17.07.2019 | 15:20 Uhr TU Chemnitz forscht an Alternative zu E-Auto

In Chemnitz erforschen Wissenschaftler die Möglichkeit, Autos mit Wasserstoff anzutreiben. Dafür arbeiten sie auch mit der Wirtschaft zusammen.

Die Technische Universität Chemnitz hat ein neues Labor eingeweiht, um zu erforschen, wie Autos zukünftig mit Wasserstoff angetrieben werden können. Professor Thomas von Unwerth sagte dpa: "Die Brennstoffzelle ist der nächste konsequente Schritt für die Elektromobilität." Er leitet die Chemnitzer Professur für alternativen Fahrzeugantrieb. Die Uni forsche bereits seit neun Jahren am Automotor der Zukunft. Seit 2016 kooperiert sie dafür mit dem Unternehmen Continental Powertrain, das nun auch an dem Labor beteiligt ist. Das neue Brennstoffzellen-Testfeld wurde unter anderem im Beisein von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig eingeweiht.

Vier Männer an einem Buzzer.
Von links nach rechts: Uni-Rektor Gerd Strohmeier, Leiter Technology & Innovation Continental Stephan Rebhan, Wirtschaftsminister Martin Dulig und Thomas von Unwerth Direktor des Instituts für Automobilforschung an der TU Chemnitz. Bildrechte: TU Chemnitz/Jacob Mueller

Was kann das neue Testfeld?

Mit neuen Testfeld haben die Wissenschaftler mehr Möglichkeiten. "Damit können wir nun einzelne Komponenten bis hin zum gesamten System mit einer Antriebsleistung von 150 kW testen", erklärt von Unwerth. Das entspreche 220 PS. Zukünftig sei sogar eine Leistung von bis zu 400 PS machbar. Dieses Testfeld sei europaweit einzigartig. Vor allem für den Betrieb von Nutzfahrzeugen könne die Technologie sehr interessant sein, da dort die herkömmliche Batterietechnologie in größerem Umfang nicht sinnvoll sei, betont der Wissenschaftler. Im Vergleich zu Lithium-Ionen-Batterien weist die Brennstoffzelle dem Forscher zufolge mehrere Vorteile auf: Zum einen eine weitaus größere Reichweite von 600 bis 700 Kilometern, zum anderen das schnelle Nachfüllen des Wasserstoffs. "Das dauert mit drei Minuten nicht länger als bei Benzin oder Diesel." Darüber hinaus benötige diese Technologie weniger seltene Rohstoffe wie etwa Lithium. Den Angaben zufolge ist das Chemnitzer Forschungsprojekt sachsenweit das einzige, das sich mit diesem neuen Fahrzeugantrieb beschäftigt. Ende November plant die Uni die erste Fachkonferenz rund um die Brennstoffzelle.

Ein Mann steht vor einer technische Anlage in einer Universität.
Das neue Testfeld von außen - darin befindet sich eine Brennstoffzelle. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Quelle: dpa/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.07.2019 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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