01.07.2019 | 15:47 Uhr Ab Ende 2020 mit der "Straßenbahn" von Chemnitz nach Aue

Drei Männer stehen in Chemnitz auf einem Straßenbahn-Totgleis und halten einen Richtungswegweiser mit der Aufschrift Aue 47 Kilometer in den Händen
Hier am Technopark in Chemnitz entsteht eine weitere Verbindung zwischen Straßenbahn- und Eisenbahngleisen. Harald Neuhaus (Geschäftsführer Verkehrsverbund Mittelsachsen), Mathias Korda (VMS-Bereichsleiter Infrastruktur) und Tomas Schmidt von der Erzgebirgsbahn stellten die konkreten Planungen . Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Die Erzgebirgsstadt Aue-Bad Schlema kann an das Nahverkehrssystem "Chemnitzer Modell" angeschlossen werden. Wie der Verkehrsverbund Mittelsachsen am Montag mitteilte, hat das Eisenbahnbundesamt die Genehmigung für den Ausbau der bestehenden Trasse und ihre Anbindung ans Gleisnetz der Chemnitzer Straßenbahnen erteilt. Der offizielle Baubeginn soll am 30. Juli erfolgen, die Kosten werden mit 65 Millionen Euro veranschlagt.

Noch viel zu tun

Ein Straßenbahnzug aus dem sogenannten Chemnitzer Modell fährt in den Hauptbahnhof ein.
Ein Straߟenbahnzug aus dem sogenannten Chemnitzer Modell fährt in den Hauptbahnhof ein. Bildrechte: dpa

Die künftige Straßenbahn-Eisenbahn-Strecke ist knapp 50 Kilometer lang. In Chemnitz werden an der derzeitigen Straßenbahn-Endhaltestelle Technopark etwa 200 Meter Gleis zur Eisenbahntrasse nach Aue verlegt. An dieser müsse noch einiges getan werden, sagte der VMS-Bereichsleiter für Infrastruktur, Matthias Korda, MDR SACHSEN. Es würden mehrere Brücken über den Fluss Zwönitz neu errichtet sowie zahlreiche Bahnübergänge um- und neugebaut. Zudem wird an sechs Bahnhöfen und Haltepunkten gearbeitet. Es entstehen vier ÖPNV-Verknüpfungsstellen mit Busverbindungen sowie Park&Ride-Parkplätze.

Noch bis Ende 2020 Ersatzbusse

Bisher bediente die Deutsche-Bahn-Tochter- Erzgebirgsbahn die Zugverbindung Chemnitz-Aue, derzeit fahren auf der Strecke jedoch Ersatzbusse. Zudem gibt es eine Express-Buslinie Schneeberg-Aue-Chemnitz über die Autobahn 72. Ab Ende 2020 sollen die ersten Hybrid-Bahnen, die sogenannten Citylinks, auf dem neuen Teilstück des Chemnitzer Modells rollen - bis Thalheim im 30-Minuten-Takt, bis zum Bahnhof Aue einmal in der Stunde. Die Express-Buslinie bleibt auch nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecke erhalten.

Das Chemnitzer Modell verknüpft nach dem sogenannten Tram-Train-Prinzip Straßenbahn und Eisenbahn. Bislang gibt es vier Linien, die Chemnitz mit Stollberg, Hainichen, Mittweida und Burgstädt verbinden. Weitere Strecken sollen folgen.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.07.2019 | ab 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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5 Kommentare

03.07.2019 13:18 Silvio Mueller 5

@2:Ich habe es mir gestern Abend gegeben, die kompletten 216 Seiten des Planfeststellungsbeschlusses durchzulesen. Was manche Einwender dort an persönlichen Empfinden und "Problemen" darbieten, dafür würde ich mich schämen. Kein Wunder das Planungen und Erteilung der Genehmigung zum Bau so lange dauern. Dieser ganze Müll, mit dem die Beamten sich da herum schlagen müssen um dies rechtssicher ablehnen zu können, spottet teilweise jeder Beschreibung.

@3:Die Linie Zwönitz-Stollberg existierte bereits und wurde nach dem 2.WK demontiert. Was mittelfristig aber durchaus überlegenswert wäre, dass ist eine Verbindung in Chemnitz - Reichenhain zwischen der Strecke Chemnitz-Aue und Stollberg - Chemnitz. Wären lediglich ca. 500m Gleise zu verlegen. Ich befürworte grundsätzlich jeden Neubau von Schienen und eine Ringlinie Chemnitz - Stollberg-Aue hat was für sich. Aber das werden wir wohl leider nicht mehr erleben.

02.07.2019 18:27 MuellerF 4

@2: Also im Vergleich mit der (Wieder-) Anbindung von Chemnitz an das regionale & überregionale Schienennetz bzw. Verbindungsangebot der DB sind die Bauzeiten des Chemnitzer Modells geradezu rekordverdächtig! Stichwort Verbindung Chemnitz - Leipzig: Elektrifizierung frühestens (!) 2028 fertig gestellt.

02.07.2019 14:07 igelotter 3

Die Fahrtzeit C-Zentrum - Aue dürfte auf jeden Fall bei oder über 90Minuten liegen. Wenn ich jetzt davon ausgehe, daß die eingesetzten Fahrzeuge ähnliche Eigenschaften wie Straßenbahnen haben, könnte man für eine Expressverbindung auch sehr gut die CB-Linie ab Stollberg über Gablenz/Lößnitz nach Aue verlängern - klar, für die Eisenbahn wär das zu steil, und, ja, das C-Modell möchte gerade existierende Eisenbahnstrecken nutzen, aber deren Streckenführung ist eben durch die Randbedingungen der Eisenbahn diktiert. Man könnte damit 2 CB-Linien C - Aue einrichten, eine über Stollberg, die andere über Thalheim. Die Stollberger Bahn verpräche Fahrtzeiten C - Aue von ca. 60 Minuten, veilleicht sogar weniger, aber bedürfte eines Streckenneubaus mit allen Komplikationen in unserer Zeit, ist also wohl illusorisch.

02.07.2019 09:25 Komet 2

Wenn in dem Tempo wie bisher weiter geplant und gebaut wird, wohnt hier in der Gegend keiner mehr, der das Chemnitzer Modell nutzen wird.
Was in den vergangenen 20 Jahren geschaffen wurde, funktioniert gut, stößt aber wegen fehlenden Personals und teils mangeldnder Attraktivität leider zunehmend an seine Grenzen.
Entbürokratisierung, schnellere Prozessabläufe und nicht zuletzt auch attraktive Fahrpreise sehe ich als den Schlüssel zum Gedeihen des Chemnitzer Modells. Auch der Umwelt zuliebe...

01.07.2019 17:44 pkeszler 1

Dieses Modell der Chemnitzer Straßenbahn finde ich sehr gut. Das kenne ich schon aus der Region Karlsruhe - Heilbronn. Das wird bestimmt den Nahverkehr auch in Sachsen fördern.

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