Chemnitzer Modell Sanierung der Eisenbahnstrecke Aue - Chemnitz mit Verspätung

Citylink des Chemnitzer Modells
Die Citylink-Züge sollen ab Sommer 2021 aus der Chemnitz City heraus bis Aue fahren. Bildrechte: MDR/Dan Hirschfeld

Die Fertigstellung der Stadtbahn-Verbindung von Chemnitz nach Aue verzögert sich. Auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke, die für moderne Citylink-Züge hergerichtet wird, sollte der Verkehr bereits wieder laufen Die Freigabe der Trasse wird jedoch durch immer neue Probleme verzögert , sagte ein Sprecher des federführenden Verkehrsverbundes Mittelsachsen.

Die Gründe lägen auf der einen Seite in einer schleppenden Freigabe von Planungs- und Bauleistungen, so der Sprecher, und andererseits auch in der Corona-Pandemie begründet. Corona habe beispielsweise zur Folge, dass weniger Arbeiter auf der Baustelle seien. Hygieneabstände haben den Angaben zufolge die Bauabläufe verändert. "Wir rechnen damit, dass wir Mitte September endgültig wissen, wann die Strecke freigegeben wird", kündigte der Sprecher an. Voraussichtlich Mitte kommenden Jahres sollen die ersten Citylink-Züge aus dem Chemnitzer Stadtbahnnetz bis nach Aue fahren.

Halbstundentakt bis Thalheim

Die Strecke gehört zum sogenannten Chemnitzer Modell. In diesem gibt es bisher Regional- und Stadtbahnverbindungen von Chemnitz nach Stollberg, Hainichen, Mittweida und Burgstädt. Künftig sollen die Züge aus Burgstädt bis Thalheim und die aus Mittweida bis Aue fahren.

Seit Ende 2018 ist die Eisenbahnstrecke gesperrt und wird saniert. So werden Brücken erneuert, neue Signaltechnik installiert, Gleise gerichtet und Ausweichbahnhöfe ausgebaut. Nach der Freigabe ist zwischen Chemnitz und Thalheim ein Halbstundentakt geplant, bis Aue sollen die Züge im Stundentakt fahren. Die im August eingerichtete Eilbus-Linie über die Autobahn, die über Aue abwechselnd Schwarzenberg und Schneeberg erreicht, soll nach aktuellen Plänen auch künftig betrieben werden, sagte der Sprecher des Verkehrsverbundes auf Nachfrage.

Talsperrenbau unterbricht 1975 die Bahnstrecke

Die Bahnstrecke Chemnitz - Aue führte einst weiter bis ins vogtländische Adorf. Mit dem Bau der Trinkwassertalsperre Eibenstock wurde die Verbindung jedoch unterbrochen. Die Züge fuhren lange Zeit aus Karl-Marx-Stadt beziehungsweise Chemnitz bis Blauenthal, zuletzt nur noch bis Aue. Zwischen Muldenberg und Zwotental ist noch die Vogtlandbahn unterwegs. Zudem werden Teilabschnitte an der Grenze zwischen Westerzgebirge und Vogtland sowie im Vogtland für Museumsbahnbetrieb genutzt.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.07.2020 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen