19.12.2019 | 12:10 Uhr Weihnachten in der Seniorenresidenz

Rund 50.000 Menschen leben in Sachsen in Pflegeeinrichtungen. Einige von ihnen verbringen Weihnachten ohne Familie, wie die 82-jährige Ursula Georgi aus Chemnitz. Weihnachten ist für sie trotzdem.

Weihnachten ohne Familie Themenbild Altenheim
(Symbolbild) Bildrechte: MDR/panthermedia/Kzenon

Ursula Georgi lebt seit fünf Jahren in der Seniorenresidenz Alexa in Chemnitz. Weihnachten verbringt die 82-jährige allein, ohne ihre Familie. "Meine Familie lebt in Flensburg", erzählt sie. "Und das kann man wirklich nicht verlangen, dass sie dann extra herkommen." Stattdessen wird an Heiligabend lange telefoniert. Internettelefonie kennt Georgi zwar, aber ein passendes Gerät möchte sie sich nicht anschaffen.

Weihnachten findet für sie auch ohne Familie statt. "Morgens singen wir hier zusammen Weihnachtslieder", sagt sie über den Heiligabend. Danach telefoniert sie, schaut Fernsehen und hört vor allem viel Musik. An den zwei Weihnachtsfeiertagen gebe es Festbraten, so Georgi. "Aber für Heiligabend mache ich ganz traditionell selbst Kartoffelsalat und Würstchen."

Leiterin der Seniorenresidenz sieht Familien in der Pflicht

Wie Georgi geht es vielen Senioren, die in einer Betreuungseinrichtung leben. Antje Hillinger, Leiterin der Seniorenresidenz Alexa, erzählt, viele würden aber auch von ihren Familien abgeholt. "Wir sind für die da, die niemanden haben", so Hillinger. "Ansonsten sehe ich da die Familien in der Pflicht, sich an Weihnachten zu kümmern." Es könne nicht sein, dass Angehörige, die in der Nähe leben, sich aufregen, dass nicht genug Programm an Weihnachten geboten würde.

Eine alte Frau sitzt im Rollator und eine Frau in grünem Oberteil mit Aufschrift ''Verkehrswacht'' schüttelt ihr die Hand. Beide lachen.
Ursula Georgi bei einem Rollatortraining der Verkehrswacht Chemnitz in ihrer Seniorenresidenz. Bildrechte: MDR/Anett Linke

"Zu Weihnachten haben wir die normale Besetzung. Der Rest feiert Weihnachten mit der Familie", sagt Hillinger. Außer dem Singen am Morgen von Heiligabend, gab es bereits zwei Wochen vor Weihnachten eine Weihnachtsfeier mit Weihnachtsmann. "Und jeder musste einen Vers aufsagen", erzählt die 85-jährige Ruth Krieger schmunzelnd. "Außerdem gab es Kaffee und Stollen und Kinder der Musikschule haben etwas aufgeführt." Ihr habe es sehr gut gefallen.

Krippenspiel in der Seniorenresidenz

In der Woche vor Weihnachten führt das Personal der Seniorenresidenz auch jedes Jahr ein Krippenspiel auf. "Unsere Oberschwester spielt die Maria, ein Verwaltungsmitarbeiter den Josef", erzählt Hillinger. Zwölf Mitarbeiter spielen jedes Jahr mit. "Früher sind wir mit den Bewohnern in die Kirche gleich um die Ecke gegangen", so Hillinger. "Aber der Aufwand 50 Menschen anzuziehen und in die Kirche zu schaffen für eine halbe Stunde Krippenspiel, war einfach zu groß." Seit 15 Jahren führen sie daher ihr eigenes Stück auf.

Renate Kaiser lebt erst seit rund sechs Wochen in der Seniorenresidenz. Ihr hat die Weihnachtsfeier gut gefallen. Zu Weihnachten selbst wird sie aber von der Familie abgeholt. "Und sie schenken mir dieses Jahr zwei Tage Übernachtung in Moritzburg", erzählt die 86-Jährige mit leuchtenden Augen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.12.2019 | 14:30 Uhr

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