Ausstellung im smac Sachsens rätselhafter Münzschatz jetzt im Museum

Münzen liegen in Glasvitrinen
Der größte Münzschatz Sachsens wird in Chemnitz erstmals öffentlich gezeigt. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Es war eine kleine Sensation, was zwei Bergsteiger am 29. April 2016 bei einer Klettertour im Elbsandsteingebirge fanden. "In etwa 30 Meter Höhe entdeckten die beiden in einer Felsspalte den bisher größten Münzschatz, der jemals in Sachsen gefunden wurde", sagt Kuratorin Cornelia Rupp vom Landesamt für Archäologie Sachsen.

Kuratorin Cornelia Rupp erläutert die Geschichte des Münzschatzes
Kuratorin Cornelia Rupp erläutert die Geschichte der Entdeckung des Münzschatzes. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Jetzt wird der Münzschatz das erste Mal in der Ausstellung "Auf der hohen Kante - 20 Pfund Silbermünzen aus der Sächsischen Schweiz" im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz der Öffentlichkeit gezeigt. Genauere Angaben zum Fundort will Kuratorin Rupp nicht machen und auch die Identität der beiden Bergsportler wird auf deren eigenen Wunsch geheim gehalten. "Sie haben zwar keinen Finderlohn aber eine entsprechende Belohnung bekommen", ergänzt die Wissenschaftlerin auf Nachfrage.

Größter Münzfund in Sachsen

Der Münzfund ist weniger wegen der Münzen selbst, sondern wegen der Menge und dem Fundort einer der bedeutendsten in Sachsen. Es handelt sich um 2.277 Geldstücke, die insgesamt fast zehn Kilogramm auf die Waage bringen. Wie schwer zehn Kilo sind, können die Besucher der neuen Ausstellung selbst ausprobieren, denn zum Testen steht ein zehn Kilo schwerer Eimer bereit.

Ein Konventionstaler von 1810 in Dresden geprägt
Ein Konventionstaler (Nr.7) von 1810 in Dresden geprägt. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

350 Taler - der Sold für 25 Jahre

Die Münzen stammen aus der Zeit von 1626 bis 1819. Das heißt, der Münzschatz wurde frühestens vor knapp 200 Jahren im Fels versteckt. Mehr als die Hälfte der Münzen wurden in Sachsen geprägt, Ein Viertel stammt aus der Habsburger Monarchie und zwölf Prozent aus Preußen. Eines haben die Münzen gemeinsam "Sie waren alle gängige Zahlungsmittel zu Beginn des 19. Jahrhunderts", erklärt Kuratorin Rupp. Denn damals sei es auf den Gold- oder Silberwert der Geldstücke angekommen, nicht auf die Aufprägungen.

Zwei Frauen betrachten das Ausstellungslogo
Kuratorin Cornelia Rupp (li.) und die smac-Chefin Sabine Wolfram eröffneten die Schau. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Alles zusammen hat der Schatz einen heutigen Wert von etwa 40.00 Euro. Nicht allzu viel. Doch die damalige Kaufkraft von 350 Reichstalern war eine stattliche Summe. "Hierfür hätte ein Zimmermann drei Jahre oder eine Hausmagd 25 Jahre arbeiten müssen", so die Kuratorin. Das Geld hätte ausgereicht, um ein stattliches Haus samt Land zu kaufen. Eine fünfköpfige Familie hätte von dem Geld fast drei Jahre leben können.

Herkunft noch unklar

Auf einer Aufstellwand können Besucher ihre Vermutungen über die Herkunft des Schatzes aufschreiben
Spekulationen erwünscht: Woher kam das Geld? Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Über die Herkunft rätseln derzeit die Wissenschaftler. "Wir forschen derzeit noch. Da es damals schon Zeitungen gab, prüfen wir ob es vielleicht einen Geldraub oder eine große Erbschaft gab", sagt Kuratorin Rupp. Auch die Besucher können mitspekulieren. Auf einer Tafel können sie ihre eigenen Vermutungen über die Herkunft des Geldes hinterlassen. Der Münzschatz ist noch bis zum 23. Februar zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Quelle: SMAC/PM/MDR/mwa

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 11.01.2018 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz
MDR SACHSENSPIEGEL| 11.01.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2018, 17:51 Uhr

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