26.04.2019 | 20:00 Uhr Chemnitzer Messerattacke: Zeuge berichtet von Morddrohungen

Im Prozess um die tödliche Messerattacke von Chemnitz wurde am Freitagnachmittag ein Zeuge gehört, der die Aussage usprüngliche verweigern wollte. Er gilt als wichtigster Zeuge.

Eine Fernsehkamera steht vor einem Gebäude des Oberlandesgericht Dresden.
Bildrechte: dpa

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Chemnitzers Daniel H. wurde am späten Freitagnachmittag die Vernehmung des wohl wichtigsten Zeugen der Staatsanwaltschaft fortgesetzt. Diese war drei Wochen zuvor unterbrochen worden, weil der Mann sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht berufen hatte, um sich nicht selbst zu belasten. Das Oberlandesgericht Dresden hatte ihm dies abgesprochen.

Bedrohung durch Gruppe von Männern

Der Augenzeuge berichtete nun, dass er Morddrohungen erhalten habe. Er sei von mehreren Personen mit dem Tod bedroht worden, sagte der Libanese. Eine Gruppe von sieben bis acht Männern habe ihm bei einem Treffen in einer Shisha-Bar gesagt, sie würden ihn umbringen und niemand würde das erfahren, übersetzte eine Dolmetscherin seine Aussage. Die Namen der Personen kenne er nicht. Der 30-Jährige wurde zu seiner Zeugenvernehmung von drei Personenschützern begleitet und im Gerichtssaal bewacht.

Zeuge schildert Auseinandersetzung

Seine Vernehmung wurde aus zeitlichen Gründen bis zum 20. Mai unterbrochen. Zuvor hatte er nach sichtbarem Ringen mit sich und hartnäckigen Nachfragen der Vorsitzenden Richterin seine Aussagen bei der Polizei teilweise bestätigt. Danach habe er gesehen, dass der Angeklagte mit zwei anderen Männern zum Tatort gegangen ist. "Dann gab es eine Auseinandersetzung." Später habe er gesehen, dass der Angeklagte Alaa S. - der "Juan" gerufen wird - und ein mutmaßlicher Mittäter in Richtung Marx-Monument geflüchtet seien.

Abweichende Aussagen sollen am Dolmetscher liegen

Zudem bestätigte er seine Aussage einer früheren Vernehmung, dass er gesehen habe, wie der Angeklagte mit der linken Hand den Nacken des später Getöteten umfasst und mit der rechten Hand mehrfach auf dessen Oberkörper eingeschlagen habe. Immer wieder aber sagte er auch: "Ich erinnere mich nicht." Unterschiede in seinen Aussagen bei den verschiedenen Vernehmungen begründete er mit Fehlern bei der Übersetzung durch die Dolmetscher.

 Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.04.2019 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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In der Lern- und Erlebniswelt "Phänomenia" können sich Kids von den kaleidoskopartigen Mustern faszinieren lassen, die nur durch drei zu einem Dreieck zusammengefügte Spiegel entstehen. Bildrechte: dpa

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