28.06.2019 | 18:18 Uhr Prozess um Tod von Daniel H.: Angeklagter bleibt in U-Haft

Ein Angeklagter wird von Vollzugsbeamten zum Prozess geführt.
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Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Chemnitzers Daniel H. hat das Landgericht Dresden entschieden, dass der Angeklagte Alaa S. weiter in Untersuchungshaft bleibt. Das hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt. In der Begründung der Kammer heißt es, aufgrund des Gesamtergebnisses der bisherigen Beweisaufnahme bestehe weiterhin dringender Tatverdacht. Die Entscheidung fiel bereits am Freitag und wurde den Verfahrensbeteiligten nun schriftlich zugestellt.

Verteidigung hatte Haftentlassung beantragt

Die Verteidigung des tatverdächtigen Syrers hatte beantragt, den Haftbefehl gegen den 23-Jährigen aufzuheben. Der dringende Tatverdacht sei entfallen, hieß es. Nach Auffassung der Rechtsanwältin Ricarda Lang ergab ein nächtlicher Vor-Ort-Termin, dass die Aussage des Hauptbelastungszeugen für eine Verurteilung des Syrers keine Grundlage bietet.

Bei dem Termin hatten sich die Prozessparteien im Beisein des Angeklagten einen Eindruck über die Sichtverhältnisse verschafft, wie sie am Tattag in der Innenstadt geherrscht haben könnten. Dabei ging es darum, die Aussagen des Zeugen besser einordnen zu können. Der Libanese hatte ausgesagt, aus einem Fenster des Döner-Ladens das Tatgeschehen beobachtet und den Angeklagten dabei erkannt zu haben.

Tatverdächtiger Iraker weiter auf der Flucht

In den Morgenstunden des 26. August 2018 war in Chemnitz der 35-jährige alte Daniel H. erstochen worden. Tatverdächtig sind der Angeklagte sowie ein Iraker, der auf der Flucht ist und nach dem weltweit gefahndet wird.

Nach der Tat war es in Chemnitz zu rassistischen Übergriffen und rechten Demonstrationen gekommen. Dabei gab es auch Ausschreitungen mit Verletzten.

Quelle: MDR/cnj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.06.2019 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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