Weltraumkontakt zu Alexander Gerst Zwönitzer Gymnasiasten funken zur ISS

Beim zweiten Versuch hat es also doch noch geklappt. Gymnasiasten aus Zwönitz haben ins All gefunkt und mit dem deutschen Raumfahrer Alexander Gerst auf der ISS über Essen, Schwerelosigkeit und andere interessante Dinge geplaudert.

Die Mitglieder der Funk-AG der Schule und der Leiter Heiko Meier.
Sie haben es doch noch geschafft: Heiko Meier (re) und seine jungen Funkamateure aus Zwönitz. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Zwönitzer Schülerinnen und Schüler haben am Donnerstag über Funk Kontakt mit der Internationalen Raumstation ISS aufgenommen. In einem Zeitfenster von knapp zehn Minuten stellten sie dem deutschen Raumfahrer Alexander Gerst Fragen wie: "Wie ist das mit dem Essen geregelt und wie ist der Geschmack?" oder "Welche Zeitzone wird auf der Station gelebt?". Eigentlich hätten die Mitglieder der Funk-AG der Schule noch viel mehr Fragen gehabt, aber die Zeit war aus technischen Gründen begrenzt.

Zuschauer in der Aula eines Gymnasieums schauen nach vorn auf die Bühne.
Viele Neugierige waren ins Zwönitzer Gymnasium gekommen, um live dabei zu sein. Bildrechte: MDR/Georg Ulrich Dostmann

Knappes Zeitfenster für viele Fragen

Ein Mann steht mit einem Funkgerät vor einer Antenne auf dem Flachdach der Zwönitzer Schule.
Amateurfunker Dirk Neßmann war für die Antenne auf dem Schuldach verantwortlich. Bildrechte: MDR/Georg Ulrich Dostmann

"Wir können nur die Phase nutzen, in der die ISS direkt über Europa fliegt, denn nur dann ist es uns möglich, die Raumstation mit unseren Funksignalen zu erreichen", erklärte Heiko Meier MDR SACHSEN. Der 57-Jährige leitet die Funkamateur-AG in der Schule und hat sich seit einem halben Jahr akribisch mit seinen neun Schützlingen auf den Funkkontakt zur ISS vorbereitet. Eigentlich wollten die Zwönitzer schon am Montag mit "Astro-Alex" plaudern. "Aber leider gab es beim Abgleich der Funkfrequenz Probleme und Alexander Gerst konnte uns nicht hören", so Meier. Umso größer war die Freude bei den Funkern und den vielen Gästen und Neugierigen die sich in der Aula der Schule zusammengefunden hatten, als es nun doch noch klappte. Alle lauschten gespannt auf das Knistern und Rauschen aus dem Weltall - bis endlich Gersts gutgelaunte Stimme zu hören war.

Live-Gespräch mit Weltraum-Star

Ein Schüler spricht in ein Mikrofon.
Ansh aus der 9. Klasse wollte wissen, wie das Essen auf der ISS ist. Bildrechte: MDR/Georg Ulrich Dostmann

Die Schüler erfuhren, dass auf der ISS sechzehn Mal am Tag die Sonne auf und unter geht und dass auf der Raumstation nach der universellen Sternzeit gelebt wird, die sich an der Greenwich-Zeit orientiert. Mit den Bedingungen im Weltall scheint Raumfahrer Gerst gut klarzukommen. "Man lernt es, für eine lange Zeit in der Schwerlosigkeit zu leben". Dennoch müsse man täglich die Muskeln trainieren, um fit zu bleiben. Auch wenn Gerst schon ein alter Weltraumhase ist, die Schwerelosigkeit verblüfft den 42-Jährigen immer noch. "Die Dinge schweben einfach vor den Augen, das ist unglaublich! Ich freue mich immer sehr, wenn ich hier oben bin", sagte Gerst auf die Frage, ob er lieber auf der Erde oder im All ist.

Insgesamt sechs Fragen konnten die Zwönitzer Schüler stellen, dann entfernte sich die ISS wieder aus dem Empfangsbereich. Doch alle waren glücklich. Das Experiment war geglückt und die lange Vorbereitungszeit hatte sich gelohnt. Und übrigens: Das Essen auf der ISS ist laut Gerst ganz gut und abwechslungsreich, aber lange nicht so unkompliziert und lecker wie auf der Erde.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.08.2018 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz
MDR SACHSENSPIEGEL | 16.08.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 17. August 2018, 09:13 Uhr

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1 Kommentar

16.08.2018 18:47 MrsSpock 1

Meinen Glückwunsch den Schülern und allen an diesem Projekt Beteiligten. Ich habe sehr gehofft, dass ihr nach dem Fehlversuch vom Montag eine 2.Chance bekommt. Hoffentlich hat AstroAlex alle eure Fragen zur Zufriedenheit beantworten und eure Neugier für Wissenschaft wecken können.

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