITZ STEHT AUF!" eine Demo startet.

15:15 Uhr | Innenministerium weist Bericht um "schwere Panne" zurück

Die Bundespolizei und das Innenministerium in Sachsen haben einen Bericht über eine "schwere Panne" zurückgewiesen. Von der hatte die Zeitung die "Welt" berichtet. Aus dem Innenministerium hieß es, das Lagezentrum habe darauf verzichtet, beim Bundespolizeipräsidium in Potsdam nach Verstärkung zu fragen. Die zusätzlichen Kräfte und Hubschrauber wären erst kurz vor Mitternacht vor Ort gewesen.

15:08 Uhr | Mehrere Hundert Menschen bei "Herz statt Hetze"

Am Nachmittag sind bereits mehrere Hundert Menschen zusammengekommen, um unter dem Motto "Herz statt Hetze" gegen Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren.

Zu der Großdemo hatte ein breites Bündnis aufgerufen. Auch Bundespolitiker wie SPD-Vizechefin Manuela Schwesig, Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch und die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock werden erwartet. Die Lage ist laut Polizei ruhig in der Stadt.

14:35 Uhr | Überfüllte Züge zwischen Leipzig und Chemnitz

Am Leipziger Hauptbahnhof sind die Züge nach Chemnitz offenbar brechend voll. Das berichten Reisende auf Twitter.

14:01 Uhr | Friedensdemonstration beendet

Zum Start von einer Reihe von Kundgebungen sind am Sonnabend rund 50 Menschen für ein friedliches Miteinander durch Chemnitz gezogen. Die Linke im Chemnitzer Stadtrat hatte zu der Veranstaltung aufgerufen. Nach Diskussionen, Reden und Musik am Roten Turm in der Innenstadt setzte sich der Zug in Bewegung. Die Route führte auch unweit des Tatorts vorbei, wo es vor knapp einer Woche zu der tödlichen Messerattacke auf einen 35-Jährigen gekommen war.

Teilnehmer einer Friedensdemo versammeln sich in Chemnitz am Roten Turm.
Bildrechte: Harry Härtel

12:41 Uhr | AfD-Bundeskonvent wird für "Schweigemarsch" offenbar vorzeitig beendet

Die Delegierten des Bundeskonvents der AfD haben beschlossen, ihr Treffen in Dresden frühzeitig zu beenden. Offenbar soll das zugunsten des gemeinsamen "Schweigemarschs" der AfD und Pegida in Chemnitz geschehen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen erfuhr, stimmten die 50 Delegierten am Sonnabend mit großer Mehrheit für einen Antrag des Berliner Abgeordneten Frank-Christian Hansel auf Änderung der Tagesordnung. In dem Beschluss werde aber hervorgehoben: Die Teilnahme an der Aktion sei nicht als Schulterschluss mit Pegida zu verstehen.

12:25 Uhr | Radio-Feature arbeitet Ereignisse von Chemnitz auf

Eine tödliche Messerattacke. Eine Trauerdemonstration, die aus dem Ruder läuft. Eine Debatte über Sachsen. Wie aber ist die Stimmung in Chemnitz, auf das die Welt schaut? Sebastian Hesse hat sich vor Ort ein Bild gemacht.

12:15 Uhr | Herzen am "Nischel"

Der Sockel des Karl-Marx-Monuments im Zentrum von Chemnitz ist über Nacht mit bunten Papierherzen beklebt worden. Dort will unter anderem die rechte Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" am Nachmittag eine Kundgebung abhalten.

Zwei Männer befestigen am Karl-Marx-Denkmal ein Plakat mit der Aufschrift 'Chemnitz ist weder grau noch braun'.
Bildrechte: dpa

12:05 Uhr | Umfangreiche Straßensperrungen in der Innenstadt

In Chemnitz ist die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort. Seit dem Mittag sind Teile der Innenstadt wegen der angekündigten Protestaktionen für den Verkehr abgesperrt. Schon seit dem Morgen gelten großflächige Parkverbote.

11:55 Uhr | Dresden verschiebt Verkündung des neuen Stadion-Namens

Wegen der kurzfristigen Absage des Heimspiels gegen den Hamburger SV verschiebt Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden auch die Bekanntgabe des neuen Namens für sein Stadion. Bis gestern konnten die Fans über die Vorschläge "Dynamo-Stadion" und "Rudolf-Harbig-Stadion" abstimmen. Die Entscheidung ist gefallen, soll nun aber erst beim nächsten Heimspiel am 22. September gegen Darmstadt 98 verkündet werden. Die Verkündung war eigentlich für das heutige Spiel geplant. Wegen der Proteste in Chemnitz kann die Begegnung nicht stattfinden, da sämtliche Polizeikräfte gebunden sind.

