08.09.2019 | 15:53 Uhr Die Tomatenkönigin von Hohenstein-Ernstthal

Die Tomate ist es, die es Swetlana Hüttner angetan hat. Mit über 100 verschiedenen Tomatensorten in ihrem Garten ist sie wahrscheinlich die Tomatenkönigin der Region. Und ein Ende der Vielfalt ist nicht in Sicht.

Eine Frau arbeitet im gewächshaus, im vordergrund gelb-rot geflammte tomaten.
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Im Österreichischen heißt die Tomate "Paradeiser". Und tritt man in durch die Pforte von Swetlana Hüttners Garten in Hohenstein-Ernstthal, dann weiß man auch warum. Denn die 53-Jährige hat sich hier ein Paradeiser-Paradies angelegt. In allen Größen, Formen und Farben grüßen die Früchte den Besucher.

Eine Frau präsentiert zwei rote Tomaten mit einer Spitze
Swetlana Hüttner mit zwei Exemplaren der alten deutschen Sorte "Vater Rhein". Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Knapp 170 Tomatenpflanzen von 111 verschiedenen Sorten stehen in ihrem 300-Quadratmeter-Garten - ein wahres Tomatenmeer. Dabei ist der Höhepunkt der Ernte schon vorbei. "Vor ein paar Wochen waren hier noch viel mehr und viel schönere Tomaten zu sehen", sagt Swetlana Hüttner MDR SACHSEN. Eine Aussage, die man sich gar nicht vorstellen kann, denn auch jetzt hängen Unmengen von Tomaten an den Pflanzen auf den Beeten und im Gewächshaus.

Sweta im Tomatenfieber

Dabei ist Swetlana noch gar nicht so lang im Tomatenfieber. "Natürlich habe ich schon als kleines Mädchen, damals bei uns zu Hause in Russland, im Garten geholfen. Aber so richtig gepackt hat es mich erst vor etwa drei Jahren." Nach den ersten Ernteerfolgen war es um Sweta geschehen. "Was mich fasziniert, ist diese Vielfalt an Farben, an Formen, Größen und Geschmäckern. Das wird nie langweilig", lacht die Hobbygärtnerin. Leider sei ihr Garten nicht groß genug für ihre Sammlung von Tomatensorten aus aller Welt.

Ein Mann und zwei Jugendliche sitzen vor einem Gartenhaus am Tisch
Ehemann Wieland, Sohn Philipp und Tochter Sophia komplettieren das Tomaten-Team Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Die Samen von etwa 400 verschiedene Tomatensorten hat sie fein säuberlich in einem Archiv aufbewahrt. Und es werden immer mehr. Entweder bekommt sie welche geschenkt, sie bestellt sich Samen im Internet oder sie bringt welche aus dem Urlaub mit. Swetas Herz schlägt für die Tomate und auch die Familie ist inzwischen infiziert. Auch wenn Ehemann Wieland eher pragmatisch an die Sache herangeht: "Ich bin ja nicht so der Gartenprofi. Aber ich esse gerne Tomaten." Sohn Philipp und Tochter Sophia sind da schon weiter. Sie kennen sich mittlerweile ziemlich gut aus und helfen ihrer Mutter oft.

Bulgarische Riesen und Sibirische Tiger

Swetlana zeigt einige ihrer Pflanzen. Da gibt es die Sorte Sergeant Pepper's oder Vater Rhein, zwei ihrer Lieblingssorten. Aber auch Sibirischer Tiger, Bulgarischer Riese oder Goldener Kanarienvogel stehen in ihrem Garten. Tomaten so groß wie eine Weintraube oder wie ein kleiner Kohlkopf - gelbe, grüne, rote, braun gemusterte. Alle möglichen Farben sind vertreten. Die schwerste Tomate in diesem Jahr brachte fast 500 Gramm auf die Waage,

Große orange Tomaten am Strauch
Die größte Tomate in dieser Erntesaison wog knapp ein Pfund. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Aber was macht man mit den vielen Tomaten? "Ich verschenke viele an Freunde und Bekannte, oder es kommen auch Leute und fragen, ob ich welche abgebe", sagt die Tomatenkönigin von Hohenstein-Ernstthal. Das meiste verspeist die vierköpfige Familie selbst, als Salat, Suppe oder als Tomatensoße für Pastagerichte in der Winterzeit. "Aber die ist meist schon vor dem Winter alle", sagt sie. Da bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Oder doch? "Ein größerer Garten, ein größeres Gewächshaus und viel mehr Zeit, das wäre mein Traum", sagt Sweta und verschwindet bei ihren Lieblingen im Treibhaus.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 08.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2019, 15:52 Uhr

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