Blick auf das Chemnitzer Rathaus, die Galerie Roter Turm sowie das neue Kaufhaus von Peek & Cloppenburg.
Chemnitz will endlich wieder positive Schlagzeilen machen. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Kulturhauptstadt Chemnitz fördert Bürgerprojekte

Chemnitz bewirbt sich um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025. Auf dem Weg dahin sind auch die Bürger gefragt. 14 Projekte wie das mobile Fahrradkino oder "lebende Bücher" können sich nun über eine finanzielle Förderung freuen.

Blick auf das Chemnitzer Rathaus, die Galerie Roter Turm sowie das neue Kaufhaus von Peek & Cloppenburg.
Chemnitz will endlich wieder positive Schlagzeilen machen. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Chemnitz wird bei seiner Bewerbung für den Titel Kulturhauptstadt 2025 auch von seinen Bürgern unterstützt. Für einen Ideenwettbewerb sogenannter Mikroprojekte sind nach Angaben der Stadt 43 Vorschläge eingegangen. Davon wurden 14 Ideen ausgewählt, die mit jeweils bis zu 2.500 Euro unterstützt werden. Insgesamt stellt die Stadt nach eigenen Angaben für die Mikroprojekte knapp 27.000 Euro zur Verfügung. Doch auch Projekte, die noch nicht gefördert werden, sollen eine Chance bekommen. Die Stadtverantwortlichen wollen beraten, ob man nicht einige der Vorschläge verbinden oder ausbauen kann.

"Lebende Bücher"

Die nun ausgewählten Bürgerideen leben vom Engagement der Chemnitzerinnen und Chemnitzer. So wie "Der Club der lebenden Geschichten". Hier sollen an ausgewählten Sonnabenden im Jahr in der Stadtbibliothek - neben normalen Medien - auch "lebende Bücher" ausgeliehen werden. Diese lebenden Bücher sind reale Menschen, die eher am Rand der Gesellschaft stehen, weil sie Ausländer, homosexuell, behindert, Alkoholiker, Junkie, Juden, obdachlos, arbeitslos, HIV-positiv, Autist, Vergewaltigungsopfer, Gewalttäter, Gewaltopfer, stark übergewichtig, blind oder magersüchtig sind. Das Projekt will, dass Besucher mit einer dieser Personen unter vier Augen ins Gespräch kommen. Ziel sei es, Vorurteile abzubauen, so die Ideengeber.

Mobiles Fahrradkino

Ibug-Vorbereitungen in Chemnitz
Chemnitz hat viele Industriebrachen, die das mobile Fahrradkino bespielen könnte. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Eine ganz andere Richtung schlägt das Projekt Mobiles Fahrradkino ein, das alte ungenutzte Räume im Stadtgebiet von Chemnitz wieder beleben will. Das Fahrradkino wird im Sommer 2019 in diesen Räumen Filme aufführen. Das Besondere: Die Kinobesucher erzeugen den für die Vorführung nötigen Strom selbst, indem sie auf mehreren stationären Fahrrädern strampeln.

Auch das Projekt "Beauty on Tour" wird gefördert. Hier dient ein temporärer Schönheitssalon im Stadtteil Sonnenberg als Raum der Geselligkeit, Intimität und Transformation. Beim Schminken, zu einer Kopfmassage oder Henna-Bemalung sollen hier die unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch kommen und Themen wie Migration, gerechte Gesellschaft oder Fragen des Zusammenlebens besprochen werden.

Stadt am Fluss

Projekte wie die Offene Druckwerkstatt oder das Filmprojekt Tage des Aufbruchs – Pochen über das Wismutgebiet Schlema wollen die Geschichte und Gegenwart der Region künstlerisch angehen. Aber auch Themen wie Essen und Trinken oder Gespräche und Diskussionsrunden bei Kultur-Stadt-Europa werden die Bewerbung der Stadt bereichern.

Die Initiative Raum am Fluss will Bürger, Planer und Entscheider zusammenbringen, um den Fluss Chemnitz wieder stärker ins Bewusstsein der Stadt zu bringen. Der Raum um die Chemnitz soll begeh- und erlebbar gemacht werden.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.11.2018 | 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 21. November 2018, 12:59 Uhr

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