11:40 Uhr | Erste Veranstaltung hat begonnen

Rund 20 Menschen haben am Vormittag am Roten Turm in Chemnitz für Vielfalt und ein friedliches Miteinander demonstriert. Unter dem Motto "Chemnitz bunt statt braun" sprachen und diskutierten Vertreter verschiedener Friedensgruppen mit Passanten. Die Polizei bezeichnete die Lage am Vormittag als ruhig.

10:45 Uhr | U2-Sänger Bono verurteilt Ausschreitungen

Der Sänger der Rockband U2 hat die rechten Ausschreitungen in Chemnitz scharf kritisiert. Bei einem Konzert am Freitagabend in Berlin sagte er: "Solche Leute gehören nicht zu Europa und diesem Land." Während der Show der vier Musiker wurde auch der Slogan "#wirsindmehr" auf einem Bühnenbildschirm angezeigt. Unter dem Motto "wirsindmehr" haben für Montag Bands wie Die Toten Hosen zu einem kostenlosen Konzert nach Chemnitz eingeladen.

10:04 Uhr | Offenbar Polizeipanne bei Chemnitzer Demo am Montag

Bei den Demonstrationen in Chemnitz am vergangenen Montag hat es offenbar eine schwere Panne gegeben. Wie die Online-Ausgabe der Zeitung die "Welt" berichtet, hatte die Chemnitzer Polizei um Unterstützung beim Sächsischen Innenministerium gebeten. Die Anfrage des Ministeriums sei dann aber an die Einsatzzentrale in Pirna gegangen und nicht an das zuständige Präsidium in Potsdam. Deshalb sei keine Verstärkung geschickt worden. Die Polizei stand mit rund 600 Einsatzkräften etwa 7.500 Demonstranten gegenüber. Rund 20 Menschen waren bei den Demonstrationen am Montag verletzt worden.

09:30 Uhr | Außenminister ruft zu entschlossenem Eintreten für Demokratie auf

Bundesaußenminister Heiko Maas hat ein entschlossenes Eintreten für Demokratie angemahnt. Der SPD-Politiker schrieb via Twitter, "wenn heute wieder Menschen mit Hitlergruß durch die Straßen ziehen, bleibt unsere Geschichte Mahnung und Auftrag, entschlossen für Demokratie einzutreten." Damit nimmt er Bezug auf Demonstrationen in Chemnitz am Montag. Es war zu Ausschreitungen gekommen - auch der Hitlergruß wurde gezeigt.

09:16 Uhr | Integrationsministerin warnt: Ausschreitungen auch in anderen Teilen Deutschlands möglich

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping hält Ausschreitungen wie in Chemnitz auch in anderen deutschen Städten für möglich. Sie warne davor, dass man glaube, das könne nur in Chemnitz passieren, sagte die SPD-Politikerin. Zu den Ausschreitungen in der Stadt seien Rechtsextreme aus ganz Deutschland angereist. Die Rechten seien extrem gut vernetzt.

09:15 Uhr | Polizei bereitet sich vor

Die Polizei bereitet sich auf die neuen Protestaktionen vor. Aus mehreren Bundesländern wurde Unterstützung angefordert. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sagte im Vorfeld, sie hoffe auf die Besonnenheit aller Demonstranten. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow forderte mehr Sicherheit in allen Bereichen. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Regierenden müssten sich nicht nur um die polizeiliche, sondern auch um die gesellschaftliche Sicherheit kümmern.

09:10 Uhr | Tausende Teilnehmer zu Demonstration in Chemnitz erwartet

Vor den angekündigten Demonstrationen ist es in der Nacht in Chemnitz ruhig geblieben. Das hat das Lagezentrum der Polizei am Morgen mitgeteilt. Rund 10.000 Menschen werden in Chemnitz erwartet. Ein breites Bündnis aus rund 70 Vereinen, Organisationen und Parteien hat ab dem Vormittag zu Demonstrationen unter dem Motto "Herz statt Hetze" aufgerufen. Am Nachmittag sind Kundgebungen der rechten Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" sowie der AfD und Pegida geplant.

Quellen: MDR/kp/dk/st/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.09.2018 | ab 5:00 Uhr in den Nachrichten
SACHSENSPIEGEL | 01.09.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 02. September 2018, 16:16 Uhr

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243 Kommentare

02.09.2018 16:19 Wessi 243

@ 227 Falsch. 25% d. sächs. WÄHLER!Macht wie wenig der BRD-Wähler? In der Demokratie gilt immer noch die Mehrheit.Und das ist gut so.Empörend empfinde ich Ihre indirekte Gleichstellung von BRD heute+DDR damals.Wir leben in einem freien Land+die Vergleiche beleidigen die Republik+sein Volk.Wer mit Nazis mitläuft macht sich mindestens MITschuldig. Gerade in den Kommentaren hier, habe ich immer wieder gelesen, daß Menschen nicht einmal mehr "verantwortlich" sein wollen für das Morden der Großelterngeneration.Hauptschuldige damals sahen auch aus, wie "Normalos".Und, daß man "argumenativ" gar "am Ende" (ist) oder "verfehlte Politik" wird durch gar nichts belegt, bzw. die Mehrheit sieht das überhaupt nicht so.(2 Jahre nach "wir schaffen das" nur 12%)Demokratie=Mehrheit.Oder sind 25% d.sächs.Wähler eben "undeutsch"? @ 238 ...wo ist der Unterschied?Es gibt Bundesländer, in denen 16-jährige wählen dürfen.Tempi passati, heute weiß ein Jugendlicher durchaus, was er tut.Ausserdem:"ungefähr".

02.09.2018 15:47 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 242

@ 227:
Zitat "Natürlich muß der Normalo den Brechreiz überwinden, um hinter einem Herrn Höcke herzulaufen aber der Frust darüber, als Kritiker einer verfehlten Politik, ohnehin pauschal als Hetzer und Rechter verortet zu werden , senkt die Hemmschwelle für den Anschluss offenbar ungemein."

Na, offensichtlich gibt es 'Normalos', die ihren Brechreiz überwinden und dabei neben/hinter Bernd herrennen können... und wenn dann noch die Hemmschwelle gesenkt ist, weil man sich nur als das Opfer von Pauschalisierungen sieht, lächelt man auch dabei...

Nur wenn man mit gewissen Rassentheorien oder anderem 'Ausgrenzungs-Schnickschnack' sympathisiert, hat man "seinen Brechreiz im Griff", wenn man mit Leuten verkehrt, die diese Gedanken offen proklamieren.

02.09.2018 15:33 Querdenker 241

siehe „svz Mindestens 18 Verletzte und 37 Straftaten bei Protesten in Chemnitz“

Zitat: „Die Polizei geht insgesamt von mehr als 11.000 Teilnehmern bei den unterschiedlichen Versammlungen am Samstag aus – 8000 Demonstranten bei den Kundgebungen von AfD, Pegida und Pro Chemnitz und rund 3000 bei den Gegenkundgebungen.“

Es gab ja auch viele Versuche von der linken Seite, den Trauermarsch zu stören. Den friedlichen Demonstranten die Trauer abzusprechen ist unsäglich. Siehe hierzu auch mein Beitrag 121 und 122.

Manche Politiker muten wie „Schlafwandler“ an:

siehe „mdr Seehofer: Migration hat Land verändert“

Zitat: „Bundesaußenminister Heiko Maas forderte in der Zeitung die Deutschen auf, auch "mal vom Sofa hochzukommen und den Mund aufzumachen". ...“

Die Demos verliefen größtenteils friedlich. Ich verurteile jede Gewalt, egal von welcher Seite.

02.09.2018 15:33 Pjotr 240

@213: Wie kommen Sie auf das schmale Brett zu behaupten die Zahl wäre für beide Demos nach oben korrigiert worden? „4500 Teilnehmer der rechten Demo stehen 4000 Gegendemonstranten gegenüber.“ Dieser Satz von MDR Aktuell, welcher gestern im Viertelstundentakt verbreitet wurde, klingt mir noch heute im Ohr. Nun spricht man von 3000 Gegendemonstranten. Seltsam nicht wahr? Selbst diese Zahl ist noch sehr optimistisch geschätzt, schaut man sich die Bilder im Internet an.

Man darf gespannt sein wie hoch die Teilnehmerzahl wohl morgen sein wird, schließlich gibt es wieder was lau und da Konzerte dieser Millionären mittlerweile für manchen Linken unerschwinglich geworden sind läßt man sich gern auch kostenlos herankarren. Der Aufmacher zu diesem Konzert läßt jedenfalls keine Fragen offen. Zitate daraus würden wohl den Kommentarrichtlinien widersprechen.

02.09.2018 15:23 ralf meier 239

@Wo geht es hin? Nr 224: Hallo, man muß nicht wie die Moderation 'im nachhinein' darüber spekulieren, ob Herr Berthold von Team MDR den Jugendlichen eventuell auf ein Alter von 18 einschätzte. in dem Interview des Herrn André Berthold von Team MDR sagt dieser, er habe das Alter des Jugendlichen auf ungefähr 16 geschätzt.

02.09.2018 15:19 nanu 238

diese Demonstrationen werden sich solange mit dem Faktor X in Häufigkeit und Teilnehmerzahl multiplizieren, bis von politischen Verantwortungsträgern( die ihre Aufgabe auch so verstehen), erkannt wird, dass die Wertung" bedauerliche Einzelfälle von lediglich regionaler Bedeutung" als eigentliche Ursache erkannt und als nationale Aufgabe angegangen wird

02.09.2018 15:11 Janes 237

@Rico 219: Was?! Also wir verlieren uns hier im Kleinklein, wenn wir bei jedem Asylsuchenden nach den Umständen schauen. Die Menschen dürfen aus meiner Sicht selbst entscheiden, wie sie es machen.

Aber es gibt sicherlich extrem viele Konstelationen! Womöglich gehen die jungen Männer allein deshalb vor, weil sie sonst entweder in den Krieg ziehen müssten oder aber als Desserteur verfolgt würden. Vielleicht zeigt das aber auch, dass die Flucht noch gefährlicher ist, als im Keller zu sitzenund zu hoffen, dass man den nächsten Tag erlebt. Oder die Verwandten flüchten im Inland und die jungen Leute gen Europa.

Wer weiß das schon so ganau? Es ist aber auch egal! Wer flüchtet und um Asyl bittet, hat das Recht das unser Staat seine Bitte prüft. Daher bin ich froh, das wir in einem RECHTSTAAT leben. Noch zumindest. Finstere Mächte nagen im Moment sehr daran. Oder glauben sie, dass es in einem afd Staat noch ein Demonstrationsrecht gegen die Regierung gibt?

02.09.2018 15:07 Robert 236

Polizeiaufgebot provozierte Eskalation in Chemnitz. Nur das die disziplinierten AfD-Demonstranten nicht darauf eingingen. Da wird die Demo unter fadenscheinigen Vorwänden 1 Stunde lang verzögert und dann auf Anweisung von oben abgebrochen - mit der lächerlichsten Begründung, die ich jemals gehört hab.
Das der Trauermarsch nicht nur einem Erstochenen galt, wird gerne verschwiegen.

02.09.2018 14:54 Janes 235

@ jochen 196: Die Masse an Leuten, die mit dir in einer Blase leben sehen das ebenso. Aber die anderen, also das Deutsche Volk weiß, dass die meisten Mörder und Totschläger immer noch Deutsche sind. Um seinen Rassismus zu rechtfertigen und damit alltagstauglich zu machen, brauchen Leute wie du irgendwann andere Argumente!

@ralf meier 209: Bisher fand ich ihre Beiträge kritisch, aber sachlich. Aber der Kommentar zum Vorfall mit dem MDR Team geht nicht! Dazu sollte man am besten gar nichts sagen, oder wenigstens abwarten, bis eine offizielle Stelle -die Polizei-ihre Ermittlungen bekannt gibt.
Aber diese Vorfall nun ebenfalls instrumentalisieren, um damit seine ausländerfeindliche Meinung zu legitimieren und die Presse zu kriminalisieren ist unter aller Sau! Ein weiteres Mal wird hier eine Grenze überschritten!

02.09.2018 14:50 Bernd 234

Ich empfehle: "Wie man Nazis erkennt" von Christian Stöcker. Darin: "Jedenfalls ist es aus den oben genannten Gründen für Nicht-Nazis unmöglich, sich mit Nazis vorübergehend und zweckgebunden zu verbünden. Wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder ein nützlicher Idiot der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht." So sieht es aus